Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Niederlande fürchten Firmenübernahmen „Wir sind die Doofen von Europa“

Erst Unilever und nun Akzo Nobel: Vor allem US-Konzerne wollen niederländische Firmen übernehmen. Nun begehren die Holländer auf – sie fürchten einen Ausverkauf ihres Landes. Der Ruf nach politischem Schutz wird lauter.
Kommentieren
Viele Niederländer haben Angst vor einem Verkauf von heimischen Unternehmen an internationale Konzerne. Quelle: Imago
Proteste von Mitarbeitern

Viele Niederländer haben Angst vor einem Verkauf von heimischen Unternehmen an internationale Konzerne.

(Foto: Imago)

Amsterdam„Aasgeier und Hyänen“ sichtete der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem unlängst in seinem Land. Ausländische Konzerne hätten eine begehrte Beute im Visier: attraktive Unternehmen im eigenen Land. Die Käufer, so warnte Dijsselbloem unlängst, „wollen Betriebe kaputt machen“.

Jüngstes Beispiel für die gefürchteten Übernahmen: der heftige Streit um den Farbenkonzern Akzo Nobel. Das niederländische Unternehmen ist ein verlockendes Ziel für den amerikanischen Konkurrenten PPG, der für Akzo Nobel rund 26,5 Milliarden Euro bietet. Es ist bereits das dritte Angebot der Amerikaner, und diesmal ist es das letzte „freundliche“, so hatte PPG Ende April gedroht. Wenn Akzo Nobel weiter „Nee“ sage, dann folge eine feindliche Übernahme – also gegen den Willen des Managements.

Das sind die größten Lebensmittelhersteller der Welt
Platz 10: Smithfield
1 von 10

Der Konzern ist der weltgrößte Schweinefleischproduzent und -lieferant mit Firmensitz in Virginia. 2013 hat die chinesische Staatsfirma Shuanghui das Unternehmen übernommen.

Quelle: Konzernatlas 2017

(Foto: dpa)
Platz 9: General Mills
2 von 10

Auf dem neunten Platz der umsatzstärksten Unternehmen liegt der US-Lebensmittelkonzern mit Sitz in Golden Valley, Minnesota. In Deutschland bekannt ist unter anderem die Eiskremesorte Häagen-Dazs.

(Foto: Imago)
Platz 8: Danone
3 von 10

Das französische Unternehmen ist der Rivale des schweizerischen Lebensmittelgiganten Nestlé. Der Lebensmittelproduzent ist in Deutschland durch das Joghurtgetränk Actimel oder durch seine bunten Verpackungen von den Fruchtzwergen bekannt. Der Konzern hat am Ende des Jahres 2016 die EU-Genehmigung für die Übernahme des US-Bio-Rivalen Whitewave erhalten.

(Foto: Reuters)
Platz 7: Unilever
4 von 10

Der niederländische Lebensmittel- und Kosmetikriese ist in Großbritannien durch den Brotaufstrich Marmite bekannt. In Deutschland finden sich von dem Unternehmen bekannte Marken wie Becel, Bertolli, Langnese, Lipton oder Knorr. 2016 kaufte der Konzern die US-Ökofirma Seventh Generation auf, um der Nachfrage nach ethischen Produkten in der Haushaltssparte nachzukommen.

(Foto: Reuters)
Platz 6: Kraft Heinz
5 von 10

Auf Platz sechs findet sich das US-amerikanische Unternehmen Kraft Heinz mit Sitz in Pittsburgh, das bei uns besonders durch den Tomaten-Ketchup bekannt ist. Der Konzern ist 2015 aus der Fusion von Kraft Foods und Heinz Company hervorgegangen.

(Foto: dpa)
Platz 5: Mondelez
6 von 10

Der Lebensmittelriese mit Sitz in Deerfield, Illinois, ist Hersteller der in zahlreichen Ländern vertriebenen Schokolade mit in goldgelb verpackten Bergen. 2016 gab es in Großbritannien einen Aufschrei wegen der zackigen Süßigkeit. Der Konzern stellt unter anderem auch so bekannte Marken wie Milka und Oreo her.

(Foto: AP)
Platz 4: Mars
7 von 10

Das familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Virginia nimmt den vierten Platz in der Weltrangliste der Lebensmittelhersteller ein. Es stellt die bekannten Marken Balisto, Bounty, M&M’s, Milky Way oder den gleichnamigen Schokoriegel Mars her. Der Konzern stellt neben Süßigkeiten auch Tiernahrung her.

(Foto: dpa)

Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Ton Büchner, und sein Aufsichtsratschef Antony Burgmans bleiben bisher hart. Akzo prüfe das Angebot eingehend, teilten sie mit. „Aber wir lassen uns nicht hetzen.“

Im Fall Akzo Nobel sehen Kritiker ein Schreckensszenario: Das große Kapital bedroht Tausende von Arbeitsplätzen in den Niederlanden. Soweit ist es zwar noch lange nicht. Aber Politik, Gewerkschaften und Unternehmensführung fürchten schon das Schlimmste.

Akzo Nobel ist mit einem Umsatz von 14,2 Milliarden Euro und 45.000 Arbeitnehmern weltweit kein kleiner Fisch. Und es ist nicht das erste niederländische Unternehmen, das sich gegen eine Übernahme wehren muss. Im März war der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever ins Visier des US-Konzerns Kraft Heinz geraten. Doch der Margarine- und Waschmittelhersteller schlug das Angebot der Amerikaner aus – die geplante Übernahme platzte. Und im vergangenen Jahr konnte die niederländische Post NL den Angriff der belgischen BPost verhindern.

Der Trend zu großen Übernahmen – nicht nur in den Niederlanden – hat viele Gründe. Die Wirtschaftskrise in dem Land ist vorbei. Weil die Zinsen niedrig sind, können Firmen selbst Milliardenkredite für Zukäufe günstig finanzieren. Und europäische Unternehmen werden für US-Konzerne wegen des für sie relativ niedrigen Euro-Kurses zum Dollar zusätzlich attraktiv.

Doch die Fälle Unilever und Akzo Nobel haben die Niederländer alarmiert. Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes VNO-NCW, Hans de Boer, sprach etwa von einer Bedrohung für das Land. „Über diese Konzerne haben wie starke ökonomische und politische Netzwerke weltweit“, sagte de Boer. Wenn Konzerne wie Unilever, Philips oder Akzo Nobel vollständig in ausländische Hände gerieten, würden die Niederlande an Einfluss verlieren.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Am Ende entscheidet der große Sack mit Geld“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Niederlande fürchten Firmenübernahmen - „Wir sind die Doofen von Europa“

0 Kommentare zu "Niederlande fürchten Firmenübernahmen: „Wir sind die Doofen von Europa“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.