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Michael Kern Kehraus in der Werkstatt

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Doch die Offensive wird schwer. Auch die Hersteller konzentrieren sich immer intensiver auf ihre kommerziellen Kunden und machen ihnen attraktive Paketpreise. Das weiß kaum einer in Deutschland so gut wie Kern, der ehemalige VW-Vertriebler. „Die Autohersteller versuchen so lange wie möglich, die Kontrolle über die Fahrzeuge zu behalten“, sagt ein ATU-Manager.

ATU konzentriert sich deshalb nicht auf Neuwagen, sondern auf Autos, die mindestens vier Jahre alt sind. Selektiv will Kern auch das Filialnetz ausbauen, sowohl in Deutschland als auch in Europa, etwa in Italien. Im Vordergrund steht aber mehr Profit auf gleicher Fläche.

Auch in der neuen Sparte Autoglas wird er auf seinen alten Arbeitgeber treffen. Die VW-Händler ärgern sich darüber, dass sie das lukrative Geschäft mit dem Wechsel von Windschutzscheiben kampflos Spezialketten wie Carglass überlassen haben. „Da greifen wir an“, heißt es in Händlerkreisen von VW.

Intern hält Michael Kern seine Mitarbeiter mit einem neuen Marketing auf Trab. Er fordert eine Definition des Notwendigen, um dann durch intelligente Schritte die Popularität zu steigern. Als Erstes hat er sich von der zentralen ATU-Werbefigur verabschiedet, dem mehrmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher. Dem Mehrheitseigentümer Kohl Kravis Roberts & Co. (KKR) war die Verpflichtung des ehemaligen Ferrari-Piloten ohnehin stets ein Dorn im Auge.

Kern gibt seiner Mannschaft jetzt ein Jahr Zeit, um das Image von ATU aufzupolieren und das Geschäft auf neue Füße zu stellen. Spätestens aber in 15 Monaten will er Erfolge sehen.

Erst einmal müssen 350 Mitarbeiter gehen, weil das Geschäft mit Winterreifen schlecht lief. Es wird vor allem viele der 1200 Mitarbeiter treffen, die im vergangenen Jahr neu hinzugekommen sind.

KKR steht bei den Banken im Wort, die Verschuldung schnell abzubauen. Kern sieht den Eigentümer aus dem Private-Equity-Sektor gelassen. Intern verweist er deshalb darauf, dass KKR seine Beteiligungen im Schnitt 7,1 Jahre hält – ATU gehört noch nicht einmal vier Jahre lang zum Portfolio. Da bleibt noch etwas Zeit.

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