Nachruf Steve Jobs “Folgt immer eurem Herzen“

Steve Jobs hat mit seinen genialen Produkten ganze Branchen auf den Kopf gestellt und Konkurrenten ratlos gemacht. Nach langer Krankheit ist der Apple-Gründer nun am Mittwoch gestorben. Ein Nachruf.
Update: 06.10.2011 - 10:38 Uhr 15 Kommentare
„Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.“ Quelle: Reuters

„Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.“

(Foto: Reuters)

San FranciscoSteve Jobs ist tot. Der 56-jährige Vater von vier Kindern starb am 5. Oktober 2011 nach schwerem Krebsleiden. Er sei friedvoll im Kreise seiner Familie verstorben, teilte Apple in Cupertino mit. Er wird in Erinnerung bleiben als Genie, Rebell und Idol.

Er hat uns Produkte gebracht, von denen wir nicht einmal wussten, dass wir sie brauchen, bis er sie uns gezeigt hat. Er hat die Art und Weise verändert, wie wir hören, wie wir sehen und kommunizieren. Sein Gespür und sein Instinkt für das, was die Menschen wollen.

Der Studienabbrecher, der im Alter von 21 Jahren zusammen mit Steve Wozniak in der elterlichen Garage in Los Altos am 1. April 1976 Apple gegründet hat, hat sich nie darum geschert, was Vertriebspartner oder Händler gerne haben wollten, was sich die Chefs der Telefonkonzerne wünschten. Er kreierte die Produkte, von denen er überzeugt war. Nichts anderes. Zusammen mit einem anderen Studienabbrecher, Bill Gates, veränderte Jobs die Welt.

So wie Thomas Edison, ein anderer großer amerikanischer Erfinder, war Jobs ein begnadeter Geschäftsmann. Er überzeugte eine in Schockstarre verfallene Musikindustrie praktisch im Alleingang, zusammen mit ihm eine Alternative zur Musikpiraterie im Internet zu beginnen.

„Er ist immer wieder bei den großen Musikkonzernen vorstellig geworden“, erinnert sich Kunitake Ando, früherer CEO von Sony, „über Monate und Monate. Er hat geduldig auf alle eingeredet. So lange, bis der letzte zugestimmt hat“. Das war Sony. Der iTunes-Store war geboren, Grundstein für den kometenhaften Aufstieg Apples ab 2001, nach langem Niedergang.

Jobs selbst machte einen harten Lernprozess durch. Er schuf 1977 mit Wozniak den Apple II, der das Computern auch für den einfachen Mann erschwinglich machte. Als Apple 1980 an die Börse ging, war er mit 25 Jahren Millionär, der Macintosh wurde ein großer Erfolg, aber dann verlor der oft als starrsinnig und unnachgiebig bezeichnete Jobs sein eigenes Unternehmen, wurde nach einem internen Machtkampf von Bord gefeuert. Den PC-Markt hatte Apple längst an IBM verloren.

Jobs konnte das alles noch erleben
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15 Kommentare zu "Nachruf Steve Jobs: „Folgt immer eurem Herzen und eurer Intuition“"

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  • Jo, bei allem Respekt wird offensichtlich der kritische Verstand ausgeschaltet. Besonders offensichtlich von Leuten, die selber wohl kaum Arbeitsbedingungen wie bei Foxconn ertragen wollten oder könnten. Außerdem find ich den dahinterliegenden Technikwahn wirklich interessant. Was in iGottes-Namen ist denn jetzt so substanziell anders mit unseren Macs und iPhones (ich weiß worüber ich rede, ich nutze beides!).

    Wer weiterdenken will: http://bit.ly/nk4gks

  • Sorry, mit Steve Wozniak meine ich den hauptsächlichen Entwickler des "Apple I".

  • So ist es. Das "iPad" gab es schon lange vorher von anderen Herstellern. Da hat er eigentlich nur abgeschaut und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort damit. Denn wer das WeTab kennt oder seinen Namensvetter Steve Wozniak, der weiß die Leistungen von Jobs besser einzuschätzen.
    Absurd, dann noch von einem Weltverbesserer oder einem Genie zu sprechen. Wenn man die Presse verfolgt könnte man echt meinen, dass nicht Jobs gestorben ist, sondern einer wie Gandhi, der die Welt wirklich ein gutes Stück besser gemacht hat.

    R.I.P. Jobs.

  • ... und schon ist die Ausbeutung in China durch die Herstellung von iPhone-Komponenten vergessen und er, ein Kapitalist erster Güte, wird zum Weltverbesserer gemacht...

    Trotzdem, gilt für jeden gestorbenen: Möge er seine finale Ruhe finden.

  • Hätte er sich noch weiter aus dem Firmenalltag rausgezogen und sich mehr Zeit für seine Genesung genommen, dann hätte sein Körper vielleicht nicht so früh für immer schlapp gemacht. Man weiß es nicht. Ein paar gute Produkte hat er der Welt hinterlassen. Mittelfristig erwarte ich von Apple jedoch keine großen Innovationen mehr. Jobs war ja auch eher für die Häppchen-Politik. Nie zuviel Neues auf einmal in ein Gerät packen und immer muss etwas fehlen, damit man einen Grund hat die nächste Geräte-Generation zu kaufen. Für mich alles nur Geldmacherei. Schön, dass Apple soviele Fans hat. Man muss nicht jeden Hype mitmachen.

  • Was soll das Gesülze?
    Einer der verklemmtesten und raffgierigsten Ausbeuter kann sich für all seine Milliarden immer noch keine Gesundheit kaufen. Erstaunlich.

    Da kommt Freude auf, Schadenfreude.

    Man sieht sich…

  • An alle Verblendeten da draußen ... auch ER war nur ein Ausbeuter der seine "tollen Erfindungen" in Asien unter schlimmsten Umständen produzieren lies

  • In Gedenken an Steve, schrieb ich diese Buch: Steve Jobs Agenda:
    http://www.axcepting.com/unternehmen/steve-jobs-agenda.html

  • das waren noch Zeiten, als der "wertschöpfende Unternehmer" noch was galt. Ich kann mich dem Kommentar nur anschließen.

    Man muss vorsichtig sein mit dieser Aussage: aber heutzutage werden Milliarden von Boni für "Luftnummern" bezahlt. Ob das in die richtige Richtung geht?

    R.I.P. Steve Jobs!
    Markus Seemann

  • Die Welt hat heute einen wahren Visionär verloren. Vor allem war Steve Jobs ein Visionär der es geschafft hat Visionen Realität werden zu lassen.
    Uns allen wird ein Stück von seinen Ideen und Visionen fehlen. Wir werden aber nie wissen welche Stücke dies gewesen wären.

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