Thomas Middelhoff und Roland Berger Eine Scheidung wider Willen

Manchmal können sich Dinge schnell ändern - diese Erfahrung macht derzeit der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Nach eineinhalb Jahren Zusammenarbeit mit Roland Berger trennen sich die beiden.
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Thomas Middelhoff: Gegen den 57-Jährigen ermittelt derzeit der Staatsanwalt. Quelle: dpa

Thomas Middelhoff: Gegen den 57-Jährigen ermittelt derzeit der Staatsanwalt.

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FRANKFURT/DÜSSELDORF. Im Frühjahr 2009 hatte Thomas Middelhoff mit der Berater-Legende Roland Berger und dem früheren Investmentbanker Florian Lahnstein den Finanzinvestor BLM gegründet. "Wir haben den Vorteil, ohne Belastungen in den Markt gehen zu können", jubelte das Trio damals.

Doch anderthalb Jahre später kann von unbelastet keine Rede mehr sein: Denn gegen Middelhoff ermittelt der Staatsanwalt. Und deshalb ziehen die Beteiligten jetzt offenbar die Konsequenzen - Berger und Middelhoff trennen sich. Es ist eine Scheidung wider Willen. Die Trennung soll allerdings keine Vorverurteilung darstellen.

Middelhoff konzentriert sich als Chairman schon seit Anfang November auf die Hedge-Fonds-Aktivitäten von BLM. Sie werden künftig unter dem Namen Pulse Capital Partners von New York aus geführt. Das Geschäft mit börsennotierten Übernahmevehikeln (Spacs) und der auf den Mittelstand spezialisierte Kreditfonds "European Opportunities" firmieren hingegen weiter unter dem Namen BLM. Chairman dieses Geschäfts bleibt Roland Berger, Lahnstein leitet als CEO die Gesellschaft.

Wenn es um die Gründe für die Aufspaltung geht, bleibt man bei BLM vage. Sie sei die Voraussetzung dafür, "dass beide Gesellschaften im bisherigen Tempo bei optimaler Nutzung ihrer personellen Ressourcen weiterhin erfolgreich profitabel wachsen können", heißt es offiziell.

In Finanzkreisen hingegen heißt es, dass der 57-jährige Middelhoff für BLM zur Belastung wurde. Angeblich sprangen potenzielle Investoren aus Compliance-Gründen ab, weil derzeit drei Ermittlungsverfahren gegen ihn laufen. Anfang Oktober ließen Staatsanwälte Middelhoffs Haus und Büro durchsuchen. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Niedergang von Arcandor. Ein weiteres Verfahren wegen Beihilfe zur Untreue läuft in Zusammenhang mit einem Beratervertrag in Sachen Arcandor für die Bank Sal. Oppenheim.

Middelhoff selbst bestritt die Vorwürfe bisher. Gestern war er für eine erneute Stellungnahme in seinem Kölner Büro nicht erreichbar.

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3 Kommentare zu "Thomas Middelhoff und Roland Berger: Eine Scheidung wider Willen"

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  • Es stimmt mich froh, dass der "blender der Sonderklasse" langsam spührt, dass seine "Eieruhr" langsam abläuft. Wer so eine Person im Management hat, brauch sich nicht zu wundern, wenn die Geschäfte schlecht laufen! Leider ist Middelhoff kein Einzelfall.

  • Middelhoff würde sogar mir noch was abnehmen, auch wenn ich nix habe... ;)

    Aber mal im Ernst: dass er nun eine unerwünschte Person für seriöse investoren ist halte ich für eine schöne Wendung der Geschichte. Und dann kommt vll noch eine Verurteilung dazu? :) Kein Wunder dass er nach NewYork gegangen ist - wer dort noch Geld anlegen will muss ein idiot sein, also genau der richtige Kunde für Middelhoffs Hedgefonds.

    Hahahaha, wenn ich mir das so überlege, Middelhoff gegen die Quants.....ich kann mir vorstellen dass er als Händler/Anleger eine Null ist, aber dafür gross im Formulieren von blumigen Adressen an die investoren....
    ist der Mann eigentlich mit sich selbst gestraft, oder fühlt er sich nie so, wie man ihn von aussen wahrnimmt? in dem Fall braucht es wohl doch 5 Jahre JVA.

  • Guten Tag,.....Duchsucht den Windbeutel, ich wette er hat sogar Silberne Loeffel geklaut. besten Dank

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