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Staatsanwaltschaft ermittelt Aachener Professor soll Forschungsgelder veruntreut haben

Der Hochschullehrer an der RWTH soll unter anderem seine Privatvilla als Förderobjekt deklariert haben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
19.12.2018 - 05:00 Uhr Kommentieren
RWTH Aachen: Professor soll Forschungsgelder veruntreut haben Quelle: imago/imagebroker
RWTH Aachen

Laut der Hochschule sind „Sofortmaßnahmen bezüglich der Ausgaben des Lehrstuhls“ ergriffen worden.

(Foto: imago/imagebroker)

Düsseldorf Die RWTH Aachen ist nicht zu beneiden. Bereits Anfang des Jahres war die Hochschule in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass Forscher des Universitätsklinikums im Auftrag von VW, BMW und Daimler Abgastests an Menschen durchgeführt hatten. Und das in der Hochzeit des Dieselskandals. Da half es wenig, dass die Beteiligten beteuerten, von dem Zusammenhang nichts gewusst zu haben.

Nun macht der Bereich Bauen und Architektur der Universität zu schaffen. Gegen einen Architektur-Professor, Mitglied in zahlreichen Verbänden, teilweise deren Vorsitzender und zugleich Inhaber mehrerer Firmen, ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Gegen den Mann wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, bestätigte die Universität eine Recherche des Handelsblatts. Der Vorwurf: Betrug und Veruntreuung von Geldern des Lehrstuhls.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, beruhen die Erkenntnisse auf Prüfungen der Innenrevision und des Dezernats Recht der RWTH. Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern seien in Schriftform der Staatsanwaltschaft übermittelt worden, mögliche Schadenssummen seien noch zu ermitteln. „Dem Beschuldigten wurde über seinen Verteidiger rechtliches Gehör gewährt. Eine Einlassung wurde angekündigt“, so die Staatsanwaltschaft.

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    Das Handelsblatt kennt den Namen des Betroffenen. Er ließ auf Anfrage seinen Anwalt, den Kölner Rolf Schwedhelm, für sich sprechen. „Wir sind dabei, den Fall aufzuarbeiten, und überzeugt, die Vorwürfe entkräften zu können“, sagte Schwedhelm.

    Angestoßen hat die Recherche ein anonymer Tippgeber. Danach soll der Professor, der auch schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, von Doktoranden gemeldet worden sein, weil er Forschungsgelder unter anderem dazu genutzt haben soll, seine Schulden und teure Autos zu finanzieren. Von mehreren McLaren ist die Rede. Außerdem soll er seine Privatvilla als Förderobjekt deklariert haben.

    Die Staatsanwaltschaft und der Anwalt des Beschuldigten äußern sich dazu nicht. Fest steht, dass eines der Unternehmen des Hochschullehrers, bei dem er als Geschäftsführer agierte, Anfang 2018 Insolvenz anmelden musste – mit Verbindlichkeiten von rund einer Viertelmillion Euro. Zeitweilig betrugen die Verluste rund 500.000 Euro. Daneben gehören ihm zwei andere Unternehmen, deren Geschäftszahlen nicht veröffentlicht sind.

    Laut Hochschule seien „Sofortmaßnahmen bezüglich der Ausgaben des Lehrstuhls“ ergriffen worden. Auch das Wissenschaftsministerium wurde eingeschaltet. Ob der Professor suspendiert sei, will die RWTH nicht sagen. „Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung, deshalb sind während eines laufenden Verfahrens weitere Aussagen zum Fall nicht möglich.“

    Offenbar ist er aber weiterhin im Amt. Sein Hochschulsekretariat reagierte auf einen Anruf mit dem Hinweis, er telefoniere gerade.

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