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Sir Philip Watts kann sich nicht gegen das Misstrauen der Investoren durchsetzen Shell-Chef dankt wegen falscher Reservenbewertung ab

Am Ende war der ruhige Technokrat dem Druck der Investoren doch nicht gewachsen: Sir Philip Watts, Chef von Royal Dutch/ Shell, dem zweitgrößten Ölkonzerns Europas, räumte am Mittwoch seinen Stuhl. Mit ihm geht auch der Chef der Öl- und Gassparte, Walter van de Vijver.
  • Th. Wiede (A. Hoffbauer; Handelsblatt)

LONDON. Watts, der seit 1969 für Shell arbeitet und seinen Posten 2001 von Mark Moody-Stuart übernahm, stand schon länger in der Kritik – vor allem wegen Fehlern in der Kommunikation mit der Finanzwelt. Vor knapp zwei Monaten folgte dann, was die meisten Beobachter heute für den Auslöser seines Rücktritts halten: Shell musste überraschend seine Öl-Reserven um 20 % nach unten korrigieren, womit sich der Konzern eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC einhandelte.

Der vor allem von Anlegern als konservativ geschätzte Multi hatte Öl aus Projekten in Nigeria und Australien verbucht, die sich wirtschaftlich noch gar nicht ausbeuten ließen. Dieser „Shell-Schock“ versetzte die gesamte Branche in Unruhe und schickte die Aktie des britisch-niederländischen Unternehmens auf eine Talfahrt.

Die Zweifel über die Methoden der Reservenbewertung, die einen wichtiger Indikator in der Ölbranche darstellt, sind bis heute nicht ausgeräumt. Watts, der sich auch nach dieser Panne nicht persönlich den Fragen der Großinvestoren stellte, wischte erste Rücktrittsforderungen beiseite und kündigte an, seine nur noch 17 Monate währende Amtszeit zu vollenden.

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