Marketing-Chef Erich Stamminger geht nach Portland Adidas schickt seinen besten Mann in die USA

Erich Stamminger grätscht bei einem Abwehrversuch seinem Gegenspieler den Ball weg – und das mit vollem Körpereinsatz auf hartem Boden in der Halle. Das gestellte Fußballfoto im Geschäftsbericht von Adidas-Salomon soll Leidenschaft und Einsatzbereitschaft dokumentieren.

MÜNCHEN. Als die Szene aufgenommen wurde, wusste der schlanke 46-Jährige mit dem asketisch wirkenden Kurzhaarschnitt noch nicht, wie sehr sein Einsatz im nächsten Jahr gefordert sein wird.

Der Marketingvorstand muss das schwierige US-Geschäft auf Kurs bringen. Der einstige Hoffnungsträger, US-Chef Ross McMullin, hatte sich aus Gesundheitsgründen bereits Ende September zurückgezogen. Und auch Interimschef Jim Stutts konnte nicht verhindern, dass der Umsatz in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 16 Prozent einbrach.

Adidas-Chef Herbert Hainer schickt jetzt seinen besten Mann. „Sie vertrauen sich blind“, sagt ein langjähriger Mitarbeiter. Hainer und Stamminger kennen sich, seit sie Anfang der 90er-Jahre das Deutschland-Geschäft von Adidas auf Vordermann gebracht haben. Das Duo schaffte später den Aufstieg an die Konzernspitze und ist seither nicht minder erfolgreich. Nur eben ausgerechnet Nordamerika, der wichtigste Sportartikelmarkt der Welt, bereitet Probleme.

Das eigentliche Ziel, hauptsächlich Schuhe im margenstarken oberen Preisniveau um 100 Dollar zu verkaufen, hat Adidas aufgegeben. Die Franken mussten den Preiskampf des Weltmarktführers Nike auf dessen Heimatmarkt annehmen und bieten nun auch Schuhe für 60 Dollar an. Das ist schlecht für die Margen und für das Markenimage.

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