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Offshore-Gebiete Putin-Vertrauter zieht als erster Oligarch in Russlands neue Steueroase

Die US-Sanktionen treffen Oligarchen wie Oleg Deripaska. Dieser greift nun nach dem Rettungsanker des Kreml. Andere Milliardäre dürften ihm bald folgen.
Update: 17.08.2018 - 11:30 Uhr 1 Kommentar
Der Oligarch verhandelt derzeit über den Aufschub und die Aussetzung der gegen ihn erhobenen Sanktionen. Quelle: Bloomberg
Oleg Deripaska

Der Oligarch verhandelt derzeit über den Aufschub und die Aussetzung der gegen ihn erhobenen Sanktionen.

(Foto: Bloomberg)

Moskau Die neu geschaffenen russischen Steueroasen bekommen bald einen ersten prominenten Bewohner. Die Investmentgesellschaft En+ des Oligarchen und Putin-Vertrauten Oleg Deripaska hat prinzipiell den Umzug ihrer zyprischen Tochtergesellschaft abgesegnet. Trotz des Adresswechsels blieben Rechtsform und Organisationsstruktur des Unternehmens unberührt.

„Die Gruppe unterstützt als eine der ersten die progressive russische Gesetzgebung, die uns die Optimierung der Eigentumsstruktur ermöglicht, und will eine der ersten russischen Großkonzerne werden, der die Vorteile der neuen 'Speziellen Administrativen Kreise' nutzt, nachdem deren Rechtsgrundlagen verankert sind“, sagte Chairman Gregory Barker am Donnerstag.

Auch der von En+ kontrollierte Aluminiumriese Rusal kündigte am Freitag an, einen solchen Schritt zu prüfen. Allerdings müssten Börsenbetreiber, Gläubiger und Aktionäre dem Schritt noch zustimmen.

Die beiden Steueroasen wurden vom Kreml speziell für diese Klientel geschaffen. Die Regierung reagierte so auf die US-Sanktionen gegen Deripaska und dessen Milliardärskollegen Viktor Wekselberg.

Die Duma hatte das Paket kurz vor dem Ende ihrer Frühjahrssitzungsperiode verabschiedet. Darin ist die Schaffung von zwei Steueroasen vorgesehen. Eine befindet sich auf der Insel Russki innerhalb des Stadtgebiets des Pazifikhafens Wladiwostok, die andere auf der Oktober-Insel in der Stadt Kaliningrad unmittelbar neben einem der zwölf WM-Stadien.

Die Initiative sieht für Firmen, die in den sogenannten „Speziellen Administrativen Kreise“ (SAK) registriert sind, massive Steuererleichterungen vor. So werden Gewinne, die die Unternehmen als Dividenden bekommen, mit null Prozent versteuert.

Allerdings gelten die Vorteile tatsächlich nur für einen erlesenen Kreis: So müssen Bewerber zuvor im Ausland registriert gewesen sein und mindestens 50 Millionen Rubel (knapp 700.000 Euro) innerhalb eines Halbjahrs dort investieren. Das soll verhindern, dass andere russische Unternehmen auf diese Weise Steuern sparen. Banken und Finanzdienstleister dürfen sich ebenfalls nicht ansiedeln, dagegen hatte die Zentralbank ihr Veto eingelegt.

Auch auf den Zuzug tatsächlich international tätiger Firmen rechnet die russische Regierung mit diesem neuen Gesetzespaket nicht. Denn die erst geplanten Erleichterungen bei Arbeitsgenehmigungen für ausländische Arbeitnehmer wurden schnell wieder zurückgezogen.

Für Deripaska hingegen ist die neu eingerichtete Sonderzone brandaktuell. Der Oligarch verhandelt derzeit über den Aufschub und die Aussetzung der gegen ihn erhobenen Sanktionen. Als möglicher Deal mit dem US-Finanzministerium gilt die Aufgabe der Kontrolle bei einer Reihe von Unternehmen. Neben En+ betrifft das speziell den Aluminiumproduzenten Rusal und den Automobilbauer Gaz, mit dem auch VW in Russland kooperiert.

Der Ausgang der Verhandlungen ist noch ungewiss. Insofern ist die Möglichkeit eines geordneten Rückzugs für den Milliardär bequem, auch wenn damit längst nicht alle Probleme – wie ein mögliches Exportverbot für das von Rusal produzierte Aluminium – gelöst werden können.

Deripaska dürfte aber auch nicht lang allein in der Steueroase bleiben. Der Konflikt zwischen den USA und Russland dauert weiter an. Der US-Kongress hat erst in der vergangenen Woche neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Damit wird auch die Zukunft vieler russischer Oligarchen, die ihr Kapital bisher gern in westlichen Steueroasen – von Zypern über die Kanalinseln bis hin nach Panama – versteckt haben, immer ungewisser. Eine Reihe von ihnen wird daher das Angebot des Kremls auf eine Kapitalamnestie nutzen und ihr Vermögen zu diesen Sonderkonditionen repatriieren.

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1 Kommentar zu "Offshore-Gebiete: Putin-Vertrauter zieht als erster Oligarch in Russlands neue Steueroase"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Guter Schachzug - die Russen waren schon immer gut im Schach. Weiss die Mehrheit der
    Leser eigentlich, dass es in den USA eine Reihe von Steueroasen gibt, und Leute, die
    Transfer in diese Oasen aktiv verkaufen? Allerdings koennen bei Sanktionen die dort
    gelagerten Vermoegenswerte natuerlich eingefroren werden.

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