Thomas Middelhoff Middelhoff wendet weitere Anklage ab

Ein 800.000 Euro schweres Sponsoring der Universität Oxford war keine Untreue: Das Landgericht Essen lässt eine Anklage gegen Thomas Middelhoff nicht zu. Ausgestanden ist die Sache für ihn allerdings noch nicht.
Update: 09.02.2016 - 16:39 Uhr
Eine Anklage gegen den ehemaligen Topmanager wurde nicht zugelassen. Quelle: dpa
Thomas Middelhoff

Eine Anklage gegen den ehemaligen Topmanager wurde nicht zugelassen.

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EssenGute Nachrichten für Thomas Middelhoff: Das Landgericht Essen hat die Eröffnung eines weiteren Strafverfahrens gegen den früheren Top-Manager abgelehnt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte dem ehemaligen Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor Untreue vorgeworfen. Er habe noch wenige Monate vor der Pleite des Handelsriesen 800.000 Euro als Sponsoring an die Universität Oxford überweisen lassen.

Die Richter sahen jedoch keine Anhaltspunkte für eine gravierende Pflichtverletzung Middelhoffs und ließen die Anklage daher nicht zu. Die „Bild am Sonntag“ hatte zuerst über die Entscheidung berichtet.

Ausgestanden ist die Sache für den Manager allerdings noch nicht. Die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bochum legte bereits Beschwerde gegen den Beschluss des Essener Gerichts ein, wie der Sprecher der Anklagebehörde mitteilte. Darüber muss nun das Oberlandesgericht Hamm entscheiden.

Middelhoff war bereits im November 2014 vom Essener Landgericht wegen Untreue zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er nach Auffassung des Gerichts private Flüge und eine Festschrift zu Unrecht vom seinem damaligen Konzern bezahlen ließ. Noch im Gerichtssaal kam er wegen Fluchtgefahr in Haft. Erst nach mehr als fünf Monaten kam er gegen Zahlung einer Kaution von 895.000 Euro wieder auf freien Fuß.

Middelhoff hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten und gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

Außerdem droht dem Manager noch ein zusätzliches Strafverfahren vor dem Essener Landgericht. Dabei geht es um Bonus-Zahlungen, die er als Arcandor-Chef erhielt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nach Angaben eines Middelhoff-Anwalts in diesem Zusammenhang die Anstiftung zur Untreue vor. Über die Zulassung dieser Anklage habe man bislang noch nicht entschieden, erklärte der Gerichtssprecher.

Das sind die höchsten Kautionen für Manager
Thomas Middelhoff: 895.000 Euro
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Der frühere Topmanager Thomas Middelhoff ist nach mehr als fünf Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wie das Essener Landgericht mitteilte, hatten die Verteidiger des Managers zuvor die Kaution in Höhe von 895.000 Euro auf ein Konto der Gerichtskasse überwiesen. Middelhoff war im November 2014 unter anderem wegen Untreue zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt und wegen Fluchtgefahr noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Der Richterspruch ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Middelhoff bestreitet die Vorwürfe.

Wolfgang Kulterer: 500.000 Euro
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Die ehemaligen Vorstände der Hypo Alpe Adria, Gert Xander (l.) und Wolfgang Kulterer, standen 2011 in Österreich vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, Geld des Finanzinstituts veruntreut zu haben. Der ehemalige Chef der Krisenbank musste Mitte 2014 schließlich für fünf Jahre ins Gefängnis umziehen. Den Prozess aber erlebte er auf freiem Fuß – gegen eine Kaution von einer halben Million Euro.

Klaus Zumwinkel: eine Million Euro
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Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Post AG, Klaus Zumwinkel, Mitte, steht mit seinen Rechtsanwälten Rolf Schwedhelm, links, und Hanns W. Feigen im Januar 2009 im Gerichtssaal des Landgerichts Bochum. Zumwinkel wurde wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Die Beweise beruhten auch auf einer Steuersünder-CD, die die Bundesregierung eingekauft hatte. Zumwinkel zahlte im Februar 2008 eine Millionen Euro, um zwischen den Prozesstagen nach Hause zu dürfen. Schließlich wurde er zu einer Geldstrafe von einer Millionen Euro und uwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem musste er 3,9 Millionen Euro an Steuern nachzahlen.

Dominique Strauss-Kahn: 4,2 Millionen Euro
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Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn musste sich 2011 Vorwürfen stellen, er habe ein Zimmermädchen zum Oralsex gezwungen zu haben. Polizisten nahmen den Franzosen am New Yorker Flughafen fest. Gegen eine Kaution von 4,2 Millionen Euro kam er wieder frei. Die Anklage wurde wenig später wieder fallengelassen, es bestanden Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Angestellten.

Uli Hoeneß: fünf Millionen Euro
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Am 13. März 2014 entschieden die Richter des Landgerichts München: Drei Jahre. Sechs Monate. Haft. Keine Bewährung. Uli Hoeneß wird wegen Steuerhinterziehung verurteilt, es geht um 28,5 Millionen Euro inklusive Soli. Während der Ermittlungen jedoch war der ehemalige Präsident des FC Bayern München auf freiem Fuß – gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro.

Raoul Weil: 6,5 Millionen Euro
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Raoul Weil musste 6,5 Millionen Euro bezahlen, um wieder auf freien Fuß zu kommen: Der ehemalige UBS-Manager stand in den USA vor Gericht, weil er rund 17.000 Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben sollte. Weil wurde 2013 in Bologna verhaftet und verbrachte fast zwei Monate in einem italienischen Gefängnis, bevor er an die USA ausgeliefert wurde. Im November 2014 wurde er freigesprochen.

Raj Rajaratnam: 67 Millionen Euro
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Am Ende musste der Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam wegen Insiderhandel in den USA für elf Jahre hinter Gitter. Seinen Prozess aber erlebte er als freier Mann: Im Oktober 2009 bezahlte der Mitbegründer der Galleon Group eine Kauton in Höhe von 67 Millionen Euro.

  • dpa
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