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Techbranche Tesla-Chef Musk bricht mit dem Silicon Valley: „Sie denken, sie haben den Erfolg gepachtet“

Elon Musk zieht nach Texas – und greift die alte Heimat Kalifornien an: Der Staat sei wie ein Sportteam, das zu oft die Meisterschaft gewonnen habe. Sein Schritt hat auch steuerliche Gründe.
09.12.2020 - 15:00 Uhr Kommentieren
Den Umzug begründet der Tesla-Chef unter anderem mit den vielen Vorschriften und Einschränkungen in Kalifornien. Quelle: AFP
Elon Musk

Den Umzug begründet der Tesla-Chef unter anderem mit den vielen Vorschriften und Einschränkungen in Kalifornien.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Janis Joplin begann dort ihre Musikkarriere, Michael Dell gründete in seinem Studienzimmer der Texas University seinen Computerkonzern. Austin war schon immer anders, eine liberale Hochburg im konservativen Bundesstaat. Ganz Texas zog 1861 in den Bürgerkrieg mit den Yankees, nur eine Stadt war dagegen: Austin.

Wenig Cowboy, viel Kultur und High Tech: die richtige Stadt für Elon Musk. Der Unternehmer ist dort überraschend hingezogen, wie er jetzt auf einer Konferenz verkündete. Es ist ein großer Einschnitt für den 49-Jährigen, der eine lange Zeit seines Lebens im Silicon Valley verbrachte. Seine Firmen Tesla und Space X bleiben mit ihrem Hauptsitz in Kalifornien – allerdings könnte sich das auch ändern.

Musk begründete den Umzug mit den vielen Vorschriften und Einschränkungen in Kalifornien. Der Bundesstaat sei wie eine Sportmannschaft, die zu oft die Meisterschaft gewonnen habe. „Sie denken, sie haben den Erfolg gepachtet“, sagte Musk. Staatliche Vorschriften würden den „Schaffensgeist“ behindern und zu Monopolen oder Duopolen führen. Für Schlagzeilen sorgte im Frühjahr der Konflikt von Musk mit lokalen Behörden, als er trotz Corona-Beschränkungen die Fabrik in Fremont wieder öffnete.

Ein wichtiger Grund für die Entscheidung spielten die Steuern. Anders als Kalifornien erhebt Texas keine eigene Einkommensteuer. Damit spart sich Musk 13,3 Prozent, die in Kalifornien auf Einkünfte von mehr als einer Million Dollar erhoben werden.

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    Das ist vor allem für die Stockoptionen von Musk wichtig. 2018 erhielt er von Tesla Optionen im Wert von bis zu 56 Milliarden Dollar. Die Zuteilung ist aber an bestimmte hochgesteckte Ziele gekoppelt.

    Die hörten sich vor zwei Jahren noch an wie aus einer Fantasiewelt: beispielsweise einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar zu erreichen. Doch mit der unglaublichen Kursrally von Tesla in 2020 erfüllte Musk bereits zwei der zwölf Vorgaben, was ihm Stockoptionen im Wert von knapp zwölf Milliarden Dollar bescherte.

    Corona verändert das Silicon Valley

    Der Umzug von Musk ist nicht der einzige Rückschlag für das Silicon Valley. Der bekannte Risikokapitalgeber und Mitbegründer von Palantir, Joe Lonsdale, wohnt jetzt auch in Austin. Die Softwarefirma Palantir ging von Palo Alto nach Denver, das IT-Unternehmen Hewlett-Packard Enterprise von San Jose nach Texas.

    Die Entscheidung nannte Sam Liccardo, Bürgermeister von San Jose, damals einen „Weckruf“, die Region solle aufhören, seine Tech-Konzerne zu „dämonisieren“. Die hohen Gehälter und erfolgreichen Börsengänge in der Techbranche trieben die Immobilienpreise und Mieten nach oben, was zu Protesten führte.

    Allerdings ändert sich das Bild aufgrund von Corona. Zahlreiche Techfirmen wie Facebook oder Google erlauben es ihren Angestellten, bis zum Sommer 2021 von zu Hause zu arbeiten. Auch Twitter führte die Regelung ein, sogar ohne Zeitbeschränkung. Tech-Angestellte ziehen vermehrt aus dem Silicon Valley, dort sinken zum ersten Mal seit Jahren die Mieten

    Das Ende des Silicon Valleys vorherzusagen erscheint mehr als verfrüht. Aber es ist eine Warnung. „Tesla ist das letzte Autounternehmen, das noch im nennenswerten Ausmaß Autos in Kalifornien herstellt“, sagte Musk. „Früher gab es in Kalifornien mehr als ein Dutzend Autofirmen.“ Ähnlich sehe es mit den Raumfahrtunternehmen aus. „Meine zwei Unternehmen sind die letzten verbliebenen.“

    Tesla baut in der Nähe von Austin eine riesige Fabrik, in der das Model 3 sowie das Model Y Ende 2021 vom Band laufen. Später sollen dort auch ein Lastwagen und ein Cybertruck produziert werden. Auch die Raumfahrtfirma Space X baut im Süden von Texas einen Weltraumbahnhof, dort wird vor allem das neue Mars-Raumschiff Starship gebaut.

    Auch die Musik spielt eine Rolle

    Austin hat für Start-ups und Softwarefirmen einiges zu bieten. Aufgrund der Universität in Austin gibt es dort zahlreiche Entwickler und Softwarespezialisten. South by Southwest (SXSW) gilt seit Jahren als eine der wichtigsten Techkonferenzen in Amerika. Auch Musik spielt bei der SXSW eine große Rolle.

    In Austin gibt es zudem zahlreiche Bands und Musikbühnen. Auch das wird für Musk ein Grund für den Umzug gewesen sein: Er ist mit der bekannten Popsängerin Grimes zusammen und veröffentlichte bereits zwei eigene Lieder – eines im Rap-Stil und vor Kurzem den Elektro-Song „Don’t Doubt Ur Vibe“. Der Titel passt gut zu seiner Lebenseinstellung: Zweifle nicht an dir.

    Mehr: Begeisterung, gutes Geld – und viel Druck: Wie es ist, bei Tesla zu arbeiten.

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