Olivier Van den Bossche geht Chefwechsel bei Kaufhof

Neuer Chef für Galeria Kaufhof: Bereits zum Monatsende wird Olivier Van den Bossche durch Wolfgang Link abgelöst. Die traditionsreiche Warenhauskette hatte zuletzt hohe Verluste eingefahren.
Update: 06.04.2017 - 17:43 Uhr Kommentieren
Der Kaufhof-Chef verlässt den Konzern zum Monatsende. Quelle: picture alliance/dpa
Olivier Van den Bossche

Der Kaufhof-Chef verlässt den Konzern zum Monatsende.

(Foto: picture alliance/dpa)

DüsseldorfZumindest eine gute Nachricht gibt es für die verunsicherte Belegschaft von Galeria Kaufhof: Ihr neuer Chef spricht deutsch und kennt den deutschen Markt aus langjähriger Erfahrung. Der 50-jährige Wolfgang Link ist nicht nur Deutscher, er war bis Januar 2017 Europachef des Spielwarenhändlers Toys-R-Us.

Den Kontakt zu Link hat Jerry Storch, der Vorstandschef der Kaufhof-Mutter HBC geknüpft. Storch kennt Link noch aus seiner Zeit als Vorstandschef von Tys-R-Us. „Ich kenne ihn seit Jahren, er ist ein Manager mit vielen neuen Ideen“, so Storch. Link habe ungewöhnliche strategische Fähigkeiten.

Link löst Olivier Van den Bossche ab, der nicht nur Kaufhof-Chef, sondern auch Europachef von HBC gewesen war. Van den Bossche hatte die Konsequenz gezogen aus einem lange schwelenden Führungsstreit mit dem von HBC entsandten Kaufhof-Aufsichtsratschef Don Watros. So hatte sich Van den Bossche vergeblich gewehrt gegen die Ausweitung der Rabattaktionen.

Galeria Kaufhof hatte im vergangenen Jahr nicht nur Umsatz verloren, die Warenhauskette hatte das Geschäftsjahr auch mit roten Zahlen abgeschlossen. Storch betonte jedoch, der Abgang von Van den Bossche habe nichts mit den Geschäftszahlen zu tun. Er habe hervorragende Arbeit geleistet. Man respektiere seine Entscheidung.

Tatsächlich aber sollte Link wohl Van den Bossche als neuer Europachef vor die Nase gesetzt werden. Das konnte der ehrgeizige Manager, der vor seiner Beförderung an die Kaufhof-Spitze erfolgreich die belgische Tochter Galeria Inno geleitet hatte, nicht akzeptieren.

Wo die Deutschen shoppen gehen
Platz 25: Karmarschstraße (Hannover)
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Ob Hamburg, Berlin oder München – viele deutsche Großstädte sind vor allem für ihre Einkaufsmeilen bekannt. Das Immobilienberatungsunternehmen JLL hat 170 Einkaufsstraßen in Deutschland untersucht und nach der Anzahl der Besucher gerankt. Auf Platz 25 landet dabei die Karmarschstraße in Hannover, die im laufenden Jahr von durchschnittlich 6225 Passanten pro Stunde durchquert wurde. Ein leichter Rückgang: 2015 waren es noch 7570.

Platz 24: Ludgeristraße (Münster)
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Etwas mehr waren es in der Ludgeristraße in Münster – nämlich 6525. Die Straße ist nach dem friesischen Missionar Liudger benannt, der als Gründer der Stadt Münster angesehen wird. Damit hat sich die Meile nur sehr leicht verschlechtert: Ein Jahr zuvor lag die Besucherzahl bei 6600 pro Stunde.

Platz 23: Bahnhofstraße (Saarbrücken)
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Mit einer Einwohnerzahl von rund 180.000 gehört Saarbrücken zu den kleineren Städten im Ranking. Trotzdem zieht es viele Besucher dorthin: im Schnitt etwa 6580 pro Stunde – und damit deutlich mehr als noch 2015, als es nur 5783 waren.

Platz 22: Bahnhofstraße (Gelsenkirchen)
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Am frühen Morgen wirkt die Gelsenkirchener Bahnhofstraße noch leer, doch im Laufe das Tages dürfte sich das ändern. Denn die JLL hat 2016 durchschnittlich 6795 Besucher pro Stunde gemessen. Eine deutliche Steigerung: Im Jahr zuvor waren es nur 4890.

Platz 21: Prager Straße (Dresden)
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Trotz Großbaustelle: Die Prager Straße in Dresden, wo das „Prager Carrée“ entstehen soll, gehört zu den beliebtesten Einkaufsmeilen des Landes. Das sehen wohl auch die 7120 Besucher so, die die Straße pro Stunde durchqueren – rund 1000 Personen mehr als noch im vergangenen Jahr.

Platz 20: Tauentzienstraße (Berlin)
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Ein Shopping-Trip nach Berlin führt auf jeden Fall durch die Tauentzienstraße, wo 2016 durchschnittlich 7205 Passanten pro Stunde verkehrten. Doch es werden weniger: Im Zehn-Jahres-Durchschnitt waren es 8337 Passanten pro Stunde – und damit mehr als 1000 Personen mehr.

Platz 19: Weinstraße (München)
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München gehört insgesamt zu den beliebtesten Einkaufsstädten in Deutschland. Im Ranking der JLL finden sich gleich mehrere Straßen in der bayerischen Landeshauptstadt unter den Top 25. Darunter: die Weinstraße, die neben dem historischen Rathaus verläuft. Im Schnitt kamen hier 2016 pro Stunde 7210 Besucher durch – etwas weniger als im Vorjahr (7663).

Den neuen Europachef von HBC erwarten zahlreiche Baustellen. So muss er nicht nur das Geschäft in Deutschland wieder in die Erfolgsspur bringen. Zugleich muss er in den Niederlanden eine Warenhauskette unter dem Namen Hudson’s Bay komplett neu aufbauen. Außerdem startet HBC in diesem Jahr auch mit seiner Outlet-Kette Saks Off 5th in Europa. Für Deutschland sind in diesem Jahr fünf Läden geplant. Flagship der Kette wird die ehemalige Kaufhof-Filiale Carsch-Haus in Düsseldorf, die gerade zu einem Saks Off 5th umgebaut wird.

Hudson's Bay, im Jahr 1670 gegründet und damit das älteste Unternehmen Nordamerikas, hatte Kaufhof 2015 vom Metro-Konzern übernommen.

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