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Satya Nadella übernimmt Neuer Microsoft-Chef kommt aus der Wolke

Microsoft hat einen Nachfolger für Steve Ballmer gefunden. Der Konzern setzt auf eine interne Lösung: Der bisherige Chef des Cloud-Geschäfts Satya Nadella übernimmt. Auch Bill Gates erhält eine neue Aufgabe.
Update: 05.02.2014 - 00:27 Uhr Kommentieren
Krempelt Microsoft um: Der neue Konzernchef des Computer-Riesen Satya Nadella. Quelle: dpa

Krempelt Microsoft um: Der neue Konzernchef des Computer-Riesen Satya Nadella.

(Foto: dpa)

New York Überraschende Lösung bei Microsoft: Der Software-Konzern hat einen neuen Chef in den eigenen Reihen gefunden. Nach fast einem halben Jahr intensiver Suche wurde der Firmenveteran Satya Nadella auf den Spitzenjob berufen, wie der Windows-Konzern am Dienstag mitteilte. Er war zuletzt für das Firmenkunden-Geschäft und die Cloud-Dienste zuständig. Über Nadella als wahrscheinlichen Kandidaten hatten US-Medien bereits vergangene Woche berichtet.

Der langjährige Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte im vergangenen August den Rückzug von der Firmenspitze binnen zwölf Monaten angekündigt. Seit die Suche läuft, waren unter anderem Ford-Chef Alan Mulally und Ericsson-Chef Hans Vestberg als mögliche Kandidaten gehandelt worden. Sie bleiben aber bei ihren Unternehmen.

Der 1967 geborene Nadella stieß 1992 zu Microsoft und stieg dort rasch die Karriereleiter hinauf. Der Elektroingenieur arbeitete unter anderem an Microsofts Bürosoftwarepaket Office und der Suchmaschine Bing. Im Juli machte Ballmer ihn im Rahmen eines radikalen Konzernumbaus zum Chef des Cloud Computing. Das Zukunftsgeschäft bekam Nadella gut in den Griff – weswegen er schnell als Kandidat für die Ballmer-Nachfolge galt.

Überraschend ist die Berufung dennoch: Der Öffentlichkeit war Nadella bisher wenig bis kaum bekannt. Außerdem fehlt ihm jegliche Erfahrung mit den Analysten und Investoren an der Wall Street.

Microsoft hat auch für den langjährigen Konzernchef noch eine Verwendung: Ballmer wird im Direktorium des US-Konzerns bleiben. Auch Gründer Bill Gates erhält eine neue Aufgabe. Der Milliardär wird künftig die Rolle eines Technologie-Beraters einnehmen. In dieser Rolle werde er wieder mehr Zeit bei dem Unternehmen verbringen und Nadella bei der Entwicklung neuer Produkte unterstützen. „In dieser Zeit der Transformation gibt es keine bessere Person als Satya Nadella, um Microsoft zu führen“, erklärte Gates.

Den Posten als Verwaltungsratschef soll John Thompson übernehmen, der den mit der Chefsuche betrauten vierköpfigen Ausschuss leitete. Thompson hat als Chef des Computersicherheitskonzern Symantec viel Wall-Street-Erfahrung – er wird Nadella also entsprechend unterstützen können.

Nadella wird nach dem Wechsel mehr als sein Vorgänger verdienen. Er bekommt an der Konzernspitze ein Grundgehalt von jährlich 1,2 Millionen Dollar (888.000 Euro), wie der Software-Konzern am Dienstag in einer Börsenmitteilung erklärte. Hinzu kommen Boni und Aktienzusagen in zweistelliger Millionenhöhe. Vorgänger Steve Ballmer hatte sich im vergangenen Geschäftsjahr mit insgesamt 1,3 Millionen Dollar begnügt, gut die Hälfte davon entfiel auf das Grundgehalt.

Nadella war zuvor Spartenchef bei Microsoft und hatte im vergangenen Geschäftsjahr ein Grundgehalt von gut 669.000 Dollar bezogen. Zusammen mit Boni und Aktienzusagen erhielt er annähernd 7,7 Millionen Dollar. Mehr verdiente in der Vorstandsriege nur der fürs Tagesgeschäft zuständige Kevin Turner.

Bei Anlegern kam gut an, dass der Konzern endlich einen Schlussstrich unter die Nachfolger-Suche ziehen konnte. Die Microsoft-Aktie legte am Dienstag mehr als ein Prozent zu. Später verringerte sich das Plus auf 0,1 Prozent.

Mobilbereich ist Nadellas größte Baustelle

Die Ups and Downs von Microsoft

Microsoft steht vor großen Herausforderungen: Das PC-Geschäft, in dem das Unternehmen mit seinem Windows-Betriebssystem eine zentrale Rolle spielt, schrumpft. Im Internet-Geschäft konnte der Konzern trotz großer Anstrengungen bisher nicht mit Google mithalten. Auch Smartphones und Tablets mit Microsoft-Software haben bisher geringe Marktanteile.

„Obwohl wir großen Erfolg gesehen haben, haben wir Hunger auf mehr. Unsere Branche respektiert keine Traditionen - sie respektiert nur Innovationen“, sagte Nadella in einer ersten Stellungnahme. Der Wandel berge große Chancen für Microsoft, das Unternehmen müsse sich aber „klar fokussieren, schneller agieren und sich weiter wandeln“, sagte Nadella. „Unser Job ist es, sicherzustellen, dass Microsoft in einer von mobilen Services und Cloud-Diensten geprägten Welt gedeiht.“

Microsoft will derzeit mit seiner Spielekonsole Xbox One und der Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia verstärkt zu einem Anbieter von Geräten und Diensten werden. Im Zuge der Übernahme des Nokia-Handy-Geschäfts war auch der vorherige Nokia-Chef Stephen Elop als Ballmer-Nachfolger gehandelt worden.

Nadella sei die richtige Person, um Microsoft sicher in der Spur zu halten und die existierenden Stärken auszuspielen, sagt der Geschäftsführer der auf Technologiefirmen spezialisierten Investmentbank Rutberg & Co, Rajeev Chand. Im boomenden Segment mit Smartphones und Tablets, das vor allem von Apple und Samsung dominiert wird, fehle es Nadella aber an Erfahrung. „Ich würde ihm raten, sich den Bereich mit mobilen Geräten noch einmal genau anzuschauen“, sagt Technologie-Analyst David Smith vom Marktforscher Gartner. Diese Meinung teilen viele Experten.

„Microsoft muss auf jedem Gerät präsent sein“, fordert Ted Schadler vom Analysehaus Forrester. Dafür müssten sie eigene Anwendungen entwickeln, so dass es dann beispielsweise auch Office-Programme fürs iPad gebe. Derzeit machten in diesem Bereich die Datendienst-Anbieter Dropbox oder Evernote vor, wie es funktionieren könne. „Es geht darum, überall zu sein.“ So müsse das Microsoft-Tablet - Surface genannt - attraktiver für Firmenkunden werden. Dafür gibt es aber trotz einiger Erfolgsmeldungen im Weihnachtsgeschäft noch keine wirklichen Anzeichen. Nadella müsse hier sofort die Strategie ändern, fordert Technologie-Experte Schadler.

  • rtr
  • dpa
  • afp
  • td
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