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Ratingagentur Refinanzierung wird zum Risiko

Die Ratingagentur Standard & Poor’s warnt: Schwache Unternehmen bekommen keine neuen Kredite, und Anleihen werden teurer. Zudem müssen viele Unternehmen schon bald die Kredite aus den Boomjahren tilgen. Welche deutschen Unternehmen betroffen sind – und was sie stärken könnte.
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Europäische Konzerne könnten Probleme bei der Refinanzierung bekommen, so die Ratingagentur Standard & Poor's. Quelle: dpa

Europäische Konzerne könnten Probleme bei der Refinanzierung bekommen, so die Ratingagentur Standard & Poor's.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Europäische Konzerne mit einer schlechten Bonität könnten in den nächsten Jahren erhebliche Probleme bei der Refinanzierung bekommen. Nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) verunsichert die ungelöste Schuldenkrise einiger Euro-Länder die Investoren zunehmend. Im Mai kamen so wenig neue Unternehmensanleihen an den Markt wie nie zuvor – nach kurzer Blüte.

Vor allem Unternehmen, die in den Boomjahren 2006 und 2007 teure Zukäufe mit Bankkrediten finanzierten, drohen in die Schuldenfalle zu tappen. In den nächsten Jahren müssen sie das geliehene Geld zurückzahlen und sich nach Alternativen umschauen.

Die Banken scheuen das Risiko und fahren ihre Kreditvergabe an Unternehmen mit einem Rating im spekulativen Bereich – bei S&P bedeutet das die Note „BB+“ und schlechter – konsequent zurück.

Auch deutsche Unternehmen sind betroffen. Der Autozulieferkonzern Continental muss 2012 einen Kredit über zehn Mrd. Euro für die VDO-Übernahme tilgen, Heidelcement ein Jahr später 3,5 Mrd. Euro für den Kauf von Hanson ablösen.

Die Mehrzahl der von europäischen Unternehmen aufgenommen Kredite wird in den Jahren 2014 und 2015 fällig; insgesamt müssen dann 83 Mrd. zurückgezahlt werden.

Investoren scheuen Unternehmen mit schlechter Bonität

Noch vor wenigen Wochen gelang es Unternehmen mit einer zweifelhaften Bonität mühelos, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Nach Angaben von S&P platzierten diese Firmen bis Ende April Anleihen im Volumen von 19 Mrd. Euro – nach 24,5 Mrd. Euro im Gesamtjahr 2009. Gut die Hälfte davon, 12,4 Mrd. Euro, wurde für die Tilgung von Bankschulden eingesetzt, schätzt die Rating-Agentur.

Doch jetzt sind die Zeiten, in denen die Anleger bedenkenlos zugreifen, vorbei: „Die Investoren sind extrem zurückhaltend gegenüber Unternehmen mit schlechter Bonität geworden“, sagt Gerhard Wolf, Kreditexperte bei der LBBW.

Möglicherweise können viele Unternehmen einen Teil der Schulden jedoch aus dem eigenen Cash-Flow tilgen. Die starke Konjunktur sorgt obendrein dafür, dass weniger Firmen in Deutschland pleitegehen. Nach einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes wird die Zahl der Insolvenzen in diesem Jahr nur um 1,3 Prozent auf 33 100 steigen. Ende 2009 hatten die Experten noch 40 000 Firmenpleiten in diesem Jahr befürchtet. mjh

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