Pleite-Unternehmer Anton Schlecker bleibt lange hoch verschuldet

Anton Schlecker bleibt auf Schulden von mehr als einer Milliarde Euro sitzen. Der frühere Drogerieunternehmer hat einen Antrag auf Restschuldbefreiung zurückgenommen – und kommt damit seinen Gläubigern zuvor.
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Anton Schlecker bleibt lange hoch verschuldet Quelle: dpa
Anton Schlecker

Der ehemalige Drogeriekettenbesitzer hat insgesamt fast 23.000 Gläubiger.

(Foto: dpa)

StuttgartDem früheren Drogerieunternehmer Anton Schlecker werden Schulden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro nicht erlassen. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte am Freitag Informationen von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“, dass Schlecker den Antrag auf die sogenannte Restschuldbefreiung selbst zurückzogen habe. Diese sieht vor, dass ein Schuldner sechs Jahre nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens von seinen Schulden befreit werden kann, wenn er diese nicht begleichen kann.

Dem Bericht zufolge hat Schlecker den Antrag zurückgenommen, um seinen Gläubigern zuvorzukommen. Denn einige von ihnen hatten vor, ihrerseits dagegen vorzugehen, dass Schlecker künftig als schuldenfreier Mann lebt. Dies sei möglich, da Schlecker im November wegen Bankrotts zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden sei. Das Gesetz sieht vor, dass die Restschuldbefreiung versagt werden kann, wenn ein Schuldner wegen einer Bankrottstraftat zu mehr als 90 Tagessätzen oder zu mehr als drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wird.

Dazu genügt es, dass ein einziger Gläubiger einen sogenannten Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellt. Zur Erinnerung: Schlecker hat insgesamt fast 23.000 Gläubiger. Für Schlecker bedeutet der Schritt, dass er kein Vermögen mehr aufbauen kann, sondern künftig alle zwei Jahre seine Vermögenswerte offenlegen muss, um darzulegen, dass er die Forderungen der Gläubiger nicht erfüllen kann.

„Er wusste, dass die Firma am Ende war“
Anton Schlecker
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„Willst du den sicheren Ruin eines Unternehmens, gib ihm 30 Jahre Erfolg.“ (Aus: Die Zeit, 17.11.2005)

Erwin Müller (Schlecker-Konkurrent)
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„Schlecker ist ein so großer Elefant, dem kann keiner wehtun.“ (Aus: Focus, 23.11.2009)

Meike Schlecker
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„Es ist kein signifikantes Vermögen mehr da, das dem Unternehmen hätte helfen können.“ (bei ihrer Pressekonferenz am 30.1.2012 auf die Frage nach dem Privatvermögen der Familie Schlecker, Badische Zeitung, badische-zeitung.de)

Anton Schlecker
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„Wir brauchen keinen Strategieberater.“ (Aus: Manager Magazin, im Januar 2010)

Ursula von der Leyen
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„Die Kreditanstalt für Wiederaufbau beim Bund würde einen Kredit geben, wenn die Länder für diesen bürgen. Ich hoffe, dass jetzt alle Bundesländer Ihren Teil zur Lösung beisteuern, denn die Schlecker Filialen gibt es in allen Bundesländern und die von Entlassung bedrohten Mitarbeiterinnen brauchen eine neue Perspektive.“ (Aus: Welt, 24.03.2012)

Steffen Seibert
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„Es gibt Gründe für eine Transfergesellschaft, und es gibt sehr gute Gründe dagegen. Diese Entscheidung oblag aber nicht der Bundesregierung, sondern sie oblag den Ländern.“ Erklärte der Regierungssprecher nach der Ablehnung einer Transfergesellschaft für die Schleckermitarbeiter aufgrund der Gegenstimmen der FDP. (Aus: FAZ, faz.net, 30.03.2012)

Philipp Rösler (Bundeswirtschaftsminister von 2011 bis 2013)
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„Jetzt gilt es für die Beschäftigten – vornehmlich Frauen, einzelne Mütter und ältere Frauen – schnellstmöglich eine Anschlussverwendung selber zu finden.“ (Aus: Handelsblatt, handelsblatt.com, März 2012)

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