Neuer Regionalflughafen Kassel-Calden setzt Geschäftsführerin vor die Tür

Nicht einmal ein Jahr ist der Flughafen Kassel-Calden eröffnet und hat schon seine erste Geschäftsführerin verschlissen. Die hessische Landesregierung schmeißt Maria Anna Muller raus – und will nun, dass Ruhe einkehrt.
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Maria Anna Muller beim Handelsblatt-Online-Interview im Januar: „Ich hätte daher gerne meine Aufgabe hier fortgesetzt“, sagte die Managerin nachdem sie geschasst wurde. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Maria Anna Muller beim Handelsblatt-Online-Interview im Januar: „Ich hätte daher gerne meine Aufgabe hier fortgesetzt“, sagte die Managerin nachdem sie geschasst wurde.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

KasselFrühes Aus für Maria Anna Muller: Die Gesellschafter des defizitären Flughafens Kassel-Calden haben die Reißleine gezogen und den Vertrag mit der Geschäftsführerin aufgelöst. Nicht erfüllte Erwartungen und den wachsenden Erfolgsdruck von außen nannte Aufsichtsratschef und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Samstag als Gründe für die Entscheidung. Auf einer Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch soll die Vertragsauflösung formal beschlossen werden.

Muller erklärte, sie sei weiter davon überzeugt, dass der Flughafen alle Chancen hat, sich in den kommenden Jahren gut zu entwickeln. „Ich hätte daher gerne meine Aufgabe hier fortgesetzt“, versicherte die Managerin.

Der Flughafen steht seit seinem Start im April vergangenen Jahres wegen hoher Kosten und geringer Auslastung in der Kritik. Der Neubau des Airports sollte ursprünglich 151 Millionen Euro kosten, schlug dann aber mit 271 Millionen Euro zu Buche. Gesellschafter sind das Land Hessen sowie die Stadt und der Landkreis Kassel und die Gemeinde Calden.

„Wir wollen nun alles daransetzen, den Regionalflughafen Kassel-Calden wieder in medial ruhigeres Fahrwasser zu geleiten und gleichzeitig die künftige Geschäftsführung mit aller Kraft unterstützen, um das Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen“, betonte Schäfer.

Muller hatte im Interview mit Handelsblatt Online im Januar noch für eine Schonzeit für das Flughafen-Projekt geworben. „Nach der Eröffnung wurde erwartet, dass wie in Frankfurt auf der Nordbahn alle drei Minuten ein großer Flieger ankommt“, sagte Muller. „Das ist natürlich Wahnsinn, wir bauen gerade erst einen Flughafen auf.“

Vom Rückhalt der hessischen Landesregierung schien die erfahrene Flughafen-Managerin überzeugt. „Die Gesellschafter des Flughafens Kassel-Calden wissen genau, dass es jahrelange Aufbauarbeit bedeutet, bis wir aus dem Gröbsten raus sind“, sagte Muller. „Wann verdienst Du Geld? So funktioniert ein Flughafen nicht. Ein Flughafen denkt in Dekaden. Wir sind kein Dax-Unternehmen, dass jedes Vierteljahr an der Börse gemessen wird, wir sind Infrastruktur.“ Doch nun muss Muller selbst nach nicht einmal vier Quartalen gehen.

Regionalflughäfen schreiben Verluste

  • dpa
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7 Kommentare zu "Neuer Regionalflughafen: Kassel-Calden setzt Geschäftsführerin vor die Tür"

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  • wohin raus schmeissen?

  • was unsere stuerhinterzieherin alice dazu wohl sagen wird.

  • Schmeißt die Politiker raus, die den Ausbau forciert haben!

  • Na, Gott sei Dank, damit hat man ja die einzig Schuldige an dem Desaster entfernt! Jetzt wird der Fluchhafen ganz schnell florieren, wetten!

  • Überflüssig bleibt überflüssig. Der Flughafen in Calden ist ebenso überflüssig, wie der Großteil der restlichen "Regionalflughäfen" in Deutschland. Diese sind mangels ausreichender passagierzahlen schlicht nicht aus eigener Kraft überlebensfähig. Das Ergebnis sind dann Billigflüge zu Dumpingpreisen die staatlich subventioniert werden. Aber nur so lange stattfinden, wie der jeweilige Flughafen oder das Bundesland bereit ist, über geschenkte Landegebühren zuzubuttern. Entfällt diese Subvention, dann zieht die Karawane weiter. Deshalb ist es sinnvoller, diese überflüssigen Infrastrukturen eher heute als morgen zu schließen, damit der Wettbewerb nicht weiterhin verzerrt wird. Und schlechtem Geld nicht noch mehr gutes Geld hinterher geschmissen wird. Und die die verbleibenden Flughäfen können dann auskömmliche Gebühren von allen Fluggesellschaften verlangen können. Auch von den sogenannten "Billigfliegern", die heute ihre Gewinne auf Kosten der Steuerzahler in Deutschland machen.

  • Die gemeinde Calden will Schwimmbad und Dorfgemeinschaftshäuser schließen....

    Die sind mit 6% am Flughafen beteiligt. Und an den jährlichen Verlusten eben auch. Danke, Roland!

  • Zitat : Muller erklärte, sie sei weiter davon überzeugt, dass der Flughafen alle Chancen hat, sich in den kommenden Jahren gut zu entwickeln. „Ich hätte daher gerne meine Aufgabe hier fortgesetzt“, versicherte die Managerin

    - - nun, es gibt ganz einfach eine Finanzregel im Flugregionalverkehr :

    Die Regionalflughäfen rechnen sich ab 3 Mio. Fluggäste p.a.

    Diese Frau Müller sollte ganz einfach mal erklären, wo dieses Flugaufkommen herkommen soll ?

    Natürlich würde Sie auch noch 10 Jahre als Geschäftsführerin bei Ihrem Gehalt am Flughafen sitzen.....und der Steuerzahler soll dieses überflüssige Gebilde der Landesregierung von Hessen mit 100-ten von Mio. € jedes Jahr subventionieren ..?

    Kassel-Calden war die "Klassische Verschwendungssucht" von Koch und dem Puff(o) je..!

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