Thomas Middelhoff Verteidiger sehen „Big T“ als haftunfähig an

Thomas Middelhoff ist zur Behandlung im Uniklinikum Essen. Die Verteidiger sehen den in U-Haft sitzenden Ex-Manager als haftunfähig an – und kritisieren die Haftbedingungen heftig. Eine sofortige Prüfung ist beantragt.
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Sein Gesundheitszustand hat sich nach Angaben seiner Verteidiger weiter verschlechtert. Quelle: dpa
Thomas Middelhoff

Sein Gesundheitszustand hat sich nach Angaben seiner Verteidiger weiter verschlechtert.

(Foto: dpa)

EssenDer Gesundheitszustand des seit fast fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzenden früheren Topmanagers Thomas Middelhoff hat sich nach Angaben seiner Verteidiger weiter verschlechtert. Der 61-jährige Manager befinde sich seit Dienstag erneut zur Behandlung im Universitätsklinikum Essen, teilten die Rechtsanwälte mit. Die behandelnden Ärzte gingen von einer seltenen Autoimmunkrankheit aus. Die Verteidiger beantragten sofortige Haftprüfung. Aus Sicht der Verteidigung besteht bei Middelhoff Haftunfähigkeit.

Scharfe Kritik übten Middelhoffs Rechtsanwälte erneut an den Haftbedingungen ihres Mandanten und der zunächst unzulänglichen Behandlung der Erkrankung. Dass Middelhoff in den ersten Haftwochen mindestens alle 15 Minuten kontrolliert worden sei, bezeichneten sie als „unter keinem denkbaren Gesichtspunkt gerechtfertigten Schlafentzug“. Die Essener Vollzugsanstalt wollte nach eigenen Angaben durch die regelmäßigen Sichtkontrollen einen Suizid verhindern. Der Anstaltsleiter Alfred Doliwa sagte der „Bild am Sonntag“: „Das Leben des Gefangenen hat Vorrang. Was wäre denn passiert, wenn sich Herr Middelhoff was angetan hätte.“

Der frühere Chef des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor war am 14. November vom Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Der Bundesgerichtshof wird wohl erst in einigen Monaten über seine Revision entscheiden.

Mehrere Versuche von Middelhoffs Rechtsanwälten, den 61-Jährigen auf freien Fuß zu bekommen, scheiterten. Der Grund: Die Richter am Landgericht Essen und am Oberlandesgericht Hamm sahen Fluchtgefahr. Selbst als enge Freunde und Familienmitglieder Middelhoffs eine Kaution von fast 900.000 Euro anboten, blieben die Richter hart.

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5 Kommentare zu "Thomas Middelhoff: Verteidiger sehen „Big T“ als haftunfähig an"

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  • Herr Middelhoff ist eingestellt worden um den Konzern über den Aktienkurs zu sanieren.
    Dass er damit in die Fänge von Esch und der Oppenheim Bank gerät, hat er leider übersehen.
    Gauner sehe reiche Leute "kommen"
    Für Hubschrauberflüge in den Knast zu kommen, ist fatal.
    Eine höhere Strafe, wie sein komplett ruiniertes Leben, ist nicht mehr möglich.

    LAST IHN LAUFEN

  • Vor kurzem noch aus dem Fenster gesprungen und jetzt haftunfähig. Die Justitz
    hat den völlig unschuldigen Mann ruiniert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wie dieser Mann von der Justiz behandelt wird, ist Wahnsinn. Vielleicht fällt es ja hier besonders auf, weil es ein medienwirksamer Fall ist. Eine solch unmenschliche Behandlung mit Schlafentzug gehört in der deutschen Justiz für ALLE schnellstens abgestellt, zumal es wesentlich schonendere Mittel gibt, die den gleichen oder sogar besseren Erfolg erzielen. Anstatt den Selbstmord zu verhindern, treibt so eine Folter Menschen ja geradezu in den Selbsmord oder macht sie schwer krank!

  • Der "knallharte" Manager - so sensibel zu sich selbst.

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