Rewe-Chef Lionel Souque Der neue Boss im Supermarkt

Er ist Franzose, hasst Krawatten und liebt Fußball. Lionel Souque tritt die Nachfolge von Alain Caparros an – und leitet künftig den zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändler Rewe. Er steht vor großen Herausforderungen.
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Der bekennende Sportfan mit einem Faible für Fußball, Handball, Basketball und Biathlon spricht perfektes Deutsch mit einem leichten französischen Akzent. Quelle: dpa
Lionel Souque

Der bekennende Sportfan mit einem Faible für Fußball, Handball, Basketball und Biathlon spricht perfektes Deutsch mit einem leichten französischen Akzent.

(Foto: dpa)

KölnMachtwechsel bei Deutschlands zweitgrößtem Lebensmittenhändler: Der Franzose Lionel Souque übernimmt zum 1. Juli die Leitung der Kölner Rewe-Gruppe. Der 45-jährige Manager stand bisher im Schatten seines Vorgängers Alain Caparros, der es liebte mit starken Worten Schlagzeilen zu machen – zuletzt im Kampf um die Kaiser's Tengelmann-Supermärkte. Doch kennt Souque die Rewe-Gruppe so gut wie kaum ein anderer.

Wie Caparros ist Souque Franzose, wie Caparros verzichtet er gern auf eine Krawatte, wie Caparros liebt er moderne Kunst. Doch gilt der neue Chef als deutlich ausgeglichener als sein Vorgänger.

Der bekennende Sportfan mit einem Faible für Fußball, Handball, Basketball und Biathlon spricht perfektes Deutsch mit einem leichten französischen Akzent. Gelernt hat er es während eines zweijährigen Studienaufenthaltes in Reutlingen. Nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums führte der Weg des gebürtigen Parisers dann schnurstracks zum Kölner Lebensmittelhändler, der gerade mit seiner Auslandsexpansion begann und deshalb auf der Suche nach ausländischen Mitarbeitern war.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

An die erste Zeit beim Kölner Unternehmen erinnert sich der Manager noch heute durchaus mit gemischten Gefühlen. Schon nach wenigen Monaten bekam er die Leitung einer Filiale der Discount-Tochter Penny in einem sozialen Brennpunkt in München übertragen. „Fast jeden Tag gab es Krawall im Markt“, erzählt er. Doch Souque biss sich durch – und machte schnell Karriere.

Zunächst bei den Auslandstöchtern von Rewe. „Ich hatte Glück. Das wollte kein anderer machen“, erzählt er und preist die Vorteile des Schrittes. „Im Ausland konnte man viel mehr entscheiden.“ Immer wieder wechselte der Manager in den Folgejahren das Land, knüpfte neue Kontakte und sammelte Erfahrungen. Das machte sich bezahlt. Bereits mit 35 zog er 2007 in den Vorstand von Rewe International ein, 2009 übernahm er die Leitung von Rewe Deutschland und wurde Mitglied des Gesamtvorstandes. Jetzt wartet der Chefsessel auf ihn.

Privat hatte die Ochsentour durchaus ihren Preis. Seine spätere Frau, eine Französin, hatte Souque bereits bei seinem Studium in Reutlingen kennengelernt, doch die Berufswege führten sie geografisch weit auseinander. „In den ersten acht Jahren haben wir nie im selben Land gelebt. Aber wir haben uns praktisch jede Woche gesehen“, erzählt der Manager. Die Beziehung hielt dennoch. Heute lebt die Familie mit drei Kindern, drei Meerschweinchen und einem Hund in Köln.

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