Niederlande Ex-Lehman-Banker soll Deutsche Bank voranbringen

Der ehemalige Lehman-Banker Maarten van Berckel tritt am morgigen Mittwoch seinen Job als Leiter des Geschäft der Deutschen Bank in den Niederlanden an. Und das ist seit der Übernahme des niederländischen Instituts ABN Amro eine gewaltige Aufgabe.
  • Hans G. Nagel
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Maarten van Berckel Quelle: Pressebild

Maarten van Berckel

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FRANKFURT. Wenn Maarten van Berckel am morgigen Mittwoch seinen neuen Job antritt, dürfte er die Ironie des Schicksals spüren. Denn der 53-Jährige, der künftig das Geschäft der Deutschen Bank in den Niederlanden leitet, kehrt an einen ihm bekannten Schauplatz zurück. 2007 beriet der damalige Lehman-Banker das niederländische Institut ABN Amro, um dessen Zerschlagung zu verhindern - am Ende ohne Erfolg.

Doch da sich im Zuge der Finanzkrise auch die Angreifer verschluckten, konnte sich die Deutsche Bank gut zwei Jahre später das holländische ABN-Firmenkundengeschäft zum Spottpreis einverleiben. Es macht einen Großteil dessen aus, was van Berckel künftig verantwortet. Für die neue Aufgabe gilt der Vater von vier Kindern als Idealbesetzung. Van Berckel sei bestens verdrahtet bis hoch in Regierungskreise, sagt ein Wegbegleiter. Zugleich habe er umfangreiche Managementerfahrung, die helfe, das ABN-Amro-Geschäft in die Deutsche Bank zu integrieren. "Da gibt es durchaus etwas zu tun, das läuft nicht von alleine", sagt ein ehemaliger Kollege über den Mann aus Utrecht. "Van Berckel ist da genau der Richtige, der kann zupacken."

Tatsächlich geht leicht unter, wie groß die Deutschen in den Niederlanden nach der ABN-Übernahme sind. Für 700 Millionen Euro kauften die Frankfurter Ende 2009 die Hollandsche Bank Unie, 13 Beratungsfilialen und 34 000 neue Kunden. Mittlerweile ist die Deutsche Bank mit rund 1 500 Mitarbeitern Nummer vier im holländischen Firmenkundengeschäft. Mit van Berckel wird es künftig von einem Manager geleitet, der das Finanzgeschäft von der Pike auf gelernt hat.

1982 fängt er bei Shell als Rohstoffhändler an, wechselt später zu Morgan Stanley. Danach folgen Stationen bei der Investmentbank Mees Pierson und der Großbank Fortis. 2000 heuert van Berckel bei Lehman Brothers an und steigt bis zum Chef der Region Benelux auf. Nach dem Kollaps der US-Investmentbank wechselt er zur Deutschen Bank.

Die weist für die Niederlande zwar keine konkreten Geschäftszahlen aus - doch schon jetzt ist klar, dass der Zukauf von ABN Amro ein Erfolg war. Denn der holländische Staat stand beim Verkauf so stark unter Druck der EU, dass er die Bank gut 200 Millionen Euro unter Buchwert abgab. Genau den Betrag verbuchten die Frankfurter kürzlich als Einmalertrag. Für van Berckel heißt das: Künftige Gewinne werden wohl nicht ganz so leicht zu ernten sein.

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