Neues Führungsduo Generationswechsel bei Roland Berger

Die Partner der Unternehmensberatung haben Martin Wittig einstimmig zum neuen Vorstandschef gewählt. Der 46-jährige gilt als Ziehsohn des Firmengründers. Vorgänger Schwenker wechselt in den Aufsichtsrat.
  • Kathrin Terpitz
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Martin Wittig ist neuer Vorstandschef bei Roland Berger. Quelle: Pressebild

Martin Wittig ist neuer Vorstandschef bei Roland Berger.

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DÜSSELORF. "Mein Baby ist erwachsen", so kommentierte Roland Berger (72) am Freitag den Rückzug aus seiner 1967 gegründeten gleichnamigen Unternehmensberatung. Der Namensgeber wird Ehrenvorsitzender, der bisherige CEO, Burkhard Schwenker (52), wechselt auf den Chefsessel des Aufsichtsrates, und neuer Vorstandschef ist Martin Wittig. Er wurde einstimmig von den 180 Partnern gewählt.

Der promovierte Bergbauingenieur Wittig, bislang Finanzchef und Statthalter der Beratung in der Schweiz, gilt als Bergers Ziehsohn, als harter Sanierer und eifriger Netzwerker. Mit seinen 46 Jahren steht er für den Generationswechsel bei Roland Berger. In der sechsköpfigen Geschäftsführung sitzt nun keiner mehr über 50. Schwenker, den die Partner vor sieben Jahren zum Vorsitzenden wählten, will als Aufsichtsratschef weiter strategische Weichen stellen.

Der 52-jährige ist vom Typ her das Gegenstück zum umtriebigen Gründer, der gern und oft in Talkshows zu Gast ist. Kollegen wie Konkurrenten bringen dem unaufgeregten Analytiker hohen Respekt entgegen. "Schwenker gab der Beratung die Solidität und Glaubwürdigkeit, die ihr vorher gefehlt hatte", lobt ein Branchenkenner. "Er hat enorm viel geleistet - auf Kosten seiner Gesundheit."

Die Verdienste des Gründers zieht niemand in Zweifel. Aus dem Ein-Mann-Betrieb baute Roland Berger die einzige europäische Strategieberatung auf, die es weltweit unter die Top 5 schafft. Heute beschäftigt sie rund 2 000 Leute in 25 Ländern. Dennoch: Viele Berater hätten sich gerne schon früher vom mächtigen Übervater gelöst, der seit 2003 als Aufsichtsratschef im Hintergrund die Fäden zieht. Die privaten Tätigkeiten Bergers hatten dem Haus zuletzt mehr geschadet als genutzt. Der "Berater der Republik" verhedderte sich in seinem Kontaktnetz zu den Mächtigen in Politik und Wirtschaft. So saß Berger, 2009 vom Bundeswirtschaftsminister als Koordinator für die Opel-Rettung berufen, zugleich im Board von Kaufinteressent Fiat. Sein Unternehmen wiederum beriet Opel-Mutter General Motors. Der Verdacht des Interessenskonflikts ließ sich nur schwer ausräumen. Der interne Unmut im Hause Berger führte offenbar dazu, dass sich der Aufsichtsratschef nun früher auf den Posten des Ehrenvorsitzenden zurückzieht. Für seine Stiftung für Menschenwürde, die Investmentgesellschaft Berger Lahnstein Middelhoff & Partners, und diverse Aufsichtsräte sitzt er aber weiter fast täglich im Flieger.

Das neue Führungsduo Wittig und Schwenker hat viel zu tun: Der Honorarumsatz schrumpfte 2009 weltweit um acht Prozent auf 616 Mio. Euro. Bis 2011 wollen beide die Beratung frei von Schulden machen. Diese lasten seit dem Rückkauf von der Deutschen Bank vor zwölf Jahren auf dem Geschäft.

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1 Kommentar zu "Neues Führungsduo: Generationswechsel bei Roland Berger"

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  • ein bergbauingenieur als Finanzchef und das in einer Unternehmensberatung ... *totlach*
    das passt zu einer Physikerin als bundeskanzlerin, einer Studentin als Familienministerin und und und ...
    wer Wittig kennt, weiss dass die Art seines Auftritts und seine Fachkompetenz diametral entgegengesetzt sind.
    ganz wie sein großes Vorbild ... die Hälfte muss raus ...

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