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Pierre Dimitri Gore-Coty Uber Eats: Ein Franzose führt die Wachstumssparte

Pierre Dimitri Gore-Coty ist der einzige Europäer im Top-Management der Fahrdienst-Plattform. Seine Sparte gilt als Zukunftshoffnung des Unternehmens.
03.06.2020 - 14:10 Uhr Kommentieren
Der Franzose ist seit 2012 bei Uber. Quelle: Bloomberg
Pierre-Dimitri Gore-Coty

Der Franzose ist seit 2012 bei Uber.

(Foto: Bloomberg)

San Francisco Pierre Dimitri Gore-Coty hat keine Angst, das Gespenst des alten Uber zu erwecken. „Ich bin ein Mensch, der Konkurrenz liebt“, sagt der Chef von Ubers Essensliefersparte Eats gleich in seinem Eingangsstatement bei einer Konferenz des Vermögensverwalters Bernstein. Dort machte der im Februar berufene Gore-Coty erstmals den Investoren seine Aufwartung.

Das verbinde ihn mit dem Unternehmen, für das er arbeitet. Uber habe es in den Genen, „Grenzen zu überschreiten und große, mutige Wetten abzuschließen“, sagt der Franzose in seine Laptop-Kamera zu den Investmentbankern. Das klingt schon sehr nach dem Wachstum-um-jeden-Preis-Start-up, das Uber unter seinem Gründer und Ex-Chef Travis Kalanick war.

Und das Gore-Coty auch noch erlebt hat. 2012 kam der ehemalige Goldman-Sachs-Banker und Hedgefonds-Gründer zu Uber, als Landesmanager für Frankreich – ein symbolischer Posten: Kalanick und sein Mitgründer Garrett Camp hatten die Idee für Uber laut Firmenlegende, als sie während der Tech-Konferenz Le Web in Paris 2008 kein Taxi fanden.

„Wir hatten damals ungefähr 1000 Fahrten pro Tag weltweit“, sagt Gore-Coty über die Zeit, als er zu Uber kam. Während Uber unter Kalanick zum wertvollsten Start-up der Welt heranwuchs, stieg der Franzose Gore-Coty in der Organisation auf. Erst war er für die Expansion in Europa verantwortlich, dann weltweit und zuletzt für das gesamte Taxi-Geschäft außerhalb Nordamerikas.

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    Nun führt er Ubers Business-Catering-Geschäft Uber Eats und das kürzlich übernommene lateinamerikanische Start-up Cornershop, das Lebensmittel ausliefert und eben in Miami in der ersten US-Stadt gestartet ist.

    In nur vier Jahren habe Uber Eats eine Plattform aufgebaut, über die Essen im Wert von 25 Milliarden Dollar verkauft wird, sagt Gore-Coty. 819 Millionen Dollar Umsatz blieben davon im ersten Quartal 2020 bei Uber Eats als Umsatz hängen, rund ein Drittel von Ubers 2009 gestartetem Kerngeschäft.

    80 Prozent mehr Buchungen im April

    Während dieses aber in der Coronakrise eingebrochen ist, floriert das Liefergeschäft mit Pizzen, Burger und Asia-Nudeln – schließlich sitzen Menschen auf allen Kontinenten zuhause und können nicht essen gehen.

    Im Vergleich zum Vorjahr sind Uber Eats' Buchungen im April um 80 Prozent gestiegen, im Mai sogar noch stärker. Langfristig sieht Uber-Chef Dara Khosrowshahi den Transport von Essen und Lebensmitteln als ebenso großes Geschäft für Uber wie den von Personen. Und Gore-Coty soll es dorthin führen.

    Zunächst aber muss es effizienter und günstiger werden. 313 Millionen Dollar Verlust fuhr Uber Eats im ersten Quartal 2020 ein, während das Taxi-Geschäft bereits mehr als eine halbe Milliarde Dollar Profit macht.

    „In den nächsten zwei Jahren wird der Personentransport noch der Profitbringer sein“, sagt Khosrowshahi. In dieser Zeit muss Uber Eats seine Verluste zurückfahren, schließlich will Uber ab 2021 Ebitda-profitabel werden – und irgendwann sogar wirklich profitabel.

    Im Gespräch mit den Investoren führt Gore-Coty aus, wie das gelingen soll. Uber Eats soll von einer engeren Verzahnung mit der Haupt-Plattform profitieren, sowohl kunden- als auch fahrerseitig. „Wir sind einer der wenigen Player, die eine starke Taxi- und eine Essensliefer-Plattform haben“, sagt Gore-Coty.

    Werbung für Restaurants auf der Plattform, was Konkurrenten wie Delivery Hero oder Takeaway bereits nutzen, soll mehr Umsatz bringen. Uber Eats zieht sich in diesen Tagen aber auch aus acht Märkten von Honduras bis Tschechien zurück, in denen es keine Chance auf die Marktführerschaft sieht.

    In seinem Heimatmarkt scheint Uber dagegen hart um die Spitzenposition zu kämpfen. Während Uber in anderen Bereichen spart, plant das Unternehmen angeblich die Übernahme von Grubhub, dem Marktpionier in den USA, für mehrere Milliarden Dollar in Aktien.

    Uber Eats und Grubhub haben aktuell beide einen Marktanteil zwischen 20 und 30 Prozent, während das Start-up Doordash in den vergangenen Jahren an beiden vorbeigezogen ist. Zusammen wären „Gruber“ aber bereit für einen Kampf mit Doordash um die Spitze – unter einem Chef, der bekennenderweise Konkurrenz liebt.

    Mehr: Uber macht Milliardenverlust – Anleger kaufen stark zu

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