Petr Bradatsch Immoscout-Gründer ist nach sechs Jahren auf See mit neuer Firma zurück

Petr Bradatsch war Miterfinder des größten deutschen Immobilienportals. Nach einer Auszeit ist er zurück mit neuen Ideen. „Disruptiv“ will er aber nicht sein.
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Er und seine Mitstreiter verkauften das Portal 2007 an die Telekom. Quelle: Immobilienscout
Petr Bradatsch

Er und seine Mitstreiter verkauften das Portal 2007 an die Telekom.

(Foto: Immobilienscout)

DüsseldorfPetr Bradatsch ist zurück. Den Namen kennen die wenigsten. Denn als Bradatsch 1997 mit Freunden Immobilienscout24 gründete, wurden Gründer noch nicht in TV-Shows herumgereicht. Immoscout war ein sogenanntes Prop-Tech (Immobilien-Start-up), aber den Begriff benutzte damals noch keiner.

Nachdem Bradatsch und seine Mitstreiter das Suchportal für Mieter und Vermieter, Käufer und Verkäufer von Immobilien 2007 an die Deutsche Telekom verkauft hatten, war er ein gemachter Mann. Bradatsch ging segeln – sechs Jahre lang über die Weltmeere.

Nun ist er zurück mit seiner neuen Firma, dem Start-up: 21st Real Estate. Sein Anspruch ist es, den Kauf von Immobilien von der Bewertung an zu digitalisieren. Wer bewerten will, braucht Daten. Er kauft Miet- und Preisdaten zum Immobilienmarkt, sozioökonomische Daten und viele andere relevante Informationen.

Seine Computer zeigen bei Bedarf hochwassergefährdete Gebiete genauso die Geldautomaten-Dichte. Das riesige Datenvolumen wird über künstliche Intelligenz so verknüpft, dass Angebotspreise plus Preisprognosen für Objekte außergewöhnlich detailliert auf dem Bildschirm erscheinen.

Gegründet hat Bradatsch 21st Real Estate bereits vor zwei Jahren. Doch jetzt steht ihm der Durchbruch bevor. Gerade hat sich BerlinHyp an dem 30 Personen starken Unternehmen beteiligt. Der Immobilienfinanzierer will die Ergebnisse bei der Beleihungswertermittlung einsetzen. Bisher entspreche keines der Bewertungstools im Markt den Anforderungen der Bankenbranche, begründet Berlin-Hyp-Chef Sascha Klaus den Einstieg bei 21st.

Müssen jetzt Gutachter und Makler um ihre Arbeitsplätze fürchten? „Nein“, versichert Bradatsch. Anders als die vielen jungen Fin- und Prop-Tech-Unternehmer will der 60-Jährige nicht „disruptiv“ sein. Klug genutzt könnten seine Auswertungen Makler erfolgreicher machen.

In vier Jahren will er profitabel sein. „Wenn die Gewinnschwelle erreicht ist, gehe ich wieder segeln“, kündigt er an.

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