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Nike und Under Armour Mark Parker und Kevin Plank: Zwei Rücktritte in der Sportbranche innerhalb kürzester Zeit

Nach einer Reihe von Skandalen hört Nike-Chef Mark Parker auf. Er ist nicht der einzige Topmanager der Branche, der seinen Job aufgibt.
22.10.2019 Update: 23.10.2019 - 16:01 Uhr Kommentieren
Der jüngste Doping-Skandal um das Nike-eigene Trainingscamp „Oregon Project“ war nur der letzte in einer Reihe von Skandalen. Quelle: AFP
Mark Parker

Der jüngste Doping-Skandal um das Nike-eigene Trainingscamp „Oregon Project“ war nur der letzte in einer Reihe von Skandalen.

(Foto: AFP)

New York, München In der Sportbranche geht es rund: Zwei der mächtigsten Männer der Industrie haben am Dienstag kurz nacheinander ihren Abgang verkündet. Zuerst teilte der Chef von Under Armour, Kevin Plank, mit, dass er zum Jahreswechsel aufhören werde. Der Milliardär hat das Label vor 23 Jahren gegründet. Nur wenige Stunden später erklärte der CEO von Nike, Mark Parker, seinen Rücktritt. Der Designer stand 13 Jahre an der Spitze des weltgrößten Turnschuh-Herstellers.

Beide Manager ziehen damit die Konsequenz daraus, dass es in ihren Konzernen schon seit einiger Zeit nicht mehr richtig rund läuft. Die Probleme sind allerdings ganz unterschiedlicher Art.

Nike wurde in den vergangenen Monaten von einigen Skandalen erschüttert. Der schärfste Konkurrent der deutschen Sportmarken Adidas und Puma steht wirtschaftlich zwar glänzend da. Doch in der Öffentlichkeit gab die Firma von der amerikanischen Westküste in jüngster Zeit ein mitunter geradezu jämmerliches Bild ab.

Zuletzt sorgte der Dopingskandal um das Nike-eigene Trainingscamp „Oregon Project“ für negative Schlagzeilen. Der Erfolgscoach Alberto Salazar wurde noch während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Katar gesperrt. Die von Nike gesponserten Athleten sehen sich nun mit Dopingvorwürfen konfrontiert.

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    Im vergangenen Jahr war es vor allem der Umgang mit Frauen, der das Label mit dem berühmten Swoosh-Logo in ein schlechtes Licht rückte. Mehrere Topmanager mussten gehen, nachdem sich Mitarbeiterinnen über sexuelle Belästigung und Benachteiligung beim Gehalt beschwert hatten. Zu den Geschassten gehörte auch Trevor Edwards, dem bis dahin beste Aussichten nachgesagt wurden, einmal die Nachfolge von Parker anzutreten.

    Dieses Jahr wurde dann bekannt, dass Nike Strafen in seine Sponsorenverträge schrieb, sollten Spitzenathletinnen schwanger werden. Nike reagierte zwar sofort und entfernte die entsprechenden Klauseln. Aber Parker blieb. Vergangenes Jahr hatte er noch angekündigt, das Unternehmen auch über das Jahr 2020 hinaus zu führen.

    Nun endet aber die Zeit des 64-Jährigen an der Spitze von Nike. Am 13. Januar 2020 würde er seinen Platz räumen, wie der Konzern am späten Dienstagabend mitteilte. An seine Stelle tritt der bisherige CEO des Cloud-Computer-Spezialisten ServiceNow, John Donahoe. Der Manager war lange Jahre CEO bei Ebay, bevor er zu ServiceNow wechselte, und saß bereits im Verwaltungsrat von Nike.

    Er trete in große Fußstapfen, urteilten am Mittwoch die Analysten von Wedbush. Wichtig für Nike sei vor allem, dass er viel Erfahrung in digitalen Geschäften habe. Denn auf diesem Bereich sei der Konzern führend in der Sportindustrie. Diesen Vorsprung auszubauen sei zentral für Nike.

    Arbeit an der Unternehmenskultur

    Beobachter kritisieren schon seit einiger Zeit die Unternehmenskultur der Sportartikel-Firma. Alice Mann vom Finanzinvestor Blue Wolf Capital spricht von einer wahren „Bro-Culture“ – also einer männlich dominierten, unreifen Unternehmenskultur, wie sie auch bei vielen Start-ups im Silicon Valley vorzufinden ist.

    Umsatz und Gewinne seien zwar immer noch gut. „Aber eine Unternehmenskultur aufzubauen ist ein Ausdauerspiel“, mahnte Mann bereits vor dem Rücktritt Parkers. Unternehmen wie Nike riskierten, dass irgendwann ein größerer Skandal der Marke und dem Image schadet und dann auch die Kunden und die Gewinne ausbleiben.

    Der Einzelhandelsanalyst Kenneth Morris bemerkt, dass die Skandale auch im krassen Gegensatz zur Positionierung der Marke stehen. Schließlich habe sich Nike zuletzt für viele soziale Ideen starkgemacht. Mit den Werbespots mit dem Footballspieler Colin Kaepernick, der bei der Nationalhymne nicht aufstand, um gegen polizeiliche Gewalt gegen Schwarze zu protestieren, zog Nike sogar den Zorn von Donald Trump auf sich.

    Der Chefwechsel bei Under Armour hat ganz andere Gründe. Die Nummer vier der Sportindustrie tut sich seit Jahren schwer, mit den Branchenführern Nike und Adidas mitzuhalten. Selbst Puma, der Rivale um Platz drei der Branche, wächst deutlich schneller und ist profitabler.

    Gründer Kevin Plank hat das Label in den vergangenen zwei Jahren kräftig umgebaut, große Teile des Managements ausgetauscht, Jobs gestrichen und die Abläufe gestrafft. Bis heute ist es ihm aber nicht gelungen, die Marke wieder zum Glänzen zu bringen. Der 47-Jährige übergibt daher den Chefposten nun an den bisher für das Tagesgeschäft zuständigen Patrik Frisk. Den 56-Jährigen hat er selbst vor zwei Jahren vom kanadischen Schuhhändler Aldo abgeworben, zuvor war der erfahrene Manager bei der VF Corp., dem Eigentümer von North Face und Timberland.

    Plank lobte Frisk als außergewöhnlich guten Partner während des „Kapitels der stärksten Umgestaltung“ in Under Armours Geschichte.
    Ganz von der Bildfläche verschwinden werden die lang gedienten Vorstandschefs nicht. Plank bleibt ebenso an der Spitze des Verwaltungsrats wie der Nike-Boss Parker.

    Mehr: Nike hat entschieden: Das prestigeträchtige Trainingscamp „Oregon Project“ wird geschlossen – als Folge der Sperre des Erfolgstrainers Alberto Salazar.

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