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Mehdorn folgt Hunold „Höchste Zeit für einen Neustart“ bei Air Berlin

Paukenschlag bei Air Berlin: Nach den schlechten Zahlen heute hatte Vorstandschef Joachim Hunold offenbar keine Wahl mehr und tritt zurück. Fast noch spannender: Sein Nachfolger wird der ehemalige Bahnchef.
Update: 18.08.2011 - 16:54 Uhr 18 Kommentare
Hartmut Mehdorn (r.) übernimmt den Chefsessel bei Air Berlin von Joachim Hunold (l.) Quelle: dapd

Hartmut Mehdorn (r.) übernimmt den Chefsessel bei Air Berlin von Joachim Hunold (l.)

(Foto: dapd)

Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold legt seinen Posten zum 1. September nieder. Das kündigte er am Donnerstag in einer Telefonkonferenz in Berlin mit. Der Verwaltungsrat (Board of Directors) von Air Berlin nahm den entsprechenden Vorschlag Hunolds am Donnerstagnachmittag an, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist eine Aktiengesellschaft (plc) nach britischem Recht.

Hunold schlug für einen Übergangszeitraum den früheren Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn als neuen Vorstandschef von Air Berlin vor. Auch dem stimmte der Verwaltungsrat zu. Damit löst Mehdorn in zwei Wochen Hunold ab.

Das Gremium zollte Hunold Respekt und erklärte, „ohne sein konsequentes, langfristig ausgelegtes Wirken“ wäre Air Berlin nicht zur Nummer zwei in Deutschland und Nummer sechs in Europa geworden. Hunold werde der Gesellschaft als Non-Executive Director verbunden bleiben, hieß es weiter. Die Berufung Mehdorns habe die Voraussetzungen „für eine schnelle und umfassende Anpassung“ der Gesellschaft an das veränderte Marktumfeld gegeben.

Hunold sagte, er habe für sich entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Air-Berlin-Spitze gekommen sei. Ein Nachfolger können nun „unbelastet“ den eingeleiteten Sparkurs fortsetzen. Air Berlin hatte auch im zweiten Quartal einen Verlust geschrieben. Das Unternehmen kündigte Einschnitte ins Streckennetz an und will seine Flotte verkleinern.

Obwohl Mehdorn den Vorstandsposten nur für eine Übergangszeit einnehmen werde, wolle er Entscheidungen treffen, sagte er am Donnerstag: „Ich habe schon die Absicht, da etwas zu bewegen. Ich versuche da mal, die Fäden zusammenzuknoten.“ Was er konkret angehen wolle, könne er aber erst in einigen Wochen sagen, erklärte Mehdorn.

Mehdorn zollte Unternehmensgründer Joachim Hunold dafür Respekt, dass er von sich aus zurückgetreten sei. „Ich finde das toll, er ist einer der ganz wenigen Unternehmensführer, der sagt, ich habe das aufgebaut, und jetzt ist eine andere Zeit und jetzt sollen das andere machen“, sagte Mehdorn. Hunold habe sich seit längerem mit dem Gedanken getragen. „Ich finde das grandios, mich hat das tief beeindruckt.“ Hunold und Mehdorn sind seit längerem befreundet.

Mit Blick auf Air Berlin sagte Mehdorn dem Berliner „Tagesspiegel“: „Da muss eine Menge passieren, um wieder profitabel zu werden.“ Genaueres könne er aber erst in einigen Wochen sagen. Schwierige Aufgaben hätten ihn aber „noch nie geschreckt“.

Er selbst freue sich, dass er die Führung einer Fluggesellschaft übernehmen könne. Die Luftfahrt sei trotz fast zehn Jahren an der Bahn-Spitze seine Lieblingsbranche geblieben, sagte der 69-Jährige. „Ich bin ja kein junger Mann mehr, ich bin ja aus dem Alter raus, wo man Karriere machen will oder muss.“ Die ersten beinahe 30 Jahre seiner Laufbahn hatte der Ingenieur Mehdorn bei Flugzeugherstellern verbracht.

Die Air-Berlin-Aktie drehte nach Hunolds Ankündigung ins Plus und legte binnen Minuten um 4,4 Prozent zu. Air Berlin hatte nach Jahren der Expansion und hohen Verlusten zuvor beschlossen, sein Streckennetz auszudünnen.

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18 Kommentare zu "Mehdorn folgt Hunold: „Höchste Zeit für einen Neustart“ bei Air Berlin"

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  • Wer entsorgt endlich den Versager Mehdorn. Was der mit der Bahn gemacht hat ist ja wohl für jedermann sichtbar. Bei der jetzigen EADS wurde er gottseidank rechtzeitig weggelobt, und konnte so die Fa. nicht nachhaltig ruinieren, war aber auf dem besten Wege dorthin. Ich habe ihn damals hautnah erlebt, und kann den AIR BERLIN Mitarbeitern nur mein Mitgefühl aussprechen. Der hat von nichts eine Ahnung, das aber gründlich. Er zerschlägt nur funktionierende Fa. Strukturen dort, wo es der Fa. richtig weh tut. Der gehört in eine Reihe mit seinen Mitversagern gestellt, wie Schremmp, Lopez und Co. Schade um AIR BERLIN.

  • Oha...ich glaub, alle die ind Start- oder Einflugschneisen leben sollte sich ganz schnell ne Gute Versicherung suchen^^
    Wenn die AB ab jetzt die Wartungen so durchführen wie die Bahn früher in Berlin, na dann Prost Mahlzeit - dann wirds bald Flugzeuge regnen^^

  • Herr Mehdorn hätte mal die Deutsche Bahn "bewegen" sollen. Statt dessen hat er mit Duldung der Politik die Deutsche Bahn in einen unzuverlässigen Saftladen mit peinlichen Problemen heruntergewirtschaftet. Er ist grandios gescheitert. Und jetzt Air Berlin ?? Wer sucht diese Leute aus ??

  • Bloß nicht Mehdorn - von den Bahnern soll man schon gehört haben dass er schwierig ist! Air Berlin braucht einen jungen Manager, der den Turn-Around schafft.

  • Mehdorns Bonus richtet sich u.U. ja nach der Anzahl der Entlassungen. Diesem Herrn würde ich nicht einnmal die Führung einer Pommes Bude anvertrauen.

  • Und täglich grüßt das Murmeltier! Es ist ja schon faszinierend (und erschreckend zugleich) dass einige Wichtigmänner immer wieder auf ihren Füßen landen!!!
    Nun müssen es die Mitarbeiter von AB ausbaden und wohl neben sinnlosem Gerede auch noch die Kündigungswelle in Kauf nehmen! So spart doch Herr Mehdorn, oder hat er tatsächlich vor, Arbeitsabläufe und Kosten zu prüfen?! Wohl eher nicht! Prost Mahlzeit!

  • Am deutschen Wesen soll die Welt genesen: Und wieder wird ein Bock zum Gärtner gemacht. Herzlichen Glückwunsch!

  • Ob da wohl Mehdorns Freund Gas-Gerd mit dran gedreht hat? Ich meine, Mehdorn konnte es schon bei der Bahn mit Keinem. Nachdem Hunold die Strecken Ausdünnung ankündigte, soll Mehdorn mit dem Ausdünnen vermutlich bei den Mitarbeitern weiter machen. Kurzum: Mit Mehdorn an der Spitze ist jede Gesellschaft böse gestraft.

  • Der hat schon die Bahn ruiniert, der schafft auch dieses Unternehmen!

  • Mehdorn als Retter, selten so gelacht..wie waren noch einmal seine Selbst-Versorgungspläne mit dem Börsengang der Bahn??
    Wie hoch ist der Prozentsatz der unzufriedenen Mitarbeiter bei der Bahn? ich meine 75% gestern gelesen zu haben..
    ohje..Mehdorn..der fährt selbst nicht Bahn und fliegt bestimmt Lufthansa..

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