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Offerte von Comcast Sky will milliardenschweres Übernahmeangebot annehmen – Aktie auf 18-Jahres-Hoch

Mit der Fusion mit Sky wird Comcast zum dominanten Pay-TV-Anbieter in Europa. Chef Brian Roberts erfüllt sich damit einen langjährigen Traum.
Update: 24.09.2018 - 14:56 Uhr Kommentieren
Der Comcast-CEO arbeitete zwei Jahre an der Übernahme von Sky. Quelle: Reuters
Brian Roberts

Der Comcast-CEO arbeitete zwei Jahre an der Übernahme von Sky.

(Foto: Reuters)

New YorkComcast-Chef Brian Roberts hat es geschafft. Knapp zwei Jahre dauerte der Übernahmekampf um den britischen Medienkonzern Sky. Nun will dieser das Übernahmeangebot in Höhe von 33 Milliarden Euro annehmen, wie der Sender an diesem Montag mitteilte. Da das Angebot sehr hoch sei, liege es im Interesse aller Aktionäre, dieses anzunehmen. Daher empfehle Sky den Anteilseignern, für die Offerte zu stimmen. Die Aktie stieg daraufhin vorbörslich um fast acht Prozent und nahm das Plus mit in den Handel. Zuletzt kostete das Sky-Papier vor 18 Jahren etwa 18 Pfund, umgerechnet 20 Euro.

Einen ersten Erfolg erzielte Roberts bereits am Samstag. In einem Auktionsverfahren der britischen Regulierungsbehörde überbot er am Ende den Kontrahenten, 21st Century Fox, deutlich. Rund 29,5 Milliarden Pfund (33 Milliarden Euro) war das Gebot von Comcast schwer oder 17,28 Pfund je Sky-Aktie, das letzte Gebot von Fox lag dagegen nur bei 15,67 Pfund.

Roberts war für den großen Showdown persönlich vor Ort, um sich in einer Kommandozentrale in einem Londoner Hotel eng mit seinem Finanzchef abzustimmen. Natürlich wollte der Comcast-Chef nicht zu viel bezahlen. Doch er wollte auch nicht schon wieder leer ausgehen. Sky war nicht seine erste Wahl. Eigentlich wollte Roberts lieber 21st Century Fox übernehmen, wurde dabei jedoch von Disney überboten.

Doch Roberts ist keiner, der sich von Rückschlägen entmutigen lässt. Es ist nicht das erste Mal, dass seine Übernahmepläne scheitern. 2004 bereits wollte er Disney übernehmen, elf Jahre später Time Warner Cable. Beides ging schief.

Dennoch arbeitete der Comcast-Chef zielstrebig weiter an seiner Vision: den Kabelanbieter immer stärker zu einem Produzenten von Inhalten zu machen und damit zu einem der großem Medienkonzerne Amerikas.

Ende 2009 kaufte er NBC Universal vom Mischkonzern General Electric und übernahm damit die Kontrolle von Sendern wie NBC und dem Börsensender CNBC, die Universal Filmstudios und Freizeitparks. Heute ist Comcast der größte Kabelnetzbetreiber und zweitgrößte Internetanbieter des Landes.

Mit der Übernahme von Sky will Roberts nun seine Präsenz in Europa ausbauen. Skys 22,5 Millionen Kunden sind vor allem in Großbritannien, Irland, Österreich, Italien und Deutschland. Damit kann Comcast seinen Kundenstamm nahezu verdoppeln.

Comcast ist sein Lebenswerk

Größe ist ein wichtiger Faktor für die alteingesessenen Medienkonzerne. Seit Jahren müssen sie zusehen, wie Netflix, Amazon Prime Video und andere Streaming Dienste ihnen im großen Stil Kunden abnehmen. Nur wer die Kosten fürs Produzieren und die Distribution auf genügend Kunden verteilen kann, wird bestehen und Roberts will unbedingt zu den Gewinnern gehören. Comcast ist schließlich sein Lebenswerk.

Roberts’ Vater war 1963 einer der drei Mitgründer des Unternehmens. Seit dem er 13 Jahre alt war, arbeitete er für das Unternehmen. Zunächst half er beim Erstellen von Rabatt-Heftchen, die in den 70er-Jahren an die Kunden verschickt wurden und verdiente 25 Cent pro Stunde.

Später begleitete er seinen Vater nach der Schule zu wichtigen Meetings mit Bankern und Anwälten. Schon im Alter von 31 wurde er zu einem wichtigen Stellvertreter seines Vaters befördert, seit 2002 steht er selbst an der Spitze des Konzerns aus Philadelphia und hält ein Drittel der Stimmrechte.

Sein langer Atem und seine Hartnäckigkeit zeichnen ihn aus. „Brian gibt nie auf. Wir haben schon an vielen Deals zusammen gearbeitet und er ist hartnäckiger als alle anderen“, sagte Steven Burke, der Chef von der Mediensparte NBC Universal über Roberts.

Am liebsten arbeitet der Comcast-Chef im Hintergrund. Der Vater von drei Kindern gehört nicht zu den schillernden Figuren der Medien-Szene. Er ist bodenständig, meidet öffentliche Konflikte. Statt einen harten Konfrontationskurs mit Netflix zu fahren, entschied er sich schon früh zu einer Kooperation. Und dennoch weiß er, dass der Kampf gegen die Streaming-Dienste noch lange weiter gehen wird. Für Comcast wird es nicht die letzte Übernahme gewesen sein.

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