Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

McKinsey-Studie Die Superstars der Wirtschaft ziehen dem Rest davon

Nicht nur die großen Konzerne, auch ganze Branchen und Städte werden global immer dominanter. Trotzdem haben auch Newcomer noch Chancen.
1 Kommentar
Amazon und Co.: Superstars der Wirtschaft ziehen dem Rest davon Quelle: Photo by Haugenzhays Zhang on Unsplash
Schanghai

Die chinesische Stadt gehört wie Köln und Düsseldorf zu den Superstar-Metropolen weltweit.

(Foto: Photo by Haugenzhays Zhang on Unsplash)

BerlinSuperstars kennen wir aus Sport und Musik. Aber auch in der Wirtschaft gibt es Superstars – sie heißen nur anders. Oft handelt es sich um „Pionierunternehmen“, die dank ihrer Innovationskraft oder Marktmacht der Konkurrenz davoneilen und ganze Märkte abräumen.

Seit Internetgiganten wie Facebook, Google und Amazon mithilfe ihrer Plattformstrategie die Zukunftsmärkte der digitalen Ökonomie dominieren, werden die wirtschaftlichen Superstars jedoch mehr gefürchtet als verehrt.

Ökonomen wie Alan Krueger, ehemaliger Wirtschaftsberater des früheren US-Präsidenten Barack Obama und Professor an der amerikanischen Eliteuniversität Princeton, warnte schon vor sechs Jahren, dass die neuen Superstars den Weg in eine „The winner takes it all“-Ökonomie bahnen – und somit die soziale Ungleichheit verstärken und den Wettbewerb mindern.

Das McKinsey Global Institute (MGI), die Denkfabrik der gleichnamigen Unternehmensberatung, hat jetzt in einer neuen Studie das „Superstar“-Phänomen in der Wirtschaft untersucht und festgestellt: Es gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für ganze Branchen und sogar Städte. Die Autoren bestätigen zwar, dass die Superstars im digitalen Zeitalter noch mehr als früher ihre Konkurrenten abhängen können. Zugleich betonen sie jedoch, dass Newcomer nach wie vor eine Chance haben.

Der Report liegt dem Handelsblatt vorab vor und soll heute veröffentlicht werden. MGI hat darin fast 6000 der weltweit größten öffentlichen und privaten Unternehmen analysiert. Superstar-Firmen zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie 80 Prozent der Profite auf sich vereinigen. Sie sind auch digitaler, innovativer und weltweit vernetzter als ihre Konkurrenten. Außerdem sind sie ein Magnet für die besten Talente und investieren bevorzugt in immaterielle Wirtschaftsgüter.

Das Schweizer Vorbild ermutigt. Der Erfolg hängt von der Galionsfigur an der Spitze ab. Gisbert Rühl – CEO Klöckner

Zu den 575 Superstar-Unternehmen der bestverdienenden zehn Prozent gehören nicht nur die Tech-Giganten aus dem Silicon Valley, sondern auch deren chinesische Wettbewerber. Aber auch global agierende Banken und Konsumgüterhersteller zählen dazu, genauso wie die Top-Industrieadressen. Welche wirtschaftliche Macht diese Superstar-Firmen ausüben, hat kürzlich der Internationale Währungsfonds IWF untersucht.

Danach haben Preisaufschläge, die von den Superstars in Industrieländern für ihre Produkte über die Grenzkosten hinaus verlangt werden, seit 1980 um rund 40 Prozent zugenommen. Das MGI ist dennoch zuversichtlich, dass der Wettbewerb erhalten bleibt.

Enorme Skaleneffekte der digitalen Plattformen

So ist im letzten Konjunkturzyklus fast die Hälfte der Superstar-Firmen durch Newcomer ersetzt worden. Die IWF-Ökonomen befürchten jedoch, dass die Superstars das Innovations- und Investitionstempo bremsen, sobald sie zu mächtig geworden sind.

Dank der enormen Skaleneffekte digitaler Plattformen gelingt es ihnen außerdem, neue Anbieter klein zu halten. Facebook und Google sind dafür gute Beispiele. Einen ähnlichen Trend haben die MGI-Forscher auch für Branchen entdeckt.

„Wir haben herausgefunden, dass etwa 70 Prozent der zusätzlichen Bruttowertschöpfung und operativen Einnahmeüberschüsse in den vergangenen 20 Jahren in einer Handvoll Branchen angefallen sind“, schreiben MGI-Direktor James Manyika und seine Kollegen.

Neben dem IT-Sektor zählt das Institut unter anderem auch die Finanzbranche, die Pharmaindustrie sowie den Maschinenbau und die Autobranche in Deutschland zu den Superstar-Branchen. Von rund 3000 untersuchten Städten hat McKinsey 50 Superstar-Metropolen ausgemacht. Entscheidende Kriterien waren die Wirtschaftsleistung und das Pro-Kopf-Einkommen. Darunter findet sich alles, was Rang und Namen hat: Von New York über Paris und London bis nach Singapur und Schanghai.

Aber auch München, Frankfurt und die Region Köln-Düsseldorf gehören zu den Gewinnern der Weltwirtschaft. Die Elite vereinigt ein Fünftel der globalen Wirtschaftsleistung auf sich und ein Drittel aller Haushalte mit Spitzenverdienern. 31 der 50 Superstar-Metropolen gelten als die am besten vernetzten Regionen der Welt, 23 von ihnen gehören zu den „digital smartest“ Städten der Welt.

Das MGI-Team hat zudem Anhaltspunkte dafür gefunden, dass sich die Superstars gegenseitig mit nach oben ziehen: So wandern die enormen Gewinne der wirtschaftlichen Superstars meist auf die Konten der Spitzenverdiener, die sich vorzugsweise in den Superstar-Metropolen konzentrieren. Auf diesen Polarisierungseffekt hatte kürzlich auch eine OECD-Studie aufmerksam gemacht.

Startseite

Mehr zu: McKinsey-Studie - Die Superstars der Wirtschaft ziehen dem Rest davon

1 Kommentar zu "McKinsey-Studie: Die Superstars der Wirtschaft ziehen dem Rest davon"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Vorausdenkende Betriebe forcieren daher massiv den Ansatz einer vernetzten Kommunikations- und Innovationsplattform. Dabei lernen die Mitarbeiter wichtige Kompetenzen und die Vorteile einer agilen Company. Wenn dadurch der Grundstein für die digitale Transformation in eine vernetzte Denk- und Handlungsweise gelegt wird, dann fördert dies nicht nur die interne und externe Zusammenarbeit, sondern hilft Silos und Schmalspurdenken aufzubrechen und dass die notwendigen Lösungen für Gesellschaft und Umwelt realisiert werden.
    Der disruptive Wandel betrifft somit nicht nur neue digitale, datengetriebene Geschäfte, Produkte und Dienste - sondern auch die digitale Vernetzung der neuen Denk- und Handlungsstruktur (DNA-Mindset) in den Köpfen der Menschen. Lesen Sie mehr dazu in meinem eBook "Führung 5.0" unter "Schust" im eVerlag www.bookboon.com. Es ist von der Universität St. Gallen / Schweiz zum Lesen und zur Anwendung empfohlen.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%