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Planverfahren führte zum Erfolg Peter Leonhardt ist der Herlitz-Retter

Wie fühlt man sich eigentlich, Herr Leonhardt, wenn man es geschafft hat, ein Traditionsunternehmen wie Herlitz vor dem Untergang zu retten?

"Ich fühlte mich wie nach einem bestandenem Examen: ausgelaugt. Selbst nachdem alle 2 000 Gläubiger unserem Insolvenzplan und damit der Rettung des Unternehmens zugestimmt hatten, konnte ich mich noch nicht richtig freuen. In den drei Monaten des Insolvenzverfahrens habe ich mit meinem Team von morgens bis nachts für Herlitz gekämpft.

Dieser Druck und vor allem die psychische Belastung weicht erst langsam von mir. Ich habe ja monatelang nichts mehr als Herlitz gekannt. Deshalb hatte ich zunächst nur ein Bedürfnis: irgendetwas anderes machen. Doch dazu kam ich nicht gleich, da mich ein Hexenschuss erwischte. Natürlich ist es ein tolles Gefühl, über 3 000 und damit fast alle Arbeitsplätze erhalten zu haben.

Besonders gefreut habe ich mich über die umfangreiche Post und die Glückwünsche vom ehemaligen Firmengründer über frühere leitende Angestellte und den Betriebsrat bis zu Universitätsprofessoren. Eine Frage beschäftigen mich seither: Warum ist Herlitz bisher ein Einzelfall, und warum spielt das Planverfahren bei anderen Großinsolvenzen in Deutschland keine Rolle?"

Die Fragen stellte Claudia Tödtmann.

*Insolvenzverwalter Peter Leonhard, 58, aus Berlin gilt als einer der Top-Five seiner Zunft. Er ist derjenige hier zu Lande, der mit dem Büroartikelhersteller Herlitz einen Konzern nach dem neuen Insolvenzrecht nicht einfach wie früher abgewickelt, sondern vor dem Zerschlagen bewahrt hat. Das ganze Verfahren hat drei Monate lang gedauert. Jetzt wird ein Investor gesucht - der schwedische Konkurrent Esselte steht schon parat.

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