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Steffen Klusmann Der neue Chefredakteur des „Spiegels“ soll altbekannte Probleme lösen

Als Spitze einer dreiköpfigen Chefredaktion soll Steffen Klusmann das Nachrichtenmagazin umbauen – und endlich Print und Online zusammenbringen.
Update: 22.08.2018 - 15:59 Uhr Kommentieren
Seit Ende 2013 war er Chef beim „Manager-Magazin“. Quelle: David Maupilé/Manager Magazin
Steffen Klusmann

Seit Ende 2013 war er Chef beim „Manager-Magazin“.

(Foto: David Maupilé/Manager Magazin)

DüsseldorfEinmal im Jahr ehrt das „Manager-Magazin“ die wichtigsten deutschen Unternehmer und Topmanager. In der „Hall of Fame“ sind bereits Hubert Burda oder Roland Berger verewigt. 2016 gewann der frühere SAP-Chef und Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Henning Kagermann. Aber zum ersten Mal seit der Einführung des Preises 1992 wurde die Feier abgesagt.

„Vor dem Hintergrund unserer Berichterstattung über die öffentlich ausgetragenen Personaldiskussionen im Aufsichtsrat der Deutschen Bank fühlt sich Herr Professor Kagermann wohler damit, seine Zusage zur Nominierung für die Hall of Fame zurückzuziehen“, sagte Steffen Klusmann, Chefredakteur des „Manager-Magazins“, laut Branchendienst Kress.

Im Klartext: Für Klusmann war die kritische Geschichte im Heft wichtiger als die edle Feier im Saal des Schlosshotels Kronberg im Taunus. Andere Chefs hätten vielleicht die Geschichte geschoben, um die für den Verlag wichtige Preisverleihung zu retten. Der 52-jährige Klusmann brennt vor allem für gute Storys.

Jetzt wird der gebürtige Schwabe Chefredakteur des „Spiegels“. Genauer gesagt: Ab 1. Januar 2019 lautet sein offizieller Titel „Vorsitzender der Chefredaktion“. Zusammen mit Klusmann werden zwei weitere Chefredakteure berufen: Barbara Hans, bislang „Spiegel Online“-Chefredakteurin, sowie Ullrich Fichtner, der bislang als Reporter fürs Haus arbeitete. Das Trio soll die im Haus umstrittene Integration von Print und Online vorantreiben und gehört jetzt auch der ebenfalls neu formierten Unternehmensleitung an.

Seit Monaten waberten in der Branche die Gerüchte, dass der bisherige Chefredakteur Klaus Brinkbäumer vor der Abberufung steht. Kernvorwurf: zu geringe Affinität zum Digitalen. Brinkbäumer war erst 2015 an die Stelle von Wolfgang Büchner gerückt, dem wiederum zu wenig Verständnis für die Belange des gedruckten Blattes vorgeworfen worden war.

Brinkbäumer soll dem Vernehmen nach intern mit Unverständnis auf die Entscheidung reagiert haben. Zwar fiel die Auflage im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 705 000. Aber die bezahlten Onlineinhalte von „Spiegel plus“ hätten sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt. Nach Ablauf des ersten kostenfreien Probemonats sei mehr als die Hälfte der Leser bei der Stange geblieben, hieß es aus der Redaktion.

Nicht nur Brinkbäumer, sondern auch seine drei Stellvertreter müssen das Feld räumen. Der prominenteste von ihnen, Dirk Kurbjuweit, geht als Autor ins Hauptstadtbüro zurück. Mit Spannung wird im Verlag jetzt die Ernennung der zweiten Riege unter der Chefredaktion erwartet, die der Verlag leicht nebulös als „Stabsbereiche“ fürs Blattmachen des Magazins und die Seitenplanung bei „Spiegel Online“ bezeichnet.

Die Namen der neuen Chefs lösten bei den meisten Mitarbeitern am Mittwoch zumindest keine Bestürzung aus, allenfalls Fichtner gilt als Überraschung. Es herrscht im Verlag aber Verwunderung, dass abermals eine neue Chefredaktion berufen wird, bevor wesentliche gesellschaftsrechtliche und organisatorische Strukturen geklärt wurden.

Endet die Integration der Redaktionen bei der Chefredaktion, oder werden auch die Ressortleitungen verschmolzen? Werden die schlechteren Rahmenbedingungen bei „Spiegel Online“ an das hohe Niveau des „Spiegels“ angepasst, inklusive Mitgliedschaft in der mächtigen Mitarbeiter KG, die bisher Print-Mitarbeitern vorbehalten ist? An diesen Fragen scheiterten in Hamburg bereits diverse Ex-Chefredakteure wie Georg Mascolo, Mathias Müller von Blumencron oder Wolfang Büchner. Die Print-Belegschaft besitzt über die Mitarbeiter KG 50,5 Prozent am „Spiegel“ und steht einer Zusammenführung mit Online bislang kritisch gegenüber.

Auch die Mitarbeiter des „Manager-Magazins“, das zur „Spiegel“-Gruppe gehört, traf der Abgang von Klusmann unvorbereitet. In einer Versammlung zeigte sich die Geschäftsführung „überrascht“ vom Durchsickern der Personalien. Man werde jetzt mit Kandidaten sprechen – was als Hinweis auf einen externen Nachfolger gedeutet wird.

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