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Tidjane Thiam Credit Suisse bekommt neuen Chef

Die Credit Suisse trennt sich von ihrem Chef Brady Dougan. Sein Nachfolger steht bereits fest: Der in der Elfenbeinküste geborene Tidjane Thiam könnte die Abkehr des Konzerns vom Investmentbanking einleiten.
Update: 10.03.2015 - 08:28 Uhr Kommentieren
Der bisherige Chef des Versicherers Prudential leitet künftig die Schweizer Großbank Credit Suisse. Quelle: Reuters
Tidjane Thiam

Der bisherige Chef des Versicherers Prudential leitet künftig die Schweizer Großbank Credit Suisse.

(Foto: Reuters)

Zürich Die Schweizer Großbank Credit Suisse kündigt den Rücktritt von Vorstandschef Brady Dougan an, der Ende Juni nach acht Jahren die Bank verlassen wird, und bestätigte damit Presseberichte. Nachfolger wird Tidjane Thiam, der bisher Chef des britischen Finanzdienstleisters Prudential ist.

Einen Grund für den Rücktritt nannte Credit Suisse nicht. Verwaltungsratspräsident Urs Rohner wird in der Pressemitteilung lediglich mit den üblichen Dankesformeln zitiert. Dougan habe das Unternehmen „entscheidend und erfolgreich mitgeprägt“ und „schwierigste Herausforderungen gemeistert“.

Der US-Amerikaner wird die Schweizer Großbank Credit Suisse verlassen. Quelle: dpa
Brady Dougan

Der US-Amerikaner wird die Schweizer Großbank Credit Suisse verlassen.

(Foto: dpa)

Tatsächlich hat Dougan die zweitgrößte Schweizer Bank weitgehend unbeschadet durch die Finanzkrise 2007/2008 geführt – obwohl die Bank stark im Investmentbanking ist. Während die UBS sich mit US-Hypothekenpapieren vollgezogen hatte und vom Schweizer Staat gerettet werden musste, sah Credit Suisse sich in der Krise nicht gezwungen, das Kapital zu erhöhen.

Aber: In der Schweiz wird seit langem kritisiert, dass Dougan aus diesem Vorsprung nichts gemacht hat. Heute liegt in der Börsenbewertung UBS wieder klar vorn. Anleger honorieren die Entscheidung des neuen UBS-Duos aus Sergio Ermotti und Präsident Axel Weber, große Teile des Investmentbankings aufzugeben, die 2014 nur noch rund zwölf Vorsteuerergebnis beisteuerte - darin sind allerdings nicht die Verluste des alten Krisenportfolios enthalten, das die Bank noch abwickeln muss.

Nachfolger als Fingerzeig

Rücktrittsforderungen gegen Dougan kamen allerdings im vergangenen Jahr auf, nachdem sich Credit Suisse im Steuerstreit mit den US-Behörden auf einen Vergleich geeinigt hatte. Die Bank zahlte die höchste Geldstrafe in der Schweizer Bankengeschichte und gab ein Schuldbekenntnis ab, sicherte sich dafür aber die wichtige Lizenz in New York. Außerdem gab es Kritik an Dougan, weil er anders als der heimische Rivale UBS an seiner Strategie im Investmentbanking festhielt.

Vor diesem Hintergrund ist die Benennung des Prudential-Chefs als Fingerzeig zu sehen. Credit Suisse Präsident Urs Rohner lobt seine Neuanwerbung, Thiam verfüge über „umfassende Erfahrung einschließlich Wealth und Asset Management“. Über Kenntnisse im Investmentbanking verliert Rohner kein Wort.

Der künftige Credit-Suisse-Chef Thiam ist in der Elfenbeinküste geboren und wuchs in Frankreich auf. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit bei der Unternehmensberatung McKinsey amtierte er in der Elfenbeinküste als Minister für Planung und Entwicklung. 2009 übernahm er den Chefsessel bei Prudential. Thiam ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Bei Prudential wurde dem Sender Sky News zufolge bereits der Nachfolger für Thiam bestimmt. Der Verwaltungsrat habe sich für Mike Wells entschieden, den Chef der US-Tochter Jackson National Life Insurance.

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