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Strafprozess Schwere Vorwürfe gegen Chefermittler im Fall Alexander Falk

Die Polizei soll Staatsanwaltschaft und Gericht im Verfahren gegen Alexander Falk wichtige Erkenntnisse über den Hauptbelastungszeugen vorenthalten haben.
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Fall Alexander Falk: Schwere Vorwürfe gegen Chefermittler Quelle: dpa
Alexander Falk

Sein Anwalt Björn Gercke spricht von einem „skandalösen Vorgehen“ der Ermittler.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es sind Informationen, die die Arbeit der Polizei im Verfahren gegen Alexander Falk in ein schlechtes Licht rücken: Die Ermittler sollen der Staatsanwaltschaft, dem Gericht und Falks Verteidigern wichtige Erkenntnisse über den Hauptbelastungszeugen Etem E. vorenthalten haben.

E. hatte sich 2017 an die Polizei gewandt und behauptet, 2009 bei einem Treffen in einem Hamburger Steakhouse dabei gewesen zu sein, bei dem Falk die Tötung des Frankfurter Anwalts Wolfgang J. in Auftrag gegeben haben soll, der 2010 durch einen Schuss in den Oberschenkel schwer verletzt worden war. Falk weist den Vorwurf zurück. Auch die Kammer geht mittlerweile nicht mehr von einem Auftrag zum versuchten Mord, sondern nur noch zu einer gefährlichen Körperverletzung aus.

Mit seinen Angaben brachte E. die Ermittlungen gegen den Erben des berühmten Kartografieverlags ins Rollen. Falk wurde schließlich im September 2018 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Auf die Angaben E.s sowie eines weiteren Belastungszeugen hatte die Staatsanwaltschaft schließlich auch ihre Anklage vom Dezember 2018 wesentlich gestützt.

Seit August dieses Jahres läuft nun der Prozess gegen Falk, in dem der andere Hauptbelastungszeuge seine ursprüngliche Aussage kürzlich widerrief. Klar wurde im Rahmen des bisherigen Prozessverlaufs auch, dass es sich bei den beiden Hauptbelastungszeugen um Personen handelt, die der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind.

Nicht bekannt war bisher allerdings, dass die Polizei davon offenbar schon jahrelang wusste und sogar schon wenige Wochen nach dem Schuss auf den Anwalt eine Verbindung der beiden Zeugen mit dem Anschlag ins Auge fasste.

„Skandalöses Vorgehen“

Zutage gefördert wurde dies nun durch sogenannte Spurenakten. Dies sind Akten, die Informationen beinhalten, die eigentlich nicht verfahrensrelevant sind und deshalb auch nicht Teil der Ermittlungsakten werden. Auf intensiven Druck der Anwälte Falks waren diese Spurenakten nun aber freigegeben worden.

Die Akten offenbaren nun, so Falks Verteidiger, „mitnichten verfahrensfremde Inhalte, sondern Hunderte Seiten mit höchst verfahrensrelevanten Vorgängen – insbesondere auch die Manipulation der Akten durch den Ermittlungsführer“.

Der Hauptkommissar habe insbesondere ihm seit 2010 vorliegende Informationen über die kriminelle Vergangenheit E.s verschwiegen. So habe er E. gegenüber der Staatsanwaltschaft, dem Gericht und Falks Verteidigern als „sauberen“ und ihm angeblich unbekannten Zeugen in das Verfahren eingeführt.

Falks Anwalt Björn Gercke sprach von einem „skandalösen Vorgehen“ und möchte die Arbeit des Ermittlungsführers einer dienstrechtlichen Prüfung unterziehen lassen. Auf eine Nachfrage bei der Polizei zu den Vorwürfen wollte diese keine Stellung nehmen und verwies auf das laufende Gerichtsverfahren.

Für die kommende Woche hat das Landgericht Frankfurt sowohl den Hauptbelastungszeugen E. als auch den Ermittlungsführer der Polizei als Zeugen geladen.

Mehr: Das Gericht wirft dem Unternehmersohn nicht mehr Auftrag zum Mord vor. Dennoch bleibt er in Untersuchungshaft.

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