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Start-up für Elektroautos Ex-Opel-Chef Neumann geht nach Kalifornien

Kalifornien statt Ingolstadt: Den ehemaligen Opel-Chef Karl-Thomas Neumann zieht es zu dem Mobilitäts-Start-up Evelozcity.
21.04.2018 Update: 21.04.2018 - 14:37 Uhr Kommentieren
Neuer Job in Kalifornien. Quelle: Reuters
Karl-Thomas Neumann

Neuer Job in Kalifornien.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Karl-Thomas Neumann ist ein Genie in Sachen Selbstvermarktung. Von März 2013 bis Juni 2017 führte der Manager Opel und versuchte dem kriselnden Autobauer mit viel Marketing („Umparken im Kopf“) ein besseres Image zu verpassen. Sein liebstes Medium zur Inszenierung ist Twitter. Über den Kurznachrichtendienst versucht sich Neumann seit seinem Abgang bei Opel weiter im Gespräch zu halten. Auch ohne persönlichen Stab und Pressesprecher beendet der Manager jeden seiner Tweets mit dem Kürzel KTN. Es ist quasi seine digitale Unterschrift – wieder so ein Marketingkniff.

Anfang März machte KTN dann erstmals Anspielungen über seine berufliche Zukunft. „An alle, die spekulieren, dass ich bald Audi fahre: Morgen lüfte ich das Geheimnis, wie ich mir meine Mobilität der Zukunft vorstelle“, schrieb er auf Twitter. Am Folgetag präsentierte er dann stolz, dass er sich privat ein Elektroauto von Tesla gekauft hat. Damit war klar: Den angeschlagenen Audi-Chef Rupert Stadler wird Neumann definitiv nicht beerben. Statt nach Ingolstadt zieht es den Manager vielmehr nach Kalifornien. Aber hier nicht zu Tesla, sondern zu Evelozcity.

Das kleine und bisher völlig unbekannte Elektromobilitäts-Start-up mit Sitz in Los Angeles beruft Neumann in sein Managementteam und Board of Directors. Das teilte Evelozcity am Wochenende mit. Der ehemalige Opel- und Volkswagen-Manager Neumann soll bei Evelozcity den „Kurs für die Entwicklung von neuartigen vernetzten Autos und Mobilitätskonzepten verantworten sowie für die Bereiche Kundenerlebnis, Markenführung, Marketing und den europäischen Markt zuständig sein“, heißt es in der Mitteilung.

„Die traditionelle Autoindustrie sieht sich mit einem massiven Umbruch konfrontiert. Wir brauchen neue Verkehrskonzepte und E-Mobilität, um die Städte bei Verkehr und Umweltverschmutzung zu entlasten“, erklärte Neumann zu seiner Berufung. Und weiter: „Ich habe mir viele Optionen angeschaut und glaube, dass von den traditionellen Autoherstellern nicht die entscheidenden Impulse zu erwarten sind. Bei Evelozcity teilt man meine Auffassung darüber, wohin die Reise gehen muss. Das ist auch der Grund, warum ich mich dazu entschlossen habe, mich für dieses spannende Unternehmen zu engagieren.“

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    Evelozcity wurde im Dezember 2017 gegründet und will innovative und erschwingliche Elektrofahrzeuge für die Stadt von morgen entwickeln. Statt Fahrzeuge zu bauen, die alles können und eine möglichst große Reichweite haben, will sich Evelozcity darauf konzentrieren Elektroautos herzustellen, die einen bestimmten Einsatzbereich bestmöglich bewältigen können. Konkret will das Unternehmen ein privates Pendlerfahrzeug bauen, einen Lieferwagen für die letzte Meile und ein Modell, das ideal beim Carsharing genutzt werden kann. Im Jahr 2021 sollen die ersten Fahrzeuge auf den Markt kommen.

    Hinter Evelozcity stecken neben Neumann weitere durchaus bekannte Namen aus der Automobilindustrie. Geleitet wird die Firma von Stefan Krause, der früher bei der Deutsche Bank und BMW als Finanzvorstand tätig war. Gemeinsam mit Ulrich Kranz, der als Vater des BMW i gilt, war Krause bis Ende vergangenen Jahres noch bei dem E-Autohersteller Faraday Future aktiv. Nun versuchen die beiden Ex-BMWler gemeinsam mit Neumann batterieelektrischen Fahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen.

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