Studententreffen wird zum US-deutschen Gipfel Deutsches Harvard

„Prächtig entwickelt“ hat sich die German-American Conference: Das frühere Studententreffen hat sich längst zum transatlantischen Gipfel gemausert. Studenten sind weiter an Bord: als Organisatoren.
„Wirtschaftswoche“-Chefredakteurin Miriam Meckel, Helmuth Ludwig (Siemens) und Haniel-Chef Stephan Gemkow (v.l.). Quelle: GAC
Panel in Harvard

„Wirtschaftswoche“-Chefredakteurin Miriam Meckel, Helmuth Ludwig (Siemens) und Haniel-Chef Stephan Gemkow (v.l.).

(Foto: GAC)

CambridgeLässig saß Nao auf dem Tisch, schaute einen mit seinen kugelrunden Augen an und sagte: „Hallo, ich bin der erste menschenähnliche Roboter der Welt“. Ungewöhnliche Begegnungen auf dem Campus der Elite-Universität Harvard: Neben der Maschine von Aldebaran begrüßte Thomas Gottschalk die rund 1000 Teilnehmer der German-American Conference 2015. „Ich bin ein deutscher Unterhalter - ich weiß, das ist eine seltene Spezies.“

Bei allem Spaß: Was vor acht Jahren als Studententreffen anfing, entwickelt sich langsam zu einer seriösen transatlantischen Konferenz. Neben vielen Start-ups zeigten gestandene Unternehmen wie Siemens ihre neuesten Forschungsprojekte vor. Hochrangige Vertreter aus Deutschland und Amerika diskutierten über Datenschutz, Industrie 4.0 oder Innovation.

Unter den rund 35 Sprechern befanden sich der ehemalige Weltbankchef Robert Zoellick, Michael Hayden, früherer Chef der US-Geheimdienste CIA und NSA, Stephan Gemkow, Chef der Familienholding Haniel und die Chefredakteure Kai Diekmann von „Bild“ und Miriam Meckel von der „Wirtschaftswoche“. Mehr als doppelt so viele Konferenzbesucher als noch im Vorjahr trafen sich am vergangenen Wochenende. Das Kuriose an dem Treffen: Es wird ganz und gar von einer Handvoll Studenten auf die Beine gestellt.

Ehrenamtlich schufteten 20 Deutsche und 20 Amerikaner seit gut einem Jahr an dem Projekt, holten sich Sponsoren wie die Wirtschaftsberatung McKinsey und Lufthansa heran. Das Budget lag laut Julia von Cube, Co-Vorsitzende des studentischen Organisationsteams, „im sechsstelligen Bereich“. Graue Eminenz der Konferenz ist der Politikwissenschaftler Karl Kaiser. Als der 2007 als Gastprofessor an die Kennedy School of Government der Harvard Universität kam, rief er zusammen mit Studenten die Konferenz ins Leben. „Sie hat sich prächtig entwickelt“, sagte Kaiser.

Anfangs war die Konferenz eine rein deutsche Angelegenheit. Aber in diesem Jahr weitet sie sich erstmals zum transatlantischen Treffen aus. Es helfen auch amerikanische Studenten, zudem werden mehr US-Vertreter geladen. „Deutschland kommt in der Kennedy School sehr kurz“, sagte eine deutsche Studentin, die nicht genannt werden will und mithilft. „In den Seminaren dreht sich alles um Amerika oder den Mittleren Osten. Wir wollen das ändern.“

Die besten Universitäten der Welt
Universitätsranking
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Eine Forschungsgruppe der Shanghai Jiao Tong University veröffentlicht jährlich ein Ranking der besten Universitäten weltweit. Dabei werden verschiedene Indikatoren verwendet: Die Anzahl der Absolventen, die Zahl der Professoren, die einen Nobelpreis für Wissenschaft gewonnen haben, die Häufigkeit der Zitation sowie die Anzahl der veröffentlichten wissenschaftlichen Papiere. Die vergebene Gesamtpunktzahl der Universitäten wird dabei in Relation zum Gesamtsieger gesetzt, der bei 100 Punkten steht.

Platz 10: Oxford
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Drei britische Universitäten finden sich in den Top 20 dieses Rankings wieder – die renommierte University of Oxford sogar mit 56,6 Punkten in den Top Ten.

Platz 9: University of Chicago
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Im Vergleich zum Vorjahr verlor die University of Chicago zwar 0,3 Prozentpunkte, trotzdem steht weiterhin der neunte Rang zu Buche. Amerikanische Hochschulen sind dem Rest der Welt um Längen voraus: 16 der 20 besten Universitäten der Welt liegen in den Vereinigten Staaten.

Platz 8: Columbia University
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Seit 2010 belegt die Columbia University in New York den achten Platz – so ist es mit 58,8 Zählern auch in diesem Jahr.

Platz 7: California Institute of Technology
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Das California Institute of Technology ist besser bekannt als Caltech und sitzt in Pasadena. Die Privatuni hat sich auf Natur- und Ingenieurswissenschaften spezialisiert. 59,6 Punkte bedeuten Rang sieben.

Platz 6: Princeton University
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Der Campus der hochangesehenen Universität ist mehr als 500 Hektar groß. 14 Milliardäre studierten in Princeton, darunter Amazon-Gründer Jeff Bezos und Nobelpreisträger Woodrow Wilson. Im nationalen Ranking wird die Princeton University auf Platz fünf geführt, international mit 61 Zählern auf sechs.

Platz 5: University of Cambridge
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Die britische Eliteuniversität hat hinter Harvard die meisten Nobelpreisträger hervorgebracht. Besonders in dieser Kategorie konnte die University of Cambridge also punkten, sodass letztlich mit 68,8 Punkten der fünfte Platz zu Buche steht.

Für die Unternehmen ist die Konferenz aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Neben der Werbung und dem Imagegewinn suchen sie nach Talenten. Rund 700 der 1000 Teilnehmer waren Studenten, von allen erdenklichen amerikanischen Universitäten, nicht zuletzt aus Kaderschmieden wie Harvard. „Ich suche nach Talenten“, sagte Diekmann. Zahlreiche Start-ups aus Deutschland und Amerika erhofften sich ebenfalls Aufmerksamkeit.

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