SAP-Chef Bill McDermott „Wie konnte ich so viel Glück haben?“

Bei einem Unfall hat SAP-Chef Bill McDermott ein Auge verloren. Das dramatische Ereignis hat auch seine Sichtweise auf die Führung des Software-Riesen verändert. Über diese Erfahrungen will er jetzt ein Buch schreiben.
Der SAP-Chef will ein Buch über seine Erfahrungen nach dem Verlust eines Auges schreiben. Quelle: © SAP AG
Bill McDermott

Der SAP-Chef will ein Buch über seine Erfahrungen nach dem Verlust eines Auges schreiben.

(Foto: © SAP AG)

Bill McDermott veröffentlichte im Jahr 2014 seine Memoiren in Buchform. Der inzwischen 54 Jahre alte SAP-Chef ging damals davon aus, die Geschichte seines Lebens erzählt zu haben. Dann erlitt er im vergangenen Jahr einen schweren Unfall. Der Spitzenmanager des größten deutschen Softwarehauses verlor dabei sein linkes Auge. Darüber – und vor allem, wie er darüber hinwegkam – will McDermott jetzt in seinem zweiten Buch schreiben.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich noch ein weiteres Buch schreiben werde“, stellte McDermott in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg News fest, „aber es ist in meinem Kopf bereits entstanden.“ Es werde sich nun nicht mehr alleine an Menschen wenden, die einen Traum haben und etwas erreichen wollen, sagte er, sondern an jene, die Schicksalsschläge erlitten haben und auf verschiedenste Weise damit zurechtkommen müssten.

Das Ereignis, mit dessen Folgen McDermott zu kämpfen hat, war ein tragischer häuslicher Unfall. Im Haus seines Bruders stürzte er mitten in der Nacht mit einem Glas Wasser in der Hand. Eine Scherbe des zerborstenen Glases bohrte sich dabei in sein linkes Auge. McDermott wurde kurz bewusstlos. Als er erwachte, fand er sich inmitten einer riesigen Blutlache. Statt in Panik zu verfallen, beschrieb er die Lage, habe er auf „eine sonderbare Weise gelassen“ gehandelt. Etwas in ihm habe ihm bewusst gemacht, dass er nicht aufstehen sollte, um die Lage nicht zu verschlimmern. Er schleppte sich daraufhin aus dem Haus und legte sich auf die Straße, wo schnell medizinische Hilfe geholt werden konnte.

Schon zu diesem Zeitpunkt habe er gedacht, er müsse wieder gesund werden, um die Geschichte zu erzählen. Seine Lebensgeschichte sei eben noch nicht komplett gewesen, sagte McDermott. Er trägt zum Termin eine dunkle Sonnenbrille, die aber die auffälligen Narben auf der linken Seite seines Gesichts und am Hals nicht verdeckt.

Diese deutschen Technologie-Marken sind zukunftssicher
Made in Germany
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Das Image der deutschen Ingenieure hat durch den Dieselskandal gelitten. Doch etliche Technologie-Marken genießen weiterhin einen exzellenten Ruf - und gelten als besonders zukunftsfähig. Das zeigt die Studie „Made in Germany 4.0“ der Markenberatung Brandtrust. Die Berater haben dafür rund 70 Top-Manager, sowie 3.300 Kunden und Einkäufer befragt.

Kriterien
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Bewertet wurden 33 deutsche Marken nach zehn Kriterien: Der Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, der Adaptionsfähigkeit. der Anfälligkeit für Trends. der gesellschaftlichen Relevanz. der Unverzichtbarkeit für die Kunden, dem Markenerlebnis, der Fähigkeit, die Kunden zu Markenbotschaftern zu machen, dem Stolz der Mitarbeiter, der Fähigkeit, den Absatz kontinuierlich auszubauen - und der Bekanntheit. Die Überraschung: deutsche Premiumautobauer wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes landen dabei nur im Mittelfeld. "Deutsche Automobilhersteller sind zu langsam darin, die etablierten Marken mit neuen Geschäftsmodellen aufzuladen", erklärt Studienautor Jürgen Gietl.

Platz 10 - Festo - 66,4 Punkte
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Den Auftakt in die besten Zehn macht der schwäbische Automatisierungstechniker Festo. Weltweit hat das Unternehmen 17.800 Mitarbeiter und verfügt offenbar über ein großes Vertrauen bei Topmanagern, Einkäufern und Kunden. Nicht nur das "Bionic Kangaroo", das Festo auf der Hannover Messe 2014 präsentierte, dürfte damit in den kommenden Jahren große Sprünge machen.

Platz 9 - Siemens - 67,7 Punkte
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Der bestplatzierte Dax-Konzern im Ranking kommt aus München. Etwas überraschend, da Siemens turbulente Jahre hinter sich hat. Doch bei den Geschäftskunden schneidet Siemens weiterhin gut ab. "Siemens hat als erstes Technologieunternehmen überhaupt seine Marke systematisch entwickelt. Eine über so viele Jahre so stark aufgebaute Marke machen ein paar Managerverfehlungen so schnell nicht kaputt", erklärt Studienautor Gietl.

Platz 8 - B.Braun - 68,4 Punkte
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Der Medizintechnikherstellers B. Braun aus Melsungen scheint für seine Kunden unverzichtbar und erreicht hier Spitzenwerte. Dass die Hessen ihre Premiumpreise auch bei hohem Volumen durchsetzen können, spricht nach Ansicht der Studienautoren für ein zukunftssicheres Geschäft.

Platz 7 - Bosch - 68,5 Punkte
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Wenn Bosch einen neuen Forschungscampus eröffnet, dann kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Die Schwaben scheinen nach Ansicht der Brandtrust-Studie offenbar gut vorbereitet auf die Zukunft - vor allem weil der Zulieferer in etlichen Hochtechnologiebereichen führend ist.

Platz 6 - Kuka - 69 Punkte
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Roboter von Kuka sind nicht nur für Volkswagen nahezu unverzichtbar. Die Augsburger sind in etlichen Technologiesparten vertreten und gelten nach Ansicht der befragten Kunden und Einkäufer darum als besonders zukunftsfähige Marke.

Die Nahtoderfahrung McDermotts fehlt natürlich in seinem ersten Buch „Mein Weg zu SAP: Die Autobiographie". McDermott wurde in eine Arbeiterfamilie aus Long Island im Bundesstaat New York geboren, und er schaffte es, in der Hierarchie eines der größten Softwareunternehmen an die Spitze aufzusteigen. SAP beschäftigt derzeit rund 75.000 Mitarbeiter.

Das Walldorfer Unternehmen hat in dieser Woche vorläufige Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt und damit die Erwartungen des Marktes übertroffen – dank der neuesten Version der wichtigsten Softwareanwendung.

„Meine Sichtweise ist jetzt wesentlich ruhiger und klarer“
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