Mustafa Koc Chef von Grundig-Mutterkonzern stirbt an Herzinfarkt

Einer der prominentesten Geschäftsmänner der Türkei ist tot. Mustafa Koc starb am Donnerstag an einem Herzinfarkts. Zu seinem Imperium gehörte unter anderem auch das deutsche Unternehmen Grundig.
Der Chef des größten türkischen Familienkonzerns ist unerwartet gestorben. Quelle: dpa
Mustafa Koc

Der Chef des größten türkischen Familienkonzerns ist unerwartet gestorben.

(Foto: dpa)

IstanbulDer Chef des größten türkischen Familienkonzerns Koc Holding, zu dem auch das deutsche Traditionsunternehmen Grundig gehört, ist unerwartet gestorben. Der 1960 geborene Mustafa Koc habe beim Frühsport einen Herzinfarkt erlitten und sei vier Stunden später im Krankenhaus gestorben, sagte der behandelnde Arzt am Donnerstag in Istanbul. Der Koc-Konzern ist unter anderem im Automobilbau und im Tourismus aktiv.

Fünf der zehn größten Unternehmen des Landes gehörten zu dem Imperium von Koc, dem er seit 2003 vorstand. Die Aktien der Koc Holding brachen nach der Nachricht über seinen Tod um drei Prozent ein, der Gesamtmarkt verlor 1,3 Prozent. Kocs Unternehmen machen 18 Prozent der Marktkapitalisierung der türkischen Börse aus, wie aus einer Firmen-Präsentation für Investoren hervorgeht.

Zum Unternehmen gehört das bekannte Divan Hotel neben dem Gezi-Park in Istanbul. Während der regierungskritischen Gezi-Proteste im Sommer 2013 hatte das Hotel den von der Polizei attackierten Demonstranten Schutz gewährt. Verletzte wurden in der Lobby behandelt.

Damit zog die Koc-Gruppe den Zorn des damaligen Regierungschefs und heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf sich. Erdogan rief jetzt die Koc-Familie an, die als Kritiker seiner islamisch-konservativen Regierung gilt und zu den reichsten Familien der Türkei gehört, und sprach ihr sein Beileid aus.

Das zweite Leben deutscher Traditionsmarken
Borgward
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Borgward kommt nach Hause: 55 Jahre nach der Insolvenz will der Autobauer an seinem Heimatort Bremen wieder Autos bauen. Das kündigte das Unternehmen, dessen Hauptaktionär der chinesische Lkw-Hersteller Foton ist, am Mittwoch in Bremen an. Derzeit produziert Borgward ausschließlich in einem Werk in Peking sein SUV-Modell BX7. Die Teile für die Fertigung in Bremen werden aus China, Deutschland und Europa zugeliefert.

Borgward
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Am Standort Bremen werden nach Unternehmensangaben in der Anfangsphase 50 bis 100 Arbeitsplätze entstehen. Im ersten Schritt sei eine Fertigung mit einer Jahreskapazität von bis zu 10.000 Fahrzeugen geplant. Dazu werde eine Fertigungshalle mit rund 10 000 Quadratmetern Fläche gebaut. Das Premierenmodell aus Bremer Fertigung werde ein Borgward BX7 mit „vollelektrischem Antrieb“ sein.

Borgward
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Die Anfangsinvestitionen belaufen sich laut Borgward auf einen „zweistelligen Millionenbetrag“. Borgward gehörte einst zu den bekanntesten Autoherstellern Deutschlands und ging 1961 pleite. Borgwards Enkel Christian belebte die von seinem Großvater gegründete Marke 2015 wieder und ist Aufsichtsratschef der Borward Group. Seinerzeit wurde Borgward durch Top-Modelle wie Isabella, Arabella und Hansa 2400 bekannt.

Hertie
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2008 meldete Hertie Insolvenz an, 2009 schloss die Kette trotz Mitarbeiterprotesten ihr letztes Haus – vier Jahre später folgte das Comeback als Online-Shop. 2013 sicherten sich die Osnabrücker Internet-Unternehmer Nils und Jan Klöker die Namensrechte. Seitdem lebt Hertie als Internet-Kaufhaus weiter und bietet hertie.de nach eigenen Angaben über 1,2 Millionen Produkte an - vom Halloween-Kostüm bis zum Holzkohlegrill. Laut Experten ist dafür unter anderen der immer noch hohe Bekanntheitsgrad verantwortlich für gute Klick- und Kaufzahlen. „Das ist eine ganz andere Liga, als wenn man einen Markennamen völlig neu aufbauen muss“, so Hertie-Sprecher Klaus-Martin Meyer.

Quelle
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Ähnlich wie Hertie erging es dem Versandhaus Quelle: 2009 Pleite ging das Unternehmen pleite, der Name wurde anschließend vom Konkurrenten Otto übernommen und als Online-Shop neu aufgebaut. Heute ist quelle.de eine zusätzliche Verkaufsplattform für Haushaltsgeräte, Möbel, Elektronik und Textilien im großen Otto-Imperium. Und zwar eine äußerst erfolgreiche Plattform, wenn man dem letzten Otto-Geschäftsbericht Glauben schenkt: Im Vergleich zu 2014 habe Quelle den Umsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz um 20 Prozent gesteigert.

Praktiker
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Was Hertie und Quelle schon vor einiger Zeit geschafft haben, will nun auch Praktiker angehen. Die Internet-Unternehmer Christoph Kilz und Dirk Oschmann haben sich die Namensrechte der Baumarktkette gesichert. „Noch in diesem Jahr wird unter praktiker.de ein Online-Shop starten, der herkömmliche Baumärkte im Sortiment-Umfang deutlich übertreffen wird“, kündigt Mitgründer Oschmann an. Ob auch hier eine Erfolgsgeschichte entsteht, bleibt nach Meinung von Markenexperten, vor allem aufgrund der starken Konkurrenz im Baumarkt-Segment, abzuwarten.

Telefunken-Logo
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Sie galt einmal als Ikone der deutschen Industriegeschichte: Die rote Raute mit den vier Blitzen an den Seiten und dem Schriftzug „Telefunken“ stand jahrzehntelang für höchste Kompetenz in der Radio- Fernseh- und Funktechnik. Rund 20.000 Patente hielt die 1903 gegründete Firma. In ihren Forschungslabors wurde die erste Radarfalle für die Polizei, aber auch das Farbfernsehen mit dem noch heute gültigen PAL-System entwickelt.

  • dpa
  • rtr
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