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Steinkohlebergbau Müller wird Stiftungs-Chef und Großmann sein Aufseher

Nach langem Tauziehen ist Werner Müller doch zum Chef der RAG-Stiftung gewählt worden. Aufsichtsratschef wird der ehemalige RWE-Chef Jürgen Großmann. Zusammen sollen sie die Zukunft Evoniks gestalten.
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Werner Müller, hier 2007 als Chef der RAG AG, wird neuer Vorsitzender der RAG-Stiftung. Quelle: dpa

Werner Müller, hier 2007 als Chef der RAG AG, wird neuer Vorsitzender der RAG-Stiftung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der ehemalige Wirtschaftsminister Werner Müller wird neuer Chef der RAG-Stiftung, die den subventionierten Steinkohlebergbau in Deutschland abwickelt. Das Kuratorium der Stiftung wählte Müller nach langen politischen Ränkespielen um die Personalie am Freitag in Berlin auf den Spitzenposten der Stiftung, die auch die Mehrheit am Chemieriesen Evonik besitzt.

Zudem wählte das Aufsichtsgremium den ehemaligen RWE-Chef Jürgen Großmann zu seinem Vorsitzenden, wie die Stiftung mitteilte. Das Gremium entscheidet auch über die Zukunft des Chemieriesen Evonik, der bereits mehrfach vergeblich in Richtung Börsenparkett gestartet war.

"Über die Entscheidung des Kuratoriums der RAG-Stiftung freue ich mich", erklärte Müller. Die einstimmige Wahlentscheidung sei ein Vertrauensbeweis. Er wolle sich nun für die Ziele der Stiftung und eine "gute Zukunft" von Evonik und RAG einsetzen. Müller war parteiloser Minister im Bundeskabinett von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und später Evonik-Chef. Mit seiner Wahl wird der lange Streit um die Nachfolge von Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking beendet.

Müller hatte vor allem in den Reihen der IG BCE und der SPD Rückhalt, in der Union hatte es indes Zweifel an der Personalie gegeben, die nun ausgeräumt wurden. In dem Kuratorium sitzen unter anderem die Ministerpräsidentinnen des Saarlands und Nordrhein-Westfalens, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Hannelore Kraft (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und der Chef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis. Er bleibt Vizechef des Kuratoriums.

„Starkes Zeichen des Aufbruchs“

Der deutsche Steinkohlebergbau soll Ende 2018 auslaufen. Zur Stiftung gehört neben Evonik auch die RAG, unter deren Dach die vier verbliebenen deutschen Steinkohlebergwerke gebündelt sind. Die Stiftung soll für die Folgekosten des Bergbaus aufkommen und sicherstellen, dass der Ausstieg aus der Steinkohleförderung ohne betriebsbedingte Kündigungen geschieht.

Zu ihrer Finanzierung greift die Stiftung auf den Chemiekonzern Evonik zurück - unter anderem auf Dividenden. Ziel ist aber auch ein Börsengang des Konzerns, an dem auch der Finanzinvestor CVC mit rund 25 Prozent beteiligt ist.

Der Vorstand der RAG-Stiftung umfasst insgesamt drei Manager - der gesamte Vorstand soll nach dem Willen des Kuratoriums bis zum 1. Dezember neu besetzt werden. Das Kuratorium bedankte sich bereits bei Wilhelm Bonse-Geuking (71), dem scheidenden Vorsitzenden des Gründungvorstands, und seinen Vorstandskollegen für ihre "hervorragende Aufbauarbeit" seit 2007.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Kraft wertete die Neubesetzung der Spitze der RAG-Stiftung als "starkes Zeichen des Aufbruchs". Ziel sei es nun, die Ewigkeitslasten des Steinkohlebergbaus dauerhaft finanziell abzusichern und gleichzeitig eine gute Zukunft für Evonik zu gestalten. Der Chef der NRW-FDP, Christian Lindner, sagte, durch die Personalentscheidung werde die Handlungsfähigkeit der Stiftung gestärkt.

 
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3 Kommentare zu "Steinkohlebergbau: Müller wird Stiftungs-Chef und Großmann sein Aufseher"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer so etwas schreibt hat keine Ahnung woher sein Strom aus der Steckdose kommt.Jede Form von Energie oder Stahlerzeugung aus Kohle muss subventioniert werden da der Chinese seine Blutkohle für billiges Geld verkauft.Arbeiter aus China müssen jeden Monat sterben nur damit für dich kostengünstig Stahl und Strom erzeugt werden kann.Das in früheren Zeiten zudem Kohle für den massiven Energiehunger gebraucht wurde passt nicht in deinen Schädel und das du jetzt auf Kosten tausender Kohlekumpel aus anderen Ländern die ihr Leben für billige Kohle lassen mussten spricht für deinen humorlosen und obendrein völlig geschmacklosen Kommentar.....

  • Wer bei SPD/DGB Liebkind ist, erntet ohne zu säen.

  • Der von den Bürgern subventionierte Bergbau in Deutschland soll abgewickelt werden. Er hat nie betriebswirtschaftlich Sinn gemacht, nur unsere Gelder aufgefressen. Nun soll er mit weiteren Geldern der Bürger Deutschlands zu Grabe getragen werden. Ausgediente Manager und inkompetente Politiker haben ein Milliarden umfassendes Begräbnis organisiert, an dem sich alle Beteiligten so gut es geht bereichern wollen. Herzlichen Glückwunsch Steuerzahler.

    Damit nicht genug. Es werden dem Steuerzahler schon mal Ewigkeitslasten in Aussicht gestellt. Diese Solidarität, zahle auf ewig, darf es nicht geben. Wer unter seinem Haus eine Grube gräbt, fällt irgendwann selbst herein.