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Nissan US-Behörden: Ghosn hat mutmaßlichen Fluchthelfern fast 900.000 Dollar gezahlt

Um einem Prozess wegen Steuerhinterziehung zu entgehen, setzte sich der Ex-Nissan-Chef in den Libanon ab. Nun stehen die Fluchthelfer im Fokus der Ermittler.
08.07.2020 - 06:44 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Nissan-Chef floh Ende Dezember 2019 von Japan in den Libanon. Quelle: Reuters
Carlos Ghosn

Der ehemalige Nissan-Chef floh Ende Dezember 2019 von Japan in den Libanon.

(Foto: Reuters)

New York Die Beweise gegen zwei mutmaßliche Helfer im Fall der spektakulären Flucht des Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn aus Japan verdichten sich. Wenige Wochen vor seinem Absetzen in den Libanon habe Ghosn fast 900.000 Dollar an die Firma einer der mutmaßlichen Fluchthelfer überwiesen, teilte die US-Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Die Staatsanwälte reichten bei Gericht zwei entsprechende Belege über Transaktionen im Oktober in Höhe von 540.000 Dollar und 322.500 Dollar von einer Bank in Paris zu der Firma Promote Fox ein. Das Unternehmen ist auf Peter Taylor und seinen Bruder eingetragen.

Peter Taylor und sein Vater Michael werden im Zusammenhang mit Ghosns Flucht der Beihilfe beschuldigt und beantragten eine Freilassung aus der Untersuchungshaft auf Kaution. „Es besteht kein Fluchtrisiko und es gibt zweifellos Voraussetzungen, unter denen sie freigelassen werden können“, sagten die Anwälte der Taylors mit Verweis auf steigende Coronavirus-Fälle in dem US-Gefängnis.

Das Vater-Sohn-Gespann fürchtet auch eine Auslieferung an Japan. Die Staatanwaltschaft argumentiert dagegen, dass durch die Zahlung Ghosns ausreichend Finanzmittel vorliegen würden, die durchaus ein Absetzen ins Ausland ermöglichen könnten.

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    Die US-Behörden verhafteten die Taylors im Mai auf einen Haftbefehl Japans, weil diese Ghosn angeblich bei seiner Flucht am 29. Dezember vergangenen Jahres in den Libanon geholfen hätten. Ghosn wollte einem Prozess wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung beim japanischen Renault-Partner Nissan entgehen. Der Libanon hat kein Auslieferungsabkommen mit Japan.

    Mehr: Zwei Amerikaner sollen dem früheren Manager zur Flucht aus Japan verholfen haben. Ihre Anwälte sehen für eine Auslieferung keine rechtliche Grundlage.

    • rtr
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