Paul Achleitner Ein Chefkontrolleur und Idealist

Der neue Aufsichtsratschef der Deutschen Bank will die Libor-Affäre lückenlos aufklären. Dabei steht auch die Unternehmenskultur auf dem Prüfstand. Sein lange gehegtes Ideal: Die perfekte Langeweile.
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Paul Achleitner: Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank will die Libor-Affäre um jeden Preis aufklären. Quelle: Pressebild

Paul Achleitner: Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank will die Libor-Affäre um jeden Preis aufklären.

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FrankfurtPaul Achleitner hat als Finanzvorstand der Allianz ein Motto ausgegeben, das er auch als Chefkontrolleur der Deutschen Bank verfolgt: "Boring is the new sexy." Frei übersetzt, bedeutet das: "Langweilig ist neuerdings sehr attraktiv." Mit dieser Maxime und seiner umsichtigen Art hat der 55-Jährige dazu beigetragen, dass die Allianz die Krisen an den Finanzmärkten gut überstanden hat. Sein Wechsel auf den Chefsessel im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sollte dafür sorgen, dass auch Deutschlands größtes Geldinstituts langweiliger im positiven Sinne wird - und keine negativen Schlagzeilen mehr produziert.

Von diesem Ideal ist die Bank aber noch weit entfernt: Achleitner muss reagieren und macht Druck, damit die Affäre um die Zinsmanipulationen schnell aufgeklärt wird, in der die Deutsche Bank neben anderen Geldhäusern wie Barclays und UBS verwickelt ist.

Der Zinsskandal ist für die Deutsche Bank in mehrerer Hinsicht brisant. Inzwischen legt sich hier David mit Goliath an: Der Frankfurter Privatbankier Friedrich von Metzler (69) verklagt die mächtige Deutsche Bank wegen des Libor-Skandals im Rahmen einer Sammelklage. Ein Schritt, der für Aufsehen sorgte, handelt es sich bei von Metzler doch um die graue Eminenz am Finanzplatz Frankfurt. Ein Mann, der der Deutschen Bank sehr gewogen ist und im Aufsichtsrat ihrer Fondstochter DWS sitzt. Und das ist erst der Anfang. Weitere Kläger dürften folgen.

Noch dringlicher ist es allerdings, die Rolle von Anshu Jain (49) zu klären, dem neuen Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, den die Vergangenheit eingeholt hat. Zwar haben sich die kriminellen Machenschaften in den Jahren 2005 bis 2007 fünf Hierarchieebenen unter ihm abgespielt, als der gebürtige Inder mit dem britischen Pass Chef der Investmentbank der Deutschen Bank in London war.

Doch es muss jeder Zweifel ausgeräumt werden, dass Jain und sein Führungsteam doch früher informiert waren über das dubiose Treiben. Achleitner treibt persönlich die Aufklärung voran. Er will es jetzt genau wissen: Wer wusste was wann? Mittlerweile prüfen mehr als 100 Mitarbeiter der Bank Millionen von E-Mails, checken Hunderte von Telefonaten. Bislang habe es keinerlei Anhaltspunkte gegeben, dass Jain oder einer aus der Führungsetage in den Skandal verwickelt sei, ist aus dem Aufsichtsrat zu hören.

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1 Kommentar zu "Paul Achleitner: Ein Chefkontrolleur und Idealist"

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  • soso, er will das aufklären??


    -- keiner will die Mauer
    -- unsere Renten sind sicher
    -- so lange ich lebe, werden wir nicht für die Schulden anderer bezahlen

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