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Stefan De Loecker So tickt der neue Beiersdorf-Chef

Kurz vor Amtsantritt sorgt Stefan De Loecker mit einer Personalentscheidung bei Beiersdorf für Verunsicherung. Mitarbeiter halten dennoch zu ihm.
16.12.2018 - 17:10 Uhr Kommentieren
Der neue Beisersdorf CEO feuerte den Nivea-Marketingchef Ralph Gusko. Quelle: Beiersdorf
Stefan de Loecker

Der neue Beisersdorf CEO feuerte den Nivea-Marketingchef Ralph Gusko.

(Foto: Beiersdorf)

Hamburg Eigentlich könnte der Chefwechsel beim Konsumgüterhersteller Beiersdorf im Lärm des Silvesterfeuerwerks untergehen. Auf Geheiß des Großaktionärs Michael Herz bekommen die Vorstandschefs bei dem Dax-Konzern gewöhnlich keine große Bühne.

Auch bei Stefan De Loecker, der zu Neujahr Stefan Heidenreich ablöst, soll das nicht anders sein. Doch De Loecker macht schon vor Amtsübernahme mit seiner ersten großen Personalentscheidung auf sich aufmerksam.

„Energieträger und -geber“ sei der 51-Jährige, heißt es bei Beiersdorf, wo De Loecker seit seinem Wechsel nach Hamburg vor sechs Jahren große Teile des weltweiten Geschäfts verantwortet. Jetzt, kurz vor dem Karrieresprung, absorbiert er jedoch Energie: Marketingchef Ralph Gusko muss 2019 gehen. Nur wenige Monate wird der Geschasste noch in Korea das Asiengeschäft koordinieren und nach Start-ups Ausschau halten.

Dabei galt Gusko, der seit drei Jahrzehnten bei dem Nivea-Hersteller arbeitet, davon sieben Jahre im Vorstand, als Stabilitätsanker gerade in den ersten Heidenreich-Jahren – und zeitweise als potenzieller Nachfolger. De Loecker vollzieht den Bruch mit dem internen Konkurrenten und überantwortet das Marketingressort nun dem weitgehend unbekannten Procter-&-Gamble-Manager Asim Naseer.

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    Auf Kritik stößt, dass Gusko noch vor Ende der Vertragslaufzeit gehen soll. „Mich hat fassungslos gemacht, wie mit ihm nach 30 Jahren als treuer Beiersdorf-Mann umgegangen wurde. Das ist für mich nicht nachvollziehbar und inakzeptabel – und zudem ein schlechtes Signal an die Belegschaft“, sagte Thorsten Irtz dem Handelsblatt.

    Als Arbeitnehmervertreter ist er stellvertretender Aufsichtsratschef. Er glaubt nicht, dass sich De Loecker mit der Entscheidung einen Gefallen tut – zumal mit Ramon Mirt ein weiterer Neuzugang in den Vorstand aufrückt, der von De Loecker die Regionen Nahost, Afrika und Amerika übernehmen wird. „Es gibt viele Neuzugänge, die sich erst zu einem Team zusammenfinden müssen“, warnte Irtz. Im Vorstand fehle womöglich „das blaue Nivea-Blut“. Blau wie die Nivea-Farbe.

    Dabei ist der Neue bei seinen Mitarbeitern eigentlich beliebt, wie Irtz einräumt. So habe De Loecker den Mitarbeitern bisher ausreichend Freiraum gelassen, um erfolgreich zu sein. „Sie waren mit ihm als Vorgesetztem sehr zufrieden.“

    De Loecker gilt als besonnener Macher

    De Loecker hat das Führen früh gelernt. Er ist zwar Belgier, aber in Deutschland geboren und mit einer Deutschen verheiratet. Schon mit 36 Jahren übernahm er den Chefposten beim Eishersteller Nestlé Schöller in Deutschland. Er organisierte damals den Verkauf zweier Werke an den Eishersteller Rosen.

    Wie heute auch bei Beiersdorf war eine Kernaufgabe, Marge und Wachstum mit starken Marken zu schaffen. Als Chef der Nestlé-Marke Maggi setzte er auf Bioprodukte, um neue Marktnischen zu besetzen. Anschließend erkämpfte er sich bei der Supermarktkette Tesco in der Slowakei, wo er kurze Zeit tätig war, die nötigen Mittel für eine kräftige Filialexpansion – bis ihn Heidenreich zu Beiersdorf holte.

    „Er hat das Wachstum des Konzerns in den letzten Heidenreich-Jahren gemacht“, lobt ihn ein Insider, der auf die Zahlen schaut. „Das gibt ihm intern Reputation.“ Den 51-Jährigen beschreiben Weggefährten als besonnener und ruhiger im Vergleich zum vier Jahre älteren Vorgänger. „Heidenreich ist einer, der sofort losjagt.

    De Loecker denkt nach und nimmt sich dafür eine Bedenksekunde“, heißt es aus Konzernkreisen. De Loecker werde Anfang 2019 eine gründlich erarbeitete Strategie präsentieren. Er hat bereits im September und Dezember dem Aufsichtsrat seine ersten Pläne für 2019 präsentiert. Eine Umkehr vom aktuellen Kurs ist von De Loecker jedoch nicht zu erwarten.

    ,m „Es wird sicherlich schwer, den Vorgänger bei den Zahlen zu übertreffen“, meinte Irtz. Ein Sparprogramm, wie es die großen Konkurrenten Unilever und Nestlé absolvieren, fordert Großaktionär Herz von De Loecker offenbar nicht. Der Konzern muss auch mit De Loecker weiter keine Kosten drücken und darf voll auf Wachstum – und womöglich weitere Zukäufe – setzen.

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