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Serie: Strategie-Galerie (9) Ein Affe mehr – und die Herde zerfällt

Was Primatengehirne über Gruppengrößen lehren
  • Annette Eicker (Handelsblatt)

HB DÜSSELDORF. Nehmen wir einmal an, sagte sich Professor Robin Dunbar, dass die Größe des Gehirns beim Affen im direkten Zusammenhang zur Größe seiner Herde steht. Um seiner Hypothese auf den Grund zu gehen, machte sich der britische Wissenschaftler daran, Daten über das Gehirnvolumen und die Herden-Größe bei 35 Primatenarten zu sichten.

Dabei fand Dunbar eine hohe Korrelation dieser Größen und schloss: Je größer die Gruppen, desto mehr Information müssen die Tiere verarbeiten. Weil die Beziehung zwischen Gruppengröße und Gehirngröße aber nicht linear war, folgerte er: Jedes Tier muss sich nicht nur über seine Beziehungen zu den Tieren der Herde auf dem Laufenden halten, sondern auch über die Beziehungen aller untereinander.

Stößt also ein neues Tier zur Herde, wird das Beziehungsgeflecht jedes Mal weit komplexer – irgendwann ist es so komplex, dass das Gehirn der Tiere überfordert ist. Verschiedene Primatengesellschaften werden dann instabil und spalten sich. Sie haben eine natürliche, maximale Gruppengröße erreicht.

Die natürliche Gruppengröße des Menschen ist nicht bekannt. Wohl aber seine Gehirngröße. Ihr zufolge ergibt sich eine maximale Gruppengröße von knapp 150 für den Homo sapiens.

Dunbar untersuchte die Urmenschen im Pleistozän vor 250 000 Jahren, und stellte fest, dass ihre mittlere Gruppengröße bei 148,4 lag. Auch die fundamentalistischen Hutter in Süd-Dakota und Manitoba betrachten 150 Personen als Obergrenze für eine Gemeinschaft. Wird die Gruppe größer, so teilen sie sich. Ebenso haben Armeen seit römischen Zeiten bis heute eine Kompanie-Größe von 100 bis 200 Mann.

Moderne psychologische Studien sehen Freundschafts-Netzwerke in der gleichen Größe. Sobald die Kopfzahl größer wird, bedarf es einer hierarchischen Struktur.

Dunbar nimmt an, dass soziale Bindungen beim Menschen durch die Sprache stabil wurden, die es erlaubt, mit mehreren Person effizient zu kommunizieren. Dunbars Modell geht von einer idealen Kommunikationsgruppe von 3,8 Personen aus. Und auch dafür findet er Evidenz: Gespräche zwischen Menschen tendieren zu Vierer-Gruppen.

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