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Studie Großraumbüros machen die Mitarbeiter häufig krank

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Während krankheitsbedingte Fehltage statistisch leicht zu erfassen sind, haben Forscher Schwierigkeiten, jene Produktionsausfälle zu messen, die durch Mitarbeiter verursacht werden, die zwar regelmäßig zur Arbeit kommen, aber körperlich oder seelisch angeschlagen sind. Der Dortmunder Organisationspsychologe Berthold Iserloh schätzt, dass etwa zwei Drittel der krankheitsbedingten Produktionsausfälle auf das Konto von anwesenden, aber nicht voll leistungsfähigen Mitarbeitern gehen. Dass durch Großraum- oder Gruppenbüros die psychische und physische Belastung der Arbeitnehmer steigt, steht für Iserloh fest. "Menschen brauchen ihr eigenes Reich, das ist psychologisch erwiesen. In Großraumbüros fühlen sich Mitarbeiter dagegen auf dem Präsentierteller."

Sinkende Produktivität frisst einen Teil der Kostensenkungen durch die effizientere Nutzung der Büroflächen schnell auf. "Für viele Unternehmen ist das unterm Strich eine Minusrechnung", sagt Iserloh. Den anhaltenden Trend hin zum Großraum erklärt der Experte damit, dass Manager Immobilienentscheidungen in erster Linie unter kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Erwägungen treffen. "Den Faktor Mensch berücksichtigen sie dabei nicht. Das ist ein Fehler."

Also zurück zu den guten alten Einzelbüros? "Auf keinen Fall", sagt Wilhelm Bauer vom Fraunhofer-Institut. "Großraumbüros sind nur dann schlecht, wenn sie nicht gut gemacht sind." Dies sein vor allem in älteren Gebäuden der Fall.

Wie das Büro der Zukunft aussehen könnte, haben Bauer und seine Kollegen im Rahmen der Studie "Office 21" erforscht. Drei Punkte haben für die Wissenschaftler zentrale Bedeutung: gute Beleuchtung, leistungsfähige Klimatechnik und ein ausgeklügeltes Akustikkonzept. "Großraumbüros, die systematisch nach diesen Kriterien geplant werden, sind klassischen Einzelbüros deutlich überlegen und fördern auch die Zufriedenheit der Beschäftigten", sagt Bauer.

Trotz fortschrittlicher Gebäudetechnik sollten sich Firmenlenker bei der Planung von Bürolandschaften aber sehr genau überlegen, ob es wirklich ein Großraumbüro sein muss. "Unternehmen sollten ihre Arbeitsabläufe und Kommunikationsprozesse analysieren und danach versuchen, ihre Erkenntnisse in eine räumliche Gestaltung umzusetzen", rät Lars Adolph von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Bei beruflichen Tätigkeiten mit einem hohen Koordinierungsbedarf könne ein Großraumbüro sinnvoll sein, sagt der Experte. "Wer sich adhoc und kontinuierlich abstimmen muss, sitzt besser in einem Großraumbüro - alle anderen besser nicht."

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2 Kommentare zu "Studie: Großraumbüros machen die Mitarbeiter häufig krank"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • wenn sich keine job-alternativen bieten, bleibt einem ja nichts anderes übrig als sich mit der situation abzufinden, das beste daraus zu machen und zu versuchen den lärm und die permanenten ablenkungen so gut es geht auszublenden (z.b. mit ohropax). ich habe zudem den eos office (natural air clean) - wird einfach per usb an den rechner angeschlossen. macht lufttechnisch wahnsinnig viel aus. man kann sich besser konzentrieren und ist dementsprechend produktiver.

  • Guten Tag,.... Das wissen auch die, welche ihre Angestellten hineinpferchen. Es geht nur darum dass einer dem andern die Augen auskratzen soll. Es geht nur darum die Leute zu demuetigen und auszuquetschen. Warum sitzen die oberen Nieten in riesigen Luxuslogen; bestimmt nicht nur um die Sekretaerin flach zu legen. Sollte jemand an meinen Worten zweifeln, dann folgendes. ich sass auf dem roten Sessel und in der Sardinendose. ich habe beides erlebt; nur nicht in der normalen Reihenfolge. Die Sklaventreiber soll der Teufel holen. besten Dank

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