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Der Dax

16 der 30 im deutschen Leitindex notierten Konzerne haben bereits ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt.

(Foto: dpa)

Quartalszahlen Warum die guten Bilanzen der Dax-Konzerne nicht gut genug sind

Nach Monaten mit Gewinnwarnungen und sinkenden Kursen liefern die meisten Dax-Konzerne wieder gute Zahlen. Trotzdem rechnen Anleger mit einer Rezession – nur nicht so bald.
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Düsseldorf Viel niedriger konnten die Erwartungen der Anleger kaum mehr sinken: Dax-Konzerne wie BMW, Daimler, Continental und die Deutsche Post haben ihre Aktionäre in den vergangenen Monaten auf schwierige Zeiten eingestimmt – mit so vielen Gewinnwarnungen wie seit der großen Rezession vor knapp einem Jahrzehnt nicht mehr.

Immerhin acht der 30 Dax-Konzerne schockierten in diesem Jahr bereits mit Gewinnwarnungen, einige wie Continental sogar gleich zweimal. Die Aktienkurse fielen daraufhin rasant. Der Dax verlor seit Ende Januar etwa 2000 Punkte und damit gut 15 Prozent. Einige Aktien, wie die von Covestro, Continental und Lufthansa, brachen um gut 40 Prozent ein.

Doch nun scheint sich die angespannte Situation zu verbessern. Das belegt die laufende Bilanzsaison zum dritten Quartal. Mehr als die Hälfte der Dax-Konzerne haben bisher ihre Zahlen veröffentlicht. Der allgemeine Trend weist in eine Richtung – wieder nach oben: So steigerten die Unternehmen, die ihre Bilanzen bisher veröffentlicht haben, ihren Vorsteuergewinn im Schnitt um sechs Prozent.

Dabei fallen vor allem Volkswagen und die Munich Re positiv auf: Der Autobauer steigerte seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr um knapp eine Milliarde Euro, der Rückversicherer schaffte mit einem operativen Gewinn von gut einer Milliarde Euro sogar ein Plus von 2,8 Milliarden Euro. Im Vorjahr war der weltgrößte Rückversicherer angesichts einiger Großschäden noch in die roten Zahlen gerutscht.

„Trotz steigender politischer Risiken, neuer Handelshemmnisse und negativer Währungseffekte aufgrund des starken Euros bleiben die Dax-Konzerne auf Kurs“, sagt Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei der Unternehmensberatung EY.

VW, der Zahlungsdienstleister Wirecard, die Deutsche Börse und Adidas steigerten ihre Gewinne jeweils sogar um mehr als zehn Prozent.

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Doch angesichts der deutlichen Verluste in den vergangenen Wochen scheinen sich weder Aktionäre noch Konzerne darauf verlassen zu wollen, dass der große Einbruch möglicherweise doch nicht kommt. Sie stellen sich nach wie vor auf schwierigere Zeiten ein. Das haben alle Ertragswarnungen unmissverständlich gezeigt.

Allerdings dürften diese Zeiten nicht sobald kommen. Die Unternehmen blicken weit in die Zukunft: nicht nur bis ans Jahresende, sondern ins kommende Jahr 2019.

Einige Unternehmen haben bereits jetzt Probleme, die sich auch nicht so schnell lösen lassen: Das gilt vor allem für Deutschlands Schlüsseltechnologie, die Automobilindustrie. Die Auswirkungen des Dieselskandals, Lieferengpässe auf Grund der Umstellung auf das neue und kompliziertere WLTP-Abgastestverfahren, hohe Investitionen in neue Antriebstechnologien und eine weltweit nachlassende Nachfrage nach Neuwagen schwächen das Wachstum.

Die Folgen – kurz- und langfrisitg: sinkende Preise und sinkende Margen.

Geld verdienen die Konzerne nach wie vor – meist sehr viel

Das haben die Anleger bereits an diesem Mittwoch besonders bei BMW zu spüren bekommen. Zwar stieg der Umsatz des Autobauers im dritten Quartal zwar um 4,7 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro.

Doch mehr Masse bedeutete weniger Klasse: Der operative Gewinn (Ebit) brach um 27 Prozent auf 1,745 Milliarden Euro ein. BMW wirtschaftete also deutlich weniger profitabel. Die Marge sank von 8,6 auf nur noch 4,4 Prozent. Unter dem Strich erzielte BMW einen Nettogewinn von 1,38 Milliarden Euro nach 1,82 Milliarden Euro im Vorjahr.

Aber noch etwas ist wichtig: Geld verdienen die Unternehmen nach wie vor – und meist sehr viel. Kein Unternehmen bilanzierte im dritten Quartal rote Zahlen – bisher zumindest. 14 weitere Dax-Unternehmen liefern in den kommenden Tagen ihre Bilanzen.

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