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Rezension „Unternehmen gehen ein, wenn sie zu maßvoll sind“

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Lafleys Misserfolge stehen nur kurz im Anhang

Als Grundlage jeder Gewinner-Strategie haben Lafley und Martin fünf Fragen ausgemacht, über die sich ein Manager im Klaren sein muss. Wie bei einer Kaskade müssen sie aufeinander aufbauen:

  • Was will ich genau gewinnen, etwa die Marktführerschaft oder ein bestimmtes Umsatzziel?
  • Wo will ich auftreten – in welchem Markt, in welchem Kundensegment, mit welchem Vertriebsweg?
  • Wie will ich gewinnen – durch welche Wettbewerbsvorteile?
  • Welche Ressourcen habe ich, die andere nicht haben?
  • Welches Personal und welche Strukturen sind nötig?

Strategie sei weder ein Plan noch eine Vision, so die Autoren. „Strategie heißt, klare Entscheidungen zu treffen – dieses tun, jenes lassen – und um diese Entscheidungen herum ein Geschäft aufzubauen“. Diese passten auf ein einzelnes Blatt Papier.

Um die Entscheidungen treffen zu können, müsse der Manager sich mit seinem Produkt, dem Markt, den Konkurrenten und den Kunden, die es zu umgarnen gilt, bis ins Detail auskennen. Als Beispiel ziehen Lafley und Martin immer wieder gerne ihren eigenen Erfolg mit „Oil of Olay“ (in Deutschland: „Olaz“) heran. Die Anti-Falten-Creme schien Ende der 90er Jahre wenig Zukunft zu haben: Sie galt als ein Billigprodukt für ältere Damen. Doch mit Hilfe der fünf Fragen, so Lafley, sei aus der Creme, die einst als „Oil of Old Lady“ verspottet wurde, ein hochpreisiges Produkt für Frauen ab 35 geworden.

Darüber hinaus erzählt das lesenswerte Buch viele Details aus dem Innenleben des Konsumgüter-Riesen. Abstraktere Theorien, die teilweise auf den Werken der Management-Grurus Peter Drucker und Michael Porter beruhen, garnieren Lafley und Martin immer wieder mit Beispielen von P&G oder anderen bekannten Konzernen. Ihre Erfolge breiten sie dabei freilich ausführlich aus – die Misserfolge, etwa in der Arznei-Sparte, bei Pringles oder der Kaffeemarke Folgers, finden sich auf nur einer Seite im Anhang.

Ermüdend wirkt es stellenweise, wenn die Autoren ständig wiederholen, wie wichtig es für Manager ist, eine Auswahl zu treffen. „In meinen mehr als 40 Jahren im Geschäftsleben habe ich festgestellt, dass die meisten Manager nicht gerne Entscheidungen treffen. Sie halten sich lieber Optionen offen“, schreibt Lafley in einem der autobiographischen Einschübe. „Das führt dazu, dass sie sich irgendwann mit dem Mittelmaß zufriedengeben, im besten Fall“.

Das trifft auf Lafley nicht zu. Selbst beim Schreiben spielt er auf Sieg: Er behauptet, sein Buch sei der einzige Strategie-Leitfaden, den Unternehmenslenker wirklich brauchen.

Playing to Win: How Strategy Really Works.
A.G. Lafley und Roger Martin
Harvard Business Review Press

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5 Kommentare zu "Rezension: „Unternehmen gehen ein, wenn sie zu maßvoll sind“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum sollte eine Bank einen Konkurrenten finanzieren? Entweder, dieser kann sich nicht durchsetzen, dann ist das eh nicht sinnvoll, oder er kann es, dann ist das bisherige Engagement gefährdet. Daher: schau', von wem Dein Wettbewerb die Kreditlinien hat.

  • Konkurrenz, die man nicht aufkaufen kann, wird vernichtet. Das geht geht relativ einfach, in dem man verhindert, dass der Konkurrent an Kredite der Banken kommt. Hat schon jemand gemerkt, wie monoton unsere Produktvielfalt geworden ist? Viel bunte Verpackung, der Inhalt jedoch alles der gleiche Dreck vom gleichen Hersteller.

  • "trug die Verantwortung für Hunderte Marken von Pampers bis Gillette"

    Also ein Kartell. Ein solches wird nicht geführt, das erledigen die neoliberalen Marionetten und Goldmännern im Weissen Haus. Ein solcher Moloch ist völlig unfähig zur Innovation, ein Klotz wie ein Bunker und verkustet wie eine Borke. Die Konkurrenz wird eingeschüchtert, mit Klagen überzogen und aus den hauseigenen Märkten rausgeworfen.
    Und wenn irgendwo was wegbricht, gibt's Steuergeschenke und Rettungspakete.

    http://www.reddit.com/r/pics/comments/srk0k/the_illusion_of_choice/

  • Och bitte... das, was es angeblich von Herrn Lafley zu lernen gibt, steht seit Jahrzenten in jedem Lehrbuch deutschsprachiger Autoren über Strategisches Management!

    Das, was die Amis wirklich gut können, ist mit massivem Marketing Geld aus Dreck zu machen und genauso verhält es sich mit diesem Buch.

    Dass sich Herr Martin für sowas hergibt ist wohl nur seinem Beratervertrag mit P&G geschuldet. Inhaltlich ist das nämlich Grundstudium-Niveau.

  • Von ihm können deutsche Manager und die Politik hierzulande einiges lernen!