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Tobias Moers Ein Quantum Trost für Aston Martin: AMG-Chef wird neuer CEO

Der deutsche Manager Tobias Moers führt künftig die britische Sportwagen-Ikone. Aston Martin machte zuletzt nur noch durch James Bond Furore.
26.05.2020 Update: 26.05.2020 - 21:38 Uhr Kommentieren
Der Manager löst Andy Palmer als CEO von Aston Martin ab.  Quelle: Reuters
Tobias Moers

Der Manager löst Andy Palmer als CEO von Aston Martin ab. 

(Foto: Reuters)

München, London Sein Name ist Moers, Tobias Moers. Und auch wenn der Name bislang nur Autofachleuten ein Begriff ist: Der Deutsche hat jetzt nicht nur die Lizenz zum Löten. Moers übernimmt die britische Traditionsmarke Aston Martin, die zuletzt allenfalls durch enorme Schulden aufgefallen ist sowie die Dienstwagen, die man regelmäßig James Bond stellt. Ob das für die Firma „Ein Quantum Trost“ wird oder Moers „In tödlicher Mission“ unterwegs ist, wird sich zeigen.

Schon im Studium konstruierte er Elektroautos, bevor er Anfang der Neunzigerjahre zunächst zu AMG stieß. Bei der Daimler-Tochter gelang ihm eine eindrucksvolle Karriere, die ihn bis auf den Chefsessel führte. Seinen Posten bei AMG übernimmt Philipp Schiemer, der bislang das Brasilien-Geschäft von Mercedes verantwortet hat.

Bei AMG rückte Moers 2011 in die Geschäftsführung auf und übernahm 2013 den Chefposten von Ola Källenius – dem heutigen Daimler-Chef. Seitdem hat Moers das AMG-Geschäft in eine neue Liga geführt. Die „Performance“-Marke steigerte die Anzahl der Modelle und den Absatz in den vergangenen Jahren kräftig.

Erstmals wurde gar die A-Klasse mit AMG-Motoren ausgestattet, mit dem AMG-GT schickte Moers ein eigenständig entwickeltes Sportcoupé auf die Straße. 2019 verbuchte das einstige Nischengeschäft mit 132.000 Autos einen Absatzrekord. Die gegenüber Serienautos deutlich teureren AMG-Modelle sorgten dafür, dass die Margen der Muttermarke Mercedes ein noch halbwegs erträgliches Niveau erreichten.

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    Zudem ist AMG Lieferant von Hochleistungsmotoren an Aston Martin, die Stuttgarter sind mit fünf Prozent an dem siechenden Sportwagenbauer beteiligt. Aus Sicht von Daimler hat der Moers-Wechsel auch eine strategische Komponente: Aston Martin wird weiter an Daimler gebunden, und Moers bleibt in Reichweite.

    Denn der bisweilen forsch auftretende Manager ist schon länger reif für einen Karrieresprung, im aktuellen Daimler-Vorstand ist aber kein Platz.

    108-jährige Unternehmensgeschichte bei Aston Martin

    Anders in der englischen Autoindustrie, wo Moers auf viele Landsleute trifft. So führt Ralf Speth Jaguar Land Rover, das Markenduo ist Teil des indischen Tata-Konzerns. Die zu BMW gehörende Kleinwagenmarke Mini in Oxford wird von Bernd Körber gesteuert. Torsten Müller-Ötvös leitet die Geschicke der Konzernschwester Rolls-Royce aus dem südenglischen Goodwood.

    Aston Martin ist aber ein besonderer Fall. James Bonds Dienstwagenlieferant wechselte häufig den Besitzer. Die letzte Rettungsmission begann 2014, als der jetzt für Moers geschasste Andy Palmer die Leitung übernahm. Palmer sanierte die Marke zunächst und führte Aston Martin im März 2018 an die Börse.

    Seitdem gehts jedoch nur bergab. Der Umsatz ging zurück, die Verluste und Schulden stiegen, der Aktienkurs brach um 90 Prozent ein. Erneut wurde über die Pleite des Traditionsherstellers spekuliert – es wäre die achte in der 108-jährigen Unternehmensgeschichte. Und dann kam Corona. Allein im ersten Quartal machte die Firma 120 Millionen Pfund Verlust – mehr als im gesamten vergangenen Jahr.

    Als Retter trat im Februar der kanadische Milliardär Lawrence Stroll in Erscheinung. Der Sportwagennarr kündigte an, mit 16,7 Prozent in die Firma einzusteigen. Wenige Wochen später musste der Deal aufgrund des abstürzenden Aktienkurses schon nachverhandelt werden, Stroll erhielt nun sogar 25 Prozent der Anteile zu einem reduzierten Preis. Insgesamt investiert er 262 Millionen Pfund.

    Stroll will den Autobauer in den kommenden zwölf Monaten auf eine neue Spur setzen. Die Marke soll in der Formel 1 mitfahren, das Projekt Elektroauto hingegen wird verschoben. Große Hoffnungen setzt er auf den ersten Aston-SUV. Der DBX soll ab Sommer ausgeliefert werden. Es gibt jedoch Zweifel, ob der SUV sich in dem hart umkämpften Markt gegen die starke Konkurrenz behaupten kann. Ein dickes Brett für Tobias Moers.

    Kleinere Aufgaben würden den 54-Jährigen aber auch nicht reizen. Der auf Herbst verschobene 25. Bond-Film trägt sein Credo schon im Titel: „Keine Zeit zu sterben“.

    Mehr: Aston Martin will Produktion bis 2025 mehr als verdoppeln

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