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Rewe Irgendwie peinlich

In nur zwei Jahren setzte Aufsichtsratschef Klaus Burghard gleich drei Mal die falschen Leute an die Spitze der Rewe. Nun wird es für den obersten Kontrolleur der Einzelhandels-Genossenschaft selbst eng. Mindestens ein Konkurrent steht schon bereit, ihn zu beerben.
  • C. Schlautmann
Für Rewe-Aufsichtrat Burghard wird es eng. Foto: Rewe

Für Rewe-Aufsichtrat Burghard wird es eng. Foto: Rewe

DÜSSELDORF. Erst Ernst Dieter Berninghaus, dann das Trio Gerd Burse, Josef Sanktjohanser und Hans Schmitz, und dann Achim Egner: Bei Rewe wuchs die Ahnengalerie der Konzernlenker zuletzt rasant. Fünf Vorstandschefs in wenig mehr als zwei Jahren und jede Menge Unruhe – so sieht er aus, der Albtraum eines Aufsichtsratschefs.

Besonders, wenn die Dinge so laufen wie in der Kölner Rewe-Zentrale: Leitende Manager zettelten dort einen Putsch an gegen Vorstandssprecher Egner, und der musste am Freitag nach nicht einmal anderthalb Jahren schon wieder gehen.

Nun ist Aufsichtsratschef Klaus Burghard selbst in Gefahr. Ob der Oberaufseher von Deutschlands zweitgrößtem Handelskonzern die erfolgreiche Attacke von Top-Managern gegen seinen Schützling Egner politisch überstehen wird? „Für Burghard wird es nun eng“, sagt ein Rewe-Manager in der Kölner Domstraße.

Am Wochenende bemühte sich Burghard, die Wogen zu glätten. Der Rewe-Konzern werde an dem von Egner begonnenen Umbau festhalten, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Eine Schwächung seiner eigenen Position mag er nicht erkennen: Die Entscheidung, Egners Vertrag aufzulösen, „wurde einstimmig von allen Aufsichtsratsmitgliedern getragen“. Und: „Herr Egner war kein Missgriff.“ Er habe sich große Verdienste erworben.

Die bemüht freundlichen Sätze des ehemaligen Kölner Kommunalpolitikers können jedoch nicht vergessen machen, dass Klaus Burghard als Aufsichtsratschef keine glückliche Hand bei der Personalauswahl hatte. Das zeigte sich erstmals im Herbst 2004. Nur sechs Monate nach seinem Amtsantritt geriet der von ihm bestellte Ernst Dieter Berninghaus ins Visier der Kölner Staatsanwaltschaft – und wurde kurz darauf wegen schwerer Untreue und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Der 41-jährige Berninghaus hat inzwischen beim Schweizer Discounter Denner angeheuert, wo er Anfang 2007 seine Vorstandsarbeit aufnehmen soll. Klaus Burghard aber ist nach wie vor bei Rewe.

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