Starkoch Jamie Oliver startet Brexit-Diät

Jamie Oliver hat vehement gegen den Brexit gestimmt – die Briten haben aber anders entschieden. Nun schließt der Starkoch in Großbritannien Restaurants. Die Begründung: Die Unsicherheit auf der Insel ist zu groß.
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Der britische Starkoch Jamie Oliver schließt sechs seiner Restaurants auf der Insel. Quelle: dpa
Ausgekocht

Der britische Starkoch Jamie Oliver schließt sechs seiner Restaurants auf der Insel.

(Foto: dpa)

LondonJamie Oliver ist in Großbritannien allgegenwärtig: Jeden Tag bruzzelt er im Fernsehen zur Hauptsendezeit Mahlzeiten. Die Geburt seines fünften Kindes füllte tagelang die Klatschblätter und in britischen Städten läuft man zwangsläufig an einem seiner Restaurants vorbei. Noch. Denn in Kürze sollen einige seiner Läden geschlossen werden. Im ersten Quartal des neuen Jahres stehen sechs Restaurants zum Verkauf, teilte Olivers Firma am Freitag mit.

„Wie jeder Restaurantbesitzer weiß, ist es ein schwieriges Business. Und nach dem Brexit ist der Druck und die Unsicherheit noch größer geworden“, erklärt Simon Blagden, der Chef der Restaurantsparte in Jamie Olivers Firmenimperium.

Jamie Oliver – der selten mit seiner Meinung hinter dem Berg hält – hatte sich gegen einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) ausgesprochen. „Dieses Referendum hat Europa geteilt“, erklärte er, nachdem am 23. Juni 2016 eine knappe Mehrheit der Briten für „Leave“ gestimmt hatte, „es trennt Familien und unser Land“. Der Abschied aus der EU werde teuer, es stünden dem Land „fünf holprige Jahre“ bevor, hatte er prognostiziert. „Ich werde nun die Ärmel hochkrempeln, noch härter arbeiten, um das auf meine Weise zu einem erfolgreichen Ende zu bringen“. Er werde die Entscheidung der Wähler akzeptieren. Nur einen Wunsch habe er an sein Land: „Wenn Boris Johnson Premierminister wird, bin ich raus.“

Dennoch sollen nun in einigen Restaurants seiner „Italian“-Kette zum letzten Mal Nudeln serviert werden. Die Läden in Aberdeen, Cheltenham, Exeter, Ludgate, Richmond und Tunbridge Wells stehen zum Verkauf. Hungern muss trotzdem keiner seiner Fans: Abgesehen davon, dass man seine Rezepte mit Hilfe zahlreicher Bücher, Workshops und Fernsehshows selbst kochen kann, gibt es allein in England dann noch 36 „Jamie’s Italian“ Restaurants – und mehr als 36 im Ausland. Daneben gibt es weitere Restaurant-Konzepte wie das „Union Jack“, das „Fifteen“ oder „Barbecoa”.

Von Pferdelasagne und Ehec-Sprossen
2017: Läusegift auf Eiern
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Der Skandal um möglicherweise mit dem Insketizid Fipronil belastete Eier beschäftigt Deutschland in diesem Sommer. Inzwischen sei von zwölf betroffenen Bundesländern auszugehen, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Fipronil war über das Anti-Läusemittel Dega-16 in die Eier gelangt. Das Mittel beruht eigentlich nur auf ätherischen Ölen wie Menthol und Eukalyptus. Vermutlich hatte ein belgischer Hersteller Fipronil beigemischt, obwohl das Mittel für die Geflügelzucht verboten ist. Aldi nahm unterdessen sämtliche Eier aus dem Verkauf.

2016: Plastik im Schokomantel
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Abermillionen Schokoriegel mussten in die Werkstatt – sozusagen. Nachdem eine Kundin in einem Mars-Riegel auf ein Stück Plastik gebissen hatte, begann der Hersteller mit einer gigantischen Rückruf-Aktion. Sie galt für alle Staaten der Europäischen Union, mit Ausnahme von Bulgarien und Luxemburg. Betroffen waren Riegel der Marken Mars und Snickers; zudem alle Produkte der Marke Milky Way Minis und Miniatures sowie mehrere Celebrations-Mischungen mit diesem Mindesthaltbarkeitsdatum.

2016: Glyphosat und Malz, Gott erhalt's
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Pro Jahr konsumiert ein Deutscher durchschnittlich 107 Liter Bier. Und damit nicht nur, streng nach dem deutschen Reinheitsgebot, Wasser, Hopfen, Hefe und Malz, sondern auch noch eine gerüttelte Menge Glyphosat – das weltweit meist eingesetzte Pestizid. In deutschen Bieren wurden Mikrogrammwerte deutlich über den Grenzwerten für Trinkwasser gemessen, im krassesten Fall 300-fach über dem Grenzwert. Direkte Gefahr für die Gesundheit besteht allerdings nicht.

2014: Dänischer Wurstskandal erreicht Deutschland
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In Dänemark stellte sich 2014 heraus, dass Produkte des Wurstherstellers Jørn A. Rullepølser mit Listerien-Bakterien verseucht waren. Listerien sind für gesunde Menschen in aller Regel ungefährlich, allerdings ein Risiko für immungeschwächte Personen und schwangere Frauen. In Dänemark starben innerhalb von 30 Tagen zwölf Menschen, 15 weitere erkrankten. Der Betrieb wurde geschlossen, die Produkte zurückgerufen. 160 Kilogramm waren auch an einen deutschen Supermarkt in Schleswig-Holstein an der dänischen Grenze gegangen – sie waren bereits verkauft, bevor sie sichergestellt worden konnten. Verbraucher wurden gebeten, die Wurst zu vernichten oder zurückzugeben.

2014: Käse mit Coli
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Das Unternehmen Vallée-Verte rief die zwei Käsesorten „Saint Marcellin“ und „Saint Felicien“ zurück. In den Produkten der französischen Käserei Fromageries L'Etoile wurden Coli-Bakterien nachgewiesen. Diese können innerhalb einer Woche nach Verzehr zu teils blutigem Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen sowie Fieber führen. Gerade bei Kindern besteht außerdem die Gefahr von Nierenkomplikationen.

2014: Von wegen Edel-Hähnchen
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2014 deckte die „Zeit“ auf: Das Neuland-Gütesiegel, gegründet vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem deutschen Tierschutzbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft, als ganz besonderes Qualitätssiegel hielt bei Brathühnchen nicht so ganz, was es versprach. Eigentlich sollten Neulandtiere aus Freilandhaltung stammen, gefüttert mit Körnern aus der Region. Tatsächlich stammen in Norddeutschland viele Tiere aus einem ganz gewöhnlichen industriellen Schlachtbetrieb in Niedersachsen.

2013: Pferd in der Lasagne
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Zusammen mit der Ehec-Epidemie wohl der aufsehenerregendste Lebensmittel-Skandal der vergangenen Jahre: 2013 stellte sich heraus, das Rindfleisch in mehreren Fertiglasagnen aus der Tiefkühlung war eigentlich Pferd. Im Anschluss wurden in Labortests rund 70 Fälle von falsch etikettierten Fertigprodukten nachgewiesen. Die größte Menge an Pferdelasagne gab es in Nordrhein-Westfalen mit 27 Fällen, gefolgt von Hessen (13), Baden-Württemberg (8) und Bayern (8). Weitere betroffene Länder waren Mecklenburg-Vorpommern (5), Brandenburg (4) und Hamburg (2).

Die sechs Restaurants, die nun geschlossen werden sollen und deren Mitarbeiter ein Job in einem anderen Laden von Oliver angeboten werden soll, machten weniger als fünf Prozent des Umsatzes aus. Man will sich auf Restaurants konzentrieren, in denen mehr als 3000 Essen pro Woche servieren werden. Generell laufe das Geschäft auch sehr gut, betont Firmenchef Blagden. Allein in diesem Jahr sei die Eröffnung von zwei neuen Italian-Restaurants auf der Insel geplant. International sollen noch einmal 22 Restaurants hinzukommen. In Deutschland tischt Oliver – beziehungsweise sein Team – seit kurzem in einem Restaurant in Düsseldorf auf.

Zu dem Firmenimperium von Jamie Oliver, der vor gut zwanzig Jahren bei einer Dokumentation über eine Restaurantküche entdeckt wurde, zählen mittlerweile sehr viel mehr als Restaurants: In Supermärkten füllen seine Merchandising-Produkte wie Saucen, Gewürze oder Nudeln Regale. Zudem produziert seine Firma TV-Shows und verkauft Kochbücher. 2015 setzte der heute 41-Jährige 158 Millionen Pfund (185 Millionen Euro) um. Seine Restaurantkette „Jamie’s Italian“ trug dazu mit 116 Millionen Pfund den Großteil bei.

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