Repower-Verkauf Ein reicher Inder in Geldnöten

Er will sein Lebenswerk retten: Deshalb verkauft Tulsi Tanti nach eigenen Angaben Repower, einen Windkraftanlagenhersteller. Denn er braucht das Geld - 1,5 Milliarden Euro erhofft er sich für das Unternehmen.
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Tulsi Tanti am Schreibtisch - auf dem steht natürlich ein Windrad. Quelle: dpa

Tulsi Tanti am Schreibtisch - auf dem steht natürlich ein Windrad.

(Foto: dpa)

FrankfurtUm sein Image in Deutschland ist Tulsi Tanti sehr bemüht. Er habe eine sehr hohe Meinung von deutscher Ingenieurkunst, sagte der Chef der Windkraftfirma Suzlon in einem Interview. "Den Deutschen bin ich über ein Jahrzehnt tief verbunden." Doch nun scheint die Liebe erkaltet: Suzlon sucht für seine deutsche Tochter Repower nach einem Käufer, heißt es in Branchenkreisen.

Der indische Windkraftanlagenhersteller, weltweit die Nummer fünf, braucht dringend Geld. Im kommenden Monat wird eine Anleihe über 360 Millionen Dollar fällig, im Oktober eine weitere über 206 Millionen Dollar. Insgesamt schätzen Finanzkreise den Finanzbedarf von Suzlon für dieses Jahr auf rund 800 Millionen Dollar. Viel Geld für eine Firma, vor allem wenn der Industriezweig in einer Krise steckt. Es gebe in der Branche Überkapazitäten und einen starken Wettbewerb, der auf die Preise für Windkraftanlagen drückt, sagt NordLB-Analyst Holger Fechner. An der Börse haben Windfirmen daher stark an Wert verloren, auch Suzlon. Seit 2007 ist die Aktie um über 90 Prozent gefallen.

Was Tulsi Tanti nun braucht, ist ein großer Coup. Einer, der Geld in die Kasse bringt. Wie der Verkauf von Repower. Sein Team hat Branchenkreisen zufolge schon eine Reihe von Firmen angesprochen; Siemens, auch General Electric und einige Finanzinvestoren. Doch der Suzlon-Chef hat anscheinend sehr hohe Preisforderungen. "Er will 1,5 Milliarden Euro für Repower haben", heißt es in der Branche. Derzeit sei das Unternehmen mit Sitz in Hamburg aber nur noch rund die Hälfte wert.

Suzlon hatte 2007 die Mehrheit von Repower übernommen und dafür ebenjene Anleihen aufgelegt, die nun fällig werden. Repower ist ein führender Anbieter von Windkraftanlagen, die im Meer errichteten werden. Mit der Kombination beider Unternehmen wollte Tanti Tulsi beweisen, dass deutsches Ingenieurtalent mit indischem Geschäftssinn verbunden werden kann. Sein Spürsinn hat ihn in der Vergangenheit weit gebracht; Tanti Tulsi gilt als einer der reichsten Männer Indiens. Doch die viel beschworenen Synergien stellten sich nicht ein.

Stattdessen häuften sich in letzter Zeit die Probleme, der Vorstand von Repower änderte sich immer wieder. Im April verkündete Suzlon den Abschied von Finanzchef Derrick Noe und Gregor Gnädig, zuständig im Vorstand für das operative Geschäft. Schmerzlich war vor allem der Abgang von Noe, denn der hatte noch Anfang März mit einem Bankkonsortium Kreditlinien von 750 Millionen Euro für Repower ausgehandelt.

Sein Weggang sorgte in der Finanzwelt daher für Unruhe. Denn wenige Wochen zuvor war bereits Suzlon-Finanzvorstand Robin Banerjee gegangen. Tulsi Tanti versuchte, die Situation zu beruhigen, indem er schnell seinen Vertrauten Kirti Vagadia zum neuen Finanzvorstand machte. Der müht sich nun um Optimismus: "Wir haben kein Verschuldungsthema, sondern ein Zeitthema." Die Gespräche mit den Banken über eine Refinanzierung in Höhe von 300 Millionen Dollar befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, sagte Vagadia.

Zum anderen würden Randbereiche verkauft, um die Verbindlichkeiten zu tilgen, sagte Vagadia dem Handelsblatt. Auf die Tochter Repower will er nicht genauer eingehen, sagt nur: "Repower ist sehr wichtig für Suzlon." Fragt sich, ob als Kerngeschäft oder als Erlösquelle beim Verkauf.

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13 Kommentare zu "Repower-Verkauf: Ein reicher Inder in Geldnöten"

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  • "Ich lebe in einem Land das einen hohen Kernkraftanteil hat, kaum "Erneuerbare Energien", niedrigere Steuern und bezahle umgerechnet 7c/kWh Arbeitspreis für den Strom." --- hört sich ein Bisschen nach Frankreich an in der Nähe von Marseille. However --- haben die Franzosen mit ihrem Atomstrom-Mix ein ordentliches Elektro-Auto auf die Räder gestellt, das ausgezeichnet auch mit Windstrom fährt. Eben habe ich mit dem Kangoo Z.W. die 4.000 Kilometer Marke überschritten. So kommt eins zum anderen. Chaotische Entwicklung halt :)!

  • Hallo Herr Tilsner...in einem Netz wie es Ihnen vorschwebt werden Sie Ihren Windstrom kaum verkaufen können.

    Frage eines potentiellen Kunden: Ich möchte morgen zwischen 20 -23 Uhr Licht. Haben Sie Strom?

    Ihre Antwort dürfte sein, vielleicht sofern genug Wind weht.

    Vandale

  • Herr Tilsner...das dürfte mit der Physik in Konflikt stehen. Rein physikalisch fliesst der Strom vom Erzeuger jeweils zum nächsten Verbraucher.

    In einem derartigem Netz müsste sichergestellt sein, dass nur der Strom beziehen kann der auch eine entsprechende Erzeugung für einen gewissen Zeitraum gebucht hat. In einem derartigem Netz stellt sich die Frage wer die Netzstabilität herstellt und wer für die Frequenzstabilität zuständig ist.

    Frage: Was spricht denn gegen ein Netz das von modernen Grosskraftwerken gespeist wird. Mit den bestehenden Kernkraftwerken und Braunkohlekraftwerken lässt sich Strom zu 2, 3 c/kWh herstellen. Das Netz lässt einen zeitlich beliebigen Verbrauch zu und ist sehr frequenzstabil. Für den Verbraucher ist dies sehr bequem. Ich lebe in einem Land das einen hohen Kernkraftanteil hat, kaum "Erneuerbare Energien", niedrigere Steuern und bezahle umgerechnet 7c/kWh Arbeitspreis für den Strom.

    Weshalb suchen Sie derartige extrem suboptimale Alternativen?

    Vandale

  • Wer sich einmal die Forenbeiträge von Vandale insgesamt anschaut,erkennt leicht,dass es sich hier um einen von der Energiewirtschaft bezahlten hauptberuflichen Troll handelt.

  • Ich glaube ein von Oligopolen kontrollierter Markt wirkt sich genauso verheerend aus, wie ein Monopolmarkt.Von daher kann ich den Unmut von Trollmaster nachvollziehen.Man sollte in der Tat die Macht dieser Oligopole beenden,zum Nutzen aller Verbraucher.

  • Sie haben Recht, Vandale, rundrum überzeugend wird eine Energiewende erst wenn der Markt das Netz umdreht: nicht wenige Erzeuger beliefern zigtausend Verbraucher sondern zigtausend selbstverbrauchende Erzeuger tauschen Überschüsse im Netz.

  • Hallo Trollmaster,
    wie wäre es, wenn Sie es auch einmal mit Argumenten versuchten, anstatt Ihrem Frust mit dem Beschimpfen anderer Forenmitglieder Luft zu machen.
    Im Übrigen spricht man in diesem Zusammenhang von Oligopolen und nicht von Monopolen. Dies wäre dann korrekt, wenn ausschließlich ein Anbieter auf dem Strommarkt vorhanden wäre.

  • Hallo Herr tilsner...das ist korrekt solange Sie nicht an das Netz angeschlossen sind und im Inselbetrieb fahren.

    Ich nehme an, dass Ihre Windmühle mit zunehmenden Wind, zunehmend Strom erzeugt und umgekehrt und Sie bei Windstille keinen Strom erzeugen. Das hiesse, dass Ihre Windmühle im Inselbetrieb je nach Last und Wind eine ganz unterschiedliche Stromfrequenz abgeben würde. Das hiesse, dass Sie bei Windstille keinen Strom haben und bei starkem Wind sehr viel zur Verfügung haben.

    Im Stromnetz ist der Windstrom den Sie einspeisen ziemlich wertlos. Im Stromnetz muss zu jedem Augenblick soviel Strom eingespeist werden, wie entnommen wird. Das hat zur Konsequenz dass zahlreiche Kraftwerke kalt, warm, heiss (befeuert) je nach Laune des Windes als Schattenkraftwerke bereitstehen müssen.

    Solange Ihr Haushalt an das Netz angeschlossen ist und Sie den Strom nicht entsprechend der aktuellen Erzeugung abnehmen, müssen andere für Ihr ökoreligiöses Monument mitbezahlen.

    Vandale

  • Herrlich wie der Vandalen-Troll seine AgitProp absondert.
    Ob Windkraft oder etwas anderes ist völlig egal.Wichtig ist nur,dass die Drecksmonopole geknackt werden.

  • Wenn ich Strom aus Windkraft für 9,5 Cent pro kWh mit Gewinn selbst produzieren kann, den mir ein Netzbetreiber für 19,5 Cent pro kWh verkauft, mache ich mit der Eigenproduktion für den Eigenverbrauch ein gutes Geschäft. Subvention brauche ich dafür keine nur eine Durchleitung für kleines Geld für die kleine Entfernung. Der Wind bläst übrigens mit einer hohen statistischen Wahrscheinlichkeit.

    Gruss!

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