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McDonald's McDonald's-Chef kämpft mit den Pfunden

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Der Bestseller „The Fast Food Nation“ und der Dokumentarfilm „Super Size Me“ taten ein Übriges, um den Ruf von McDonald’s empfindlich zu schädigen. Im ersten Quartal 2003 fuhr der Konzern den ersten Verlust seiner Geschichte ein. Hinzu kamen zwei Todesfälle in der Führungsriege, die makabre Zungen mit den Produkten der Hamburger-Kette in Verbindung brachten: Konzernchef James Cantalupo starb 2004 während einer Konferenz in Florida an einem Herzschlag, sein Nachfolger Charles Bell wenige Monate später an Darmkrebs.

Skinner, damals Vize-Chairman, rückte nach intensivem Gesundheitscheck im November 2004 an die Spitze. Er hatte schon vorher an einem Plan gearbeitet, mit dem McDonald’s die Krise überwinden und auf den Erfolgskurs zurückkehren sollte: weniger neue Restaurants, dafür Verbesserung der bestehenden. Kalorienärmere Gerichte wie Salat, Hähnchen-Wraps und Obst. Außerdem stattete er die US-Restaurants von McDonald’s mit trendigem Mobiliar und TV-Flachbildschirmen aus.

Skinner, der bis heute jeden Tag sein Mittagessen bei McDonald’s einnimmt – „ein Quarter Pounder ohne Schnickschnack, nur Brötchen und Fleisch“ –, gilt als bodenständiger Chef, der auch mal überraschend in den Filialen auftaucht und in der Küche mit anpackt. Man sieht ihn kaum in Talkshows. Er ist keiner jener schillernden Topmanager, die ständig von den Hochglanzcovern der Branchenblätter lächeln. „Jim ist ein ganz normaler Typ, der sich nach oben gearbeitet hat und der versteht, wie das Geschäft funktioniert“, sagt Bob Goldin, Vize-Geschäftsführer der Beratungsfirma Technomic.

James A. Skinner verkörpert auf eine beinahe altmodische Weise den amerikanischen Traum: Geboren wurde er 1944 als Sohn eines Maurers in Illinois im tiefen Mittleren Westen. Er wuchs in Davenport im benachbarten Bundesstaat Iowa auf, arbeitete dort während der High School bei McDonald’s. Er schrieb sich bei der US-Marine ein, blieb zehn Jahre und fing 1971 bei McDonald’s in der Kleinstadt Carpentersville, Illinois, als Lehrling an. Ein College besuchte er nie. Aber er stellte sich klug an und war ehrgeizig, wurde Regionalleiter und Direktor des Außendienstes. Später kümmerte er sich um die Märkte Europa, Naher Osten, Afrika und Indien sowie Japan, den zweitgrößten Markt des Fast-Food-Konzerns.

Der Krisenplan, mit dem Skinner 2004 als CEO antrat, ging auf: Seitdem stieg der Wert der McDonald’s-Aktie um etwa 45 Prozent. Zu den Rezessionspfunden seiner Landsleute hat er sich bislang nicht geäußert, auch nicht zu den Vorwürfen, McDonald’s schlage Kapital aus der Krise. „Wir werden nicht das Gewichtsproblem der Welt lösen“, sagte er dem „Wall Street Journal“ vor zwei Jahren. „Schließlich sind wir immer noch eine Hamburger-Kette.“

James Skinner

1944 Er wird im US-Bundesstaat Illinois im tiefen Mittleren Westen als Sohn eines Maurers geboren.

1961 Jim Skinner lässt sich bei der US-Marine zum Elektrotechniker ausbilden.

1971 Er verlässt den Militärdienst und macht bei McDonald’s in Carpentersville/Illinois eine Ausbildung zum Filialleiter.

1992 Als Vize-Präsident tritt er dem Internationalen Führungsteam von McDonald’s bei, zuständig für Europa, den Nahen Osten, Afrika und Indien.

1997 Skinner wird Präsident von McDonald’s Europa.

2001 Er wird Chief Operating Officer der McDonald’s Restaurant Group und zuständig für mehr als 30 000 Filialen in 118 Ländern.

2004: Skinner leitet McDonald’s Japan, den weltweit zweitgrößten Markt des Fast-Food-Konzerns. Im November wird er Chef des gesamten Konzerns.

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