Porsche-Aufsichtsrat Ermittlungen gegen Uwe Hück eingestellt

Erfolg für die Porsche Holding in den juristischen Verwicklungen um die VW-Übernahmeschlacht: Die Ermittlungen gegen Vize-Aufsichtsratschef Uwe Hück, zugleich Betriebsratschef der Porsche AG, sind eingestellt worden.
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Gegen Uwe Hück, Vize-Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche Holding und Betriebsratschef der Porsche AG, wird nicht mehr ermittelt. Quelle: dpa
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Gegen Uwe Hück, Vize-Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche Holding und Betriebsratschef der Porsche AG, wird nicht mehr ermittelt.

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StuttgartDie Ermittlungen gegen den Vize-Aufsichtsratschef der Porsche Holding, Uwe Hück, sind eingestellt worden. Das teilte das Betriebsratsbüro des Autobauers Porsche AG am Mittwoch in Stuttgart mit. Hück ist zugleich auch Betriebsratschef der Porsche AG, einer VW-Tochter. Hück zeigte sich erleichtert. Er habe immer an den Rechtsstaat geglaubt, sagte er. „Für dieses Vertrauen bin ich jetzt belohnt worden.“

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte wegen der Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und Porsche Ermittlungen gegen den kompletten früheren Aufsichtsrat der Porsche-Dachgesellschaft aufgenommen. Grund war der Verdacht auf Beihilfe zur Marktmanipulation, mit der Anleger womöglich getäuscht worden seien. Eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft sagte, sie dementiere die Einstellung von Hücks Verfahren nicht. Zu den Ermittlungen gegen die übrigen Aufsichtsratsmitglieder wie Wolfgang Porsche wollte sie sich nicht äußern.

Gruppe-B-Gefühle auf öffentlichen Straßen
Porsche 959 vor einem Kleinflugzeug mit Porsche-Flugmotor, 1988
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Fast doppelt so teuer wie der Ferrari Testarossa brachte der Deutsche das überschäumende Temperament der Gruppe-B-Rallye-Renner in alltagsgerechte Form und auf die Straße. Mit elektronischem Allradantrieb, tempoabhängig regelndem Stoßdämpfersystem und reichlich Renntechnik brannte der Bolide die Beschleunigungsbestzeit von 3,9 Sekunden in die Bahn.

Porsche 959 bei der Rallye Paris Dakar 1986 im Rothmans-Team
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Trotz des Preises von über 400.000 D-Mark war der 450 PS starke Turbo so begehrt, dass die limitierte Auflage schon vor Serienstart vergriffen war und bereits die ersten gebrauchten 959 mit Aufpreis gehandelt wurden. Was Bugatti (EB 110), Ferrari (F40), Jaguar (XJ 220) und andere animierte, wenig später einen Supercar-Hype auszurufen.

Ausverkaufsgarantie bewies jedoch allein der Porsche 959 als erster über 315 km/h schneller Allrad-Racer. Seine Technik und seine prominenten Käufer aus Sport, Show und Finanzwelt machten ihn legendär. Und zum Ahnherrn einer Generationenfolge von Über-Porsche, die bis zum gerade eingestellten 918 Spyder führt.

Porsche 959
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Prototyp im Windkanal 1982.

Porsche 959
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Ein Gruppe-B-Prototyp, wie er auf der IAA 1983 präsentiert wurde.

Porsche 959 Jahr 1986
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Eindrucksvoll waren auch die bei Pressetestfahrten erreichten 320 km/h. Geradeauslauf und Bremswege seien dennoch mit Werten vergleichbar, die andere Fahrzeuge im Bereich unter 200 km/h erreichen, erklärte die „Porsche Presse-Information“ zu Hochgeschwindigkeitsfahrten im 959.

Was enthusiastische Medienvertreter bestätigen konnten. So ermittelten amerikanische Journalisten die Topspeed „the German way on the autobahn“, um dann zu resümieren, den Porsche perfekt zu nennen, sei eher eine Untertreibung.

Entsprechend frustrierend wirkte für amerikanische Porsche-Fans die in Zuffenhausen gefällte Entscheidung, auf einen USA-Export dieses Autos der Superlative zu verzichten.

Porsche 959 Sieg bei der Pharaonen-Rallye
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Ein Triumph im Jahr 1985. Am Steuer war Saeed Al Hajri mit Beifahrer John Spiller.

Porsche 959 Jahr 1986
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Für die wenigen glücklichen 959-Besitzer ist der Sportler schlicht die beste aller Fahrspaßmaschinen -  und nebenbei eine Geldanlage mit Wertsteigerungsgarantie.

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein ehemaliger Finanzchef Holger Härter müssen sich vom 22. Oktober an vor dem Stuttgarter Landgericht wegen Marktmanipulation verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Wiedeking und Härter vor, Anleger zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches Pläne zum VW-Einstieg informiert zu haben. Wiedeking und Härter weisen das zurück.

  • dpa
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