Onlinehändler schafft neuen Posten Ex-Goldman-Banker wird Alibaba-Präsident

Vor knapp einem Jahr ging Alibaba an die Börse. Seitdem sitzt Michael Evans, ehemaliger Manager der Investmentbank Goldman Sachs, im Verwaltungsrat des Onlinehändlers. Nun erhält er bei den Chinesen einen neuen Posten.
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Der im Westen weitgehend unbekannte Onlinehändler Alibaba wird oft als die chinesische Version von Amazon und Ebay beschrieben, weil er Funktionen beider Anbieter vereint. Quelle: ap
Alibaba-Chef Jack Ma

Der im Westen weitgehend unbekannte Onlinehändler Alibaba wird oft als die chinesische Version von Amazon und Ebay beschrieben, weil er Funktionen beider Anbieter vereint.

(Foto: ap)

PekingEin ehemaliger Manager der US-Investmentbank Goldman Sachs, der Kanadier Michael Evans, bekommt beim chinesischen Internetkonzern Alibaba einen neuen, wichtigen Posten. Evans werde den neu geschaffenen Job des „Präsidenten“ wahrnehmen, teilte Alibaba am Dienstag mit. Als solcher sei Evans zuständig für die internationale Entwicklung von Alibaba.

Der chinesische Onlinehändler war vor knapp einem Jahr an die Börse gegangen, und zwar in den USA. Seitdem sitzt Evans im Verwaltungsrat von Alibaba. Der im Westen weitgehend unbekannte Onlinehändler wird oft als die chinesische Version von Amazon und Ebay beschrieben, weil er Funktionen beider Anbieter vereint. Der Konzern betreibt unter anderem die beliebteste chinesische Plattform für Onlinehandel, Taobao.

Was Alibaba alles macht
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Wenn es um die Könige des Onlinehandels geht, dann reden viele über US-Konzerne wie Amazon und Ebay. Es gibt aber einen Akteur aus China, der mit zwei seiner Portale im Jahr 2012 sogar mehr verkaufte als die beiden amerikanischen Konkurrenten: Alibaba. Der „Economist“ bezifferte den Wert der vertriebenen Produkte auf 170 Milliarden Dollar – mehr als die US-Riesen zusammen erwirtschafteten. Das dürfte auch daran liegen, dass Alibaba sich nicht nur auf den Onlinehandel beschränkt. Handelsblatt Online hat zusammengetragen, welche Geschäftsmodelle sich hinter dem Namen verbergen.

Börsengang Alibaba
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Alibaba

Der bekannteste Geschäftsbereich des Konzerns: die gleichnamige Handelsplattform Alibaba. Anders als Amazon, das mit der Plattform gerne verglichen wird, richtet sich Alibaba nicht direkt an die Kunden, sondern ist eine Plattform für Geschäftspartner, ein sogenannter B2B-Handel. Auf der Webseite können Unternehmen ihre Gebote für das Produkt einer anderen Firma abgeben – etwa Büro- oder IT-Materialien.

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Taobao

Die Online-Plattform erinnert schon eher an ein bekanntes Geschäftsmodell: Taobao ist eine Auktionsplattform, gewissermaßen das chinesische Ebay. Besonders beliebt ist die App für das Smartphone. Nach Angaben des chinesischen Marktforschungsinstituts iResearch ist die mobile Version die beliebteste „Mobil-Kommerz-App“ im Reich der Mitte und zählt monatlich die meisten aktiven Nutzer. Auf der Plattform kann jeder seine eigenen Sachen einstellen und verkaufen oder auf angebotene Produkte bieten.

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Tmall

Die Shoppingseite erinnert an eine Art hochwertiges Amazon. Tmall, ehemals Taobao Mall, hat sich darauf spezialisiert, Markenprodukte anzubieten. Dort können Modeketten wie Uniqlo, Adidas und New Balance ihre Produkte an den Kunden bringen. Auch IT-Spezialisten wie Dell, Samsung oder Nokia zählen zu den Anbietern. Gemessen am Bruttowert der Waren, war Tmall im Jahr 2013 die größte Handelsplattform in China.

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1688

Eine der ältesten Alibaba-Webseiten entstand bereits 1999. Das Onlineportal 1688 hat den Großhandel ins digitale Zeitalter verfrachtet. Die Webseite bietet chinesischen Händlern direkten Kontakt und soll dabei helfen, heimische Marken auf die Portale von Alibaba zu holen.

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Aliexpress

Ein Outlet im Internet – so lässt sich wohl am besten das Angebot von Aliexpress beschreiben. Das Onlineportal stellt den Kontakt zwischen Konsumenten und Großhändlern sowie Produzenten in China her. Bisher fokussiert sich das Unternehmen auf die Märkte in Russland, Brasilien und den USA. Doch auch in Europa kann man bereits über die chinesische Plattform bestellen.

File picture shows Jack Ma, chairman of China's largest e-commerce firm Alibaba Group, at an event on outskirts of Hangzhou
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Alipay

Alibaba-Gründer Jack Ma (Bild) ist aber nicht nur im Onlinehandel aktiv, sondern hat auch eine Onlinebezahlmethode entwickelt. Weil in China Kreditkarten nicht so verbreitet sind wie in der westlichen Welt, hat Ma ein System erschaffen, mit dem die Kunden die Waren seiner Onlineanbieter auch direkt über Alipay begleichen. Das Unternehmen kooperiert mit den großen chinesischen Banken sowie Visa und Mastercard. Um den Kunden die Sorge zu nehmen, dass ihre Waren trotz Bezahlens nicht ankommen, bietet Alipay die Möglichkeit, das Geld zurückzuhalten, bis der Kunde den Erhalt der Ware bestätigt hat. Mit dieser Methode hat sich Alipay zu einem Giganten unter den Bezahldiensten entwickelt – und die Onlinetransaktionen seit 2008 auf einen Wert von 660 Milliarden US-Dollar getrieben, wie die Credit Suisse berichtet. Zuvor sei der Onlinemarkt für Bezahldienste fast nicht existent gewesen.

Der Kurs der Alibaba-Aktie an der Wall Street ist in letzter Zeit aber gesunken; die Investoren zweifeln an der Zukunftsstrategie. In China sieht sich Alibaba wachsender Konkurrenz gegenüber. Der 58-jährige Evans soll nun „enge Partnerschaften mit Marken und wichtigen Händlern in Europa, Asien und Amerika knüpfen“, wie Alibaba am Dienstag mitteilte. Sie sollen so einen „raschen und effizienten Zugang zum wichtigen chinesischen Markt bekommen“. Evans hatte rund 20 Jahre für Goldman Sachs in Asien gearbeitet.

  • afp
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