Martin Wittig Chef von Roland Berger geht

Die Übernahme der Unternehmensberatung Roland Berger durch den US-Konzern Deloitte könnte doch noch klappen: Die Partner stemmen sich nicht mehr gegen einen Verkauf. An der Firmenspitze steht bereits ein Wechsel an.
Update: 05.05.2013 - 14:14 Uhr 8 Kommentare
Roland-Berger-Chef Martin Wittig zieht sich für ein paar Monate zurück. Quelle: dpa

Roland-Berger-Chef Martin Wittig zieht sich für ein paar Monate zurück.

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MünchenDie Unternehmensberatung Roland Berger prüft den Verkauf des Unternehmens. Bei einem Treffen am Samstag in Frankfurt beschlossen die rund 250 Partner, denen das Unternehmen gehört, alle Möglichkeiten für die weitere Strategie prüfen zu lassen. Seit Wochen wird über einen möglichen Verkauf von Roland Berger an den US-Wirtschaftsprüfungskonzern Deloitte spekuliert, der seit Jahren Interesse an dem Münchner Unternehmen hat.

Beim ersten Versuch einer Übernahme im Jahr 2010 hatten die Roland Berger-Partner den US-Riesen aber in letzter Minute abblitzen lassen und stattdessen mit Millioneneinlagen ihre Unabhängigkeit gesichert. Vor allem Firmengründer Roland Berger griff dafür tief in die Tasche. Berger hatte die Firma 1967 gegründet und sich in den folgenden Jahrzehnten zum bekanntesten deutschen Unternehmensberater hochgearbeitet, von dem sich bis heute auch Spitzenpolitiker Ratschläge geben lassen.

Diesmal stehen Berger und die übrigen Partner einer Übernahme anscheinend aufgeschlossener gegenüber. Ein Sprecher des Unternehmens äußerte sich am Sonntag in München aber nicht zu Deloitte oder anderen möglichen Interessenten. Deloitte könnte durch die Übernahme des renommierten Unternehmens seine Position in Europa deutlich stärken.

An der Spitze von Roland Berger kommt es zu einem Wechsel: Der bisherige Chef Martin Wittig ist aus gesundheitlichen Gründen von seinem Posten zurückgetreten. „Ich brauche dringend eine Auszeit, um mich einer nicht mehr aufschiebbaren medizinischen Behandlung zu unterziehen“, erklärte der 49-Jährige. Er müsse sich deshalb für ein paar Monate zurückziehen. Seinen Posten übernimmt Burkhard Schwenker, der bereits von 2003 bis 2010 an der Firmenspitze stand und seitdem Aufsichtsratsvorsitzender der Unternehmensberatung ist.

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8 Kommentare zu "Martin Wittig: Chef von Roland Berger geht"

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  • Wer wird ihn vermissen? Bei Roland Berger wohl nicht viele: Dr. Wittig war immer mit der übergroßen Bugwelle eines DAX 30-CEOs unterwegs, doch für RBSC hat er dann doch (zu) wenig geleistet. Aber (ihm) egal, er hat seine Millionen geschaufelt :-D

  • @gil-ruiz

    Genau so ist das. Aber die Vorstände in den grossen Konzernen wissen doch noch nicht einmal, was an ihrer Basis los ist.

    Oder wann war Josef Ackermann - vor seinem Abtritt versteht sich - das letzte Mal in einer Deutschen Bank Filiale und hat mit einem Mitarbeiter an der Front gesprochen?
    Hat er überhaupt jemals eine seiner Filialen von innen gesehen?

    Diese Typen haben doch fast alle die Bodenhaftung verloren. Genauso wie Unternehmensberater.

  • @Meisenkayser

    Schwachfug! Ich muss mich täglich mit solchen Leuten rumärgern. Keine Ahnung von Nichts und davon jede Menge. Projekte werden unnötig in die Länge gezogen um jeden Tag aufs neue fette Tagessätze abzukassieren. Die sind in den meisten Fällen ihr Geld nicht wert.

  • Richtig, analytische Fähigkeiten, die entsprechenden Schlußfolgerungen und dann die Umsetzungen sind für Unternehmen überlebensnotwendig.

    Aber: Das ist nicht neu. Und sollten diese Fähigkeiten nicht der Vorstand/GF bzw. die nächste Managementeben mehr als ausreichend zur Verfügung haben? Noch dazu gepaart mit exzellentem Branchen/Unternehmens/Fachwissen?

    Berater haben immer exakt eine Aufgabe: als "Verstärker" des Auftraggebers dienen und bspw. die Notwendigkeit des Jobkahlschlags zu bestätigen (allerdings ist der Betriebsrat auch nicht mehr so doof wie früher und rüstet mehr und mehr auf)

    Wer die ruft, um die Unternehmensstrategie zu machen bzw. zu untermauern, kann gleich den Hut nehmen wg. erwiesener eigener Unfähigkeit.

    Das M&A Geschäft und Sanierungen rechtfertigen nur einen Bruchteil der Heerscharen an Beratern. Im übrigen brauche ich hierfür eher Juristen und sonstiges Fachpersonal - auch mal temporär von aussen - aber KEINE UBerater, über die wir hier reden.

  • Dieses Urteil ist viel zu hart und negativ. Gute Berater zeichnen sich über ihre analytischen Fähigkeiten aus. Es gibt durchaus Situationen in denen diese Fähigkeiten gut gebraucht werden, z.B. nach Mergern oder bei Sanierungen.

  • Früher hat man gesagt: "Wer nichts wird, wird Wirt." Heute sagt man: "Wer nichts wird, wird Unternehmensberater."

    Alle diese grossen Firmen, die sich Unternehmensberatung schimpfen, haben schon lange ihre Kompetenz verloren. Die Mitarbeiter in diesen Firmen sind nichts weiter als ein Haufen dilettantischer Frischlinge, die gerade von der Uni gekommen sind und schon den grossen Max markieren. Frei nach dem Motto: "Ich bin jetzt Berater."

    Das Einzige was die können, sind wunderschöne Präsentationen malen. Geht es aber ans Eingemachte und an die Umsetzung, ist nichts weiter dahinter als heisse Luft. Die schicken nämlich ihre Nichtskönner in die Welt. Nichtskönner, die alles über der Haufen werfen und meinen, die Welt verändern zu können. Begegnen sie dann einem alten Hasen - ganz gleich in welcher Branche - sehen sie ganz schön alt aus.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Der erste dilettantische Versuch aus 2010 war augenöffnend: für Kunden, für den Wettbewerb und für den geneigten Leser der Wirtschaftsjournaille.

    Wer sich das M&A Geschäft maßgeblich auf die Fahne schreibt und dann in eigener Sache so kläglich versagt, hat den shitstorm aus den Medien verdient.

    Noch interessanter ist nun, daß man es überhaupt erneut versucht. Was hat sich zwischenzeitlich an den rationalen Gründen bzw. Vorteilen eines Zusammenschlußes verändert? Wohl nichts.

    Als weiter dilettantieren...so wie bei den Kunden.

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