Millionenpensionen Auf die Dax-Chefs wartet ein goldener Ruhestand

Die Vorstandschefs der Dax-Konzerne können heute schon mit Renten in Millionenhöhe rechnen. Dank der neuen Vergütungsstruktur - mehr Fixgehalt, weniger Boni - wachsen die Altersrückstellungen immer stärker.
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Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich auf den Ruhestand freuen. Mehr als 26 Millionen Euro an Rentenansprüchen stehen ihm mittlerweile zu. Quelle: dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich auf den Ruhestand freuen. Mehr als 26 Millionen Euro an Rentenansprüchen stehen ihm mittlerweile zu.

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DüsseldorfAuf der Detroit Motor Show dachte Daimler-Chef Dieter Zetsche weit über seine Zeit als Vorstandschef hinaus. Bis 2020 würden die jährlichen Autoverkäufe weltweit auf 110 Millionen Stück steigen, prophezeite er. Dann wird Zetsche 67 Jahre alt und mutmaßlich im Ruhestand sein. Für diese Zeit hat sein Arbeitgeber üppige Pensionsrückstellungen gebildet. Für seine bislang 13 Jahre im Vorstand hat er schon heute Pensionsansprüche von 26 Millionen Euro erworben.

Wie der Daimler-Chef kommen auch andere Dax-Vorstände auf Versorgungsansprüche in zweistelliger Millionenhöhe. Bei Josef Ackermann etwa, seit 2002 Chef der Deutschen Bank, belaufen sie sich auf mindestens 13 Millionen Euro, wenn er im Mai das Unternehmen verlässt. VW-Chef Martin Winterkorn hat jetzt 18 Millionen Euro auf dem Alterskonto. Der 2011 bei BASF ausgeschiedene Jürgen Hambrecht erhält für 14 Jahre Vorstandsarbeit, davon acht Jahre als Konzernchef, ein Rentenpaket von 15 Millionen Euro. Im Schnitt kommen die Chefs der 30 Dax-Konzerne auf acht Millionen Euro, hat Heinz Evers, unabhängiger Experte für Vorstandsvergütung, errechnet. Nur 23 Dax-Konzerne weisen die Altersrückstellungen ihrer Vorstände präzise aus, sieben machen keine klaren Angaben, obwohl das gesetzlich gefordert ist.

Bei Volkswagen ist die Altersvorsorge für den achtköpfigen Konzernvorstand von 2005 bis 2010 von zehn auf 64 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von 540 Prozent. Evers findet vor allem die Steigerungsraten der vergangenen Jahre auffällig. Er geht davon aus, dass sich die Rückstellungen für die Dax-Vorstandschefs in den zurückliegenden 15 Jahren mehr als verdoppelt haben.

Grund für diesen Anstieg ist nicht die von der Öffentlichkeit oft kritisierte „Gier der Manager“, sondern ein durch die Finanzkrise ausgelöster Paradigmenwechsel bei der Bezahlung von Topmanagern: weg von hohen Boni und hin zu höheren Festgehältern.

Betrug beispielsweise das Fixgehalt des Thyssen-Krupp-Vorstandschefs 2004 noch 790 000 Euro, waren es 2011 schon 1,34 Millionen Euro. Ex-Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber verbuchte zwischen 2005 und 2010 rund 34 Prozent mehr Festgehalt. Das wirkt sich positiv auf die Altersrückstellungen aus. Die an das Fixum gekoppelten Pensionsansprüche wuchsen im Gleichschritt mit.

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24 Kommentare zu "Millionenpensionen: Auf die Dax-Chefs wartet ein goldener Ruhestand"

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  • Zu Recht ! Schön blöd, wer da noch in die Politik geht.

  • Sehr gute Antwort,

    schlafen Sie weiter, aber vegessen Sie nicht die Zwifelmütze

  • @ Pro-D: Die "tragenden Säulen" sind bei uns immer noch die mittelständischen Unternehmen. Und dies sowohl in Bezug auf Produktivität, Innovation und Beschäftigung!

  • Ich kann keine konkreten Zahlen nennen, aber man sollte bedenken, daß es unter wohlhabenden Leuten so manche gibt, die durch ihre Spenden eigentliche Aufgaben des Staates alimentieren. In Hamburg gibt es ein Ehepaar, ohne dessen Initiativen z.B. die Universität nicht in der jetzigen Form existieren würde.

  • 16 Bundesländer sind im Übrigen auch 15 zu viel! Von den 196 gesetzlichen Krankenkassen, deren Leistungen zu 95 % identisch sind, könnten wir uns auch 195 sparen.

  • Die DAX-Unternehmen muessen sich ihre wahnwitzigen Pensionen verdienen. Unsere Politiker beschliessen einfach selber was sie haben wollen und wir muessen dafuer bezahlen ohne jede Option. Warum wird nicht darueber berichtet???

  • Diese abartigen Einkommen sollten steuerlich abgeschöpft werden, um sie dann in die Dolce-Vita-Länder zu transferieren. Dann können die Brüder aus dem Süden wieder bei den Daxlern einkaufen gehen, oder?

  • Genau aus solchen Gründen verzichte ich seit 2008 auf einem Auto - und fühle mich seither deutlich besser, dass ich mein Geld solchen Absahneren nicht mehr hinten reinschiebe. Ich kann jedem nur empfehlen, aufs Auto zu verzichten. Das spart viel Geld, steigert die Lebensqualität und verhindert, dass sich bestimmte Leute auf Kosten anderer bereichern.
    Übrigens würde ich mich als Aktionär betrogen fühlen, wenn das den Eigentümern zustehende Geld in die Vorstandspensionen fließt.

  • --@ Mitbuerger

    "bereit sein" sein, heißt nichts.

    Diesen Posten auch ausfüllen ist offensichtlich schon schwerer, wie man an Herrn Schremp sieht. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Trotzdem mag ich diese Gesellschaftform mehr, als die der rothen Kommunisten oder der rothen Sozies.

    Bei den Wirtschaftsfachleuten weiß man wenigstens, was Sache ist.

  • Ich will mich mx1 anschließen. Eine Spitzenposition darf auch spitze verdienen. Wenn ein Dax-Vorstand allerdings das 1000-fache eines normalen Arbeiters (Ackermann ca. 1 Mio Euro pro Monat vs. Vollzeit-Friseuse 1000 Euro pro Monat), dann läuft irgendwas schief ! Als Aktienbesitzer erlebe ich bei jeder Abstimmung zu einer Hauptversammlung, dass diese eigentlich eine Farce ist und die Vorstände sich im Grunde ihr eigenes Gehalt festlegen. Da diese in den DAX-Unternehmen wechselseitig in den Aufsichtsräten sitzen, beglücken sie sich gegenseitig nach dem Motto "gibst du mir, dann geb ich dir", und zwar auf Kosten der Aktionäre. Hier, bei öffentlichen Kapitalgesellschaften gehören die Bezüge dringend reguliert, wie dies bei der teilverstaatlichten Commerzbank auch getan wurde. 500.000 Euro pro Jahr sind immer noch ein sehr gutes Gehalt, wofür man auch Spitzenleistung erwarten kann. Und es gäbe bestimmt genug qualifizierte Bewerber, die für dieses Gehalt zu Spitzenleistungen bereit wären.

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